Feste und Veranstaltungen in der Schweiz: der vollständige Jahreskalender

Feste und Veranstaltungen in der Schweiz: der vollständige Jahreskalender

Quick answer

Was ist das bekannteste Fest der Schweiz?

Das Montreux Jazz Festival im Juli ist das international bekannteste Schweizer Event. Die Basler Fasnacht im Februar ist das kulturell bedeutendste, und der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August ist der landesweit am meisten gefeierte.

Feste als Fenster in die Schweizer Kultur

Die Schweizer Feste sind vielfältiger und tiefer in der lokalen Identität verwurzelt, als die meisten Besucher erwarten. Das Stereotyp der Schweizer Zurückhaltung bricht bei der Basler Fasnacht spektakulär zusammen, wo die Stadt sich für 72 Stunden in eine hypnotische, leicht unheimliche alternative Realität aus maskierten Figuren und Fife-Klängen verwandelt.

Die Schweiz hat vier verschiedene Kulturregionen – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch – jede mit ihrem eigenen Festkalender.

Winterfeste (Dezember–Februar)

Weihnachtsmärkte: Dezember in der ganzen Schweiz

Die besten Märkte:

Basel Weihnachtsmarkt: Einer der ältesten der Schweiz, auf dem Barfüsserplatz und dem Münsterplatz von Ende November bis Heiligabend. Die Kulisse vor dem gotischen Münster ist außergewöhnlich.

Montreux Christmas Market: Die Seepromenade verwandelt sich in einen spektakulären Markt mit über 160 Chalets. Läuft von Ende November bis Heiligabend.

Zürich Weihnachtsmarkt: Mehrere Märkte in der ganzen Stadt, der größte im Hauptbahnhof und ein separater Markt am Bellevue.

Bern Weihnachtsmarkt: Die überdachten Straßen der Altstadt bieten natürlichen Schutz für Marktstände.

Escalade, Genf: 11.–12. Dezember

Genfs Escalade ist ein lokales Fest mit tiefen bürgerlichen Wurzeln, das die gescheiterte savoyardische Attacke auf die Stadt in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602 gedenkt. Das Fest umfasst einen kostümierten historischen Umzug durch die Altstadt und die Marmite – ein Schokoladenkessel mit Marzipan-Gemüse.

Basler Fasnacht: die drei Tage, die die Stadt erschüttern

Die Basler Fasnacht ist der bestimmende Schweizer Karneval. Sie beginnt um genau 04:00 Uhr am Montag nach dem Aschermittwoch und endet 72 Stunden später. Das Fest beginnt mit dem Morgestraich – beim Schlag vier Uhr morgens werden alle elektrischen Lichter in der Innenstadt gleichzeitig gelöscht. In der Dunkelheit bewegen sich Tausende laternenbeleuchtete Cliquen (Karnevalsgruppen) durch die Straßen und spielen nur Pfeifen und Trommeln. Der Klang ist unheimlich, fesselnd und unvergleichlich.

Termine für 2026: Der Morgestraich fällt auf den 2. März, die Festlichkeiten laufen bis zum 4. März. Buchen Sie Unterkünfte in Basel sechs bis neun Monate im Voraus.

Luzerner Karneval: Februar

Der Luzerner Fasnacht ist kleiner als die Basler, aber für Besucher zugänglicher. Die Stadt verwandelt sich für fünf Tage. Anders als Basels Disziplin ermutigt der Luzerner Fasnacht zur Publikumsbeteiligung.

Frühlingsfeste (März–Mai)

Sechseläuten, Zürich: April

Das Sechseläuten ist Zürichs Frühlingsfest, das das Ende des Winters feiert. Es gipfelt im Verbrennen des Böögg – einer Schneemann-ähnlichen Figur, vollgepackt mit Feuerwerkskörpern – auf einem Lagerfeuer. Die Zeit, die der Böögg-Kopf braucht um zu explodieren, soll die Qualität des kommenden Sommers vorhersagen.

Datum: Dritter Montag im April.

Landsgemeinde, Appenzell: April

Appenzells Landsgemeinde ist eine direkte Demokratie in ihrer sichtbarsten Form: Am letzten Sonntag im April versammeln sich die Bürger des Kantons Appenzell Innerrhoden auf dem Stadtplatz, um durch Handzeichen über kantonale Angelegenheiten abzustimmen. Die Teilnehmenden müssen sichtbar bewaffnet sein – ein Schwert oder Bajonett tragen – gemäß einer jahrhundertealten Tradition.

Datum: Letzter Sonntag im April.

Sommerfeste (Juni–August)

Montreux Jazz Festival: Juli

Das Montreux Jazz Festival ist das international bekannteste Kulturereignis der Schweiz. Gegründet 1967, läuft es 16 Tage lang jedes Jahr im Juli am Genfersee. Das Festival teilt sich zwischen kostenlosen Konzerten an der Seepromenade und Tickets-pflichtigen Shows in den zwei Hauptspielstätten auf.

Praktische Details: 16 Tage im Juli. Kostenloser Seepromenaden-Zugang während des gesamten Festivals. Unterkunft in Montreux und Umgebung sechs Monate im Voraus buchen.

Locarno Filmfestival: August

Das Locarno Filmfestival ist eines der ältesten der Welt, gegründet 1946, und die größte Freiluft-Filmvorführung der Welt – die Piazza Grande in Locarno fasst 8.000 Personen für nächtliche Filmvorführungen unter freiem Himmel.

Praktische Details: 11 Tage Anfang August. Piazza-Grande-Tickets CHF 25–40. Unterkunft in Locarno, Ascona oder Bellinzona mindestens drei Monate im Voraus buchen.

Schweizer Nationalfeiertag: 1. August

Der 1. August ist der Schweizer Nationalfeiertag, der den Gründungspakt gedenkt, der der Tradition nach auf der Rütliwiese am Urner See 1291 unterzeichnet wurde. Überall in der Schweiz erhellen am Abend des 1. August Feuerwerke gleichzeitig den Himmel. Die spektakulärsten Aufstellungen sind in den Seebädern.

Zürich Street Parade: August

Europas größtes Techno-Musikfestival, die Zürich Street Parade, zieht jährlich rund eine Million Menschen an den Seeufer für einen Umzug von 30 „Love Mobiles” – LKW-montierten Soundsystemen, begleitet von kostümierten Tänzern.

Datum: Zweiter Samstag im August.

Alpabzug (Alpkuhzug): September–Oktober

Einer der authentischsten und visuell bemerkenswertesten Schweizer Volksevents ist der Alpabzug – der feierliche Abstieg des Viehs von den Sommeralpen. Blumengeschmückte Kühe mit großen Glocken wandern vom Hochalp zu den Tal-Farmen durch Dorfstraßen.

Herbstfeste (September–November)

Weinfeste: Oktober

Die Wallis- und Waadtländer Weinlesen im Oktober werden von einer Reihe lokaler Feste begleitet. Das bedeutendste ist das Fête des Vendanges in Neuenburg (Ende September).

Zibelemärit, Bern: November

Der Zibelemärit (Zwiebelmarkt) am vierten Montag im November verwandelt Berns Marktplatz in eines der ungewöhnlichsten Saisonevents Europas: 600 Produzenten bringen ihre geflochtenen Zwiebelkränze zum Verkauf. Der Markt wird von einer Konfettischlacht begleitet, die mittags beginnt.

Praktische Planung für Schweizer Feste

Unterkunft früh buchen. Große Festivals – Montreux Jazz, Basler Fasnacht, Locarno – füllen die Umgebungsunterkünfte Monate im Voraus.

Öffentlicher Verkehr zu Festzeiten. Das SBB-Schienennetz bewältigt Festivalgäste gut und fährt an großen Veranstaltungstagen in der Regel Sonderzüge. Der Swiss Travel Pass ist ideal für Festival-Reisen.

Wetternotfallplan. Schweizer Festivals werden bei schlechtem Wetter sehr selten abgesagt.

Regionale Feste, die es wert sind

Graubünden: Chalanda Marz (1. März) ist ein rätoromanisches Frühlingsfest in den Engadiner Tälern.

Wallis: Evolène im Val d’Hérens pflegt Walliser Volkstraditionen einschließlich der Rois des Alpes (Kuhkampf).

Tessin: Der Rabadan-Karneval in Bellinzona im Februar ist das italophonische Äquivalent des Fasnacht.

Appenzell: Der Silvester-Klausen in Urnäsch am 13. Januar (Altes Neujahr) umfasst Gruppen in aufwendigen Pelzkostümen, die mit Kuhglocken von Haus zu Haus ziehen – wohl die archaischste überlebende Schweizer Volkstradition.