Beste Schlittelstrecken in der Schweiz: von Preda-Bergün bis Grindelwald

Beste Schlittelstrecken in der Schweiz: von Preda-Bergün bis Grindelwald

Quick answer

Was ist die beste Schlittelstrecke in der Schweiz?

Die Preda-Bergün-Strecke in Graubünden ist Schweiz' längste beleuchtete Schlittelstrecke mit 6 km und 400 Höhenmetern Abstieg. Die Faulhorn-bis-Grindelwald-First-Strecke ist die landschaftlich dramatischste. Beide bieten Nachtschlitteln auf beleuchteten Abenden.

Schlitteln in der Schweiz: eine ernsthafte Wintertradition

In den meisten Ländern ist Schlittenfahren etwas, das Kinder auf einem nahegelegenen Schneehügel tun. In der Schweiz ist es eine richtig organisierte Wintersportaktivität mit dedizierten Strecken von mehreren Kilometern, offizieller Zeitmessung, Mietbetrieben, Bergbahnzugang und teilweise Beleuchtung für Nachtabfahrten. Schweizer Schlitteln (Schlitteln auf Deutsch) zieht Teilnehmer aller Altersgruppen an.

Die in diesem Leitfaden beschriebenen Strecken sind natürliche Berghänge, die für sichere Schlittelabfahrten präpariert werden — keine künstlichen Bahnen (wie der Cresta Run in St. Moritz oder die olympische Bobbahn). Man fährt auf einem traditionellen Schweizer Holzschlitten (oder modernem Plastikäquivalent), bremst mit den Füssen und steuert mit dem Körpergewicht.

Preda-Bergün, Graubünden: die legendärste Strecke

Die Preda-Bergün-Strecke ist Schweiz’ bekannteste und längste beleuchtete Schlittelstrecke. Sie folgt der Albula-Bahnlinie (UNESCO-Welterbe) hinunter von Preda (1789 m) nach Bergün (1367 m) — 6 km Länge, 400 m Höhenunterschied.

Besonderheiten: Auf der Strecke quert man mehrfach die Albula-Bahnlinie (historische Kurventunnel und Viadukte); die Kombination von Schlitteln und dem Beobachten (und Hören) der historischen Rhätischen Bahn, die die gleiche Strecke auf anderen Höhenzügen absolviert, ist einzigartig.

Nachtschlitteln: An mehreren Abenden pro Woche ist die Strecke beleuchtet und bis 22:00 Uhr geöffnet. Ein Abendessen auf dem Bergün-Bahnhof-Restaurant, gefolgt von der nächtlichen Abfahrt, ist ein unvergessliches Erlebnis.

Praktisches: Regionalbahn ab Chur nach Bergün (1 Std.), dann Albula-Bahn nach Preda (20 Min.). Schlittenmiete in Preda (CHF 12–15). Swiss Travel Pass deckt alle Bahnstrecken.

Faulhorn nach First, Grindelwald: die dramatischste

Die Faulhorn-Strecke (2680 m) hinunter nach Grindelwald First (2168 m) ist nicht die längste, aber die landschaftlich dramatischste Schlittelstrecke der Schweiz. Der Abstieg von einem der bekanntesten Berggasthöfe der Welt (Berghotel Faulhorn, seit 1832) führt über offene Schneehänge mit Eiger, Mönch und Jungfrau direkt vor Augen.

Aufstieg: Zu Fuss ab Bussalp (2 Std.) oder ab Schynige Platte (3 Std.). Kein Lift auf den Faulhorn selbst — der Aufstieg gehört zum Erlebnis.

Schlittenmiete: Am Berghotel oder im Tal mietbar.

Bedingungen: Der Weg ist von Januar bis März schneebedeckt. An schlechten Bedingungen kann der Aufstieg und Abstieg schwieriger sein.

Grindelwald: Zugänglichste Option

Grindelwald First hat eine präparierte Schlittelstrecke für die Gondelbahn-Abfahrt zurück zum Dorf — kürzer als Preda-Bergün (ca. 3 km), aber sehr zugänglich (Gondelbahn auf, Schlitten auf, Abfahrt) und mit exzellentem Eiger-Blick.

Besonderheit: Im Winter bietet Grindelwald First auch Tobogganing-Kurse und Nachtveranstaltungen.

Engelberg: Nachtschlitteln auf Gröbli

Engelberg hat eine der renommiertesten Nachtschlittelstrecken der Zentralschweiz auf der Gröbli-Strecke, zugänglich per Gondel vom Dorf. Mittwoch- und Freitagabende sind typische Nachtschlitteltermine.

Kombination: Nachtschlitteln + Fondueabend in Engelberg ist ein klassisches Wochenprogramm für Wintergäste.

Andere empfehlenswerte Strecken

Chandolin–Saint-Luc, Wallis: Sehr lange Strecke (7 km) mit romantischer Dorfatmosphäre am Ende.

Arosa: Breite, komfortable Strecken in einem familienfreundlichen Resort.

Saanenmöser, Berner Oberland: Nähe zu Gstaad; ruhig und gut präpariert.

Praktisches

Ausrüstung: Schweizer Holzschlitten (Davoser Schlitten) können an fast allen Ausgangspunkten gemietet werden (CHF 8–15 pro Abfahrt). Keine spezielle Ausrüstung nötig ausser warmer Kleidung und Winterschuhen.

Sicherheit: Auf natürlichen Strecken sind Helm (empfohlen), Handschuhe (obligatorisch — zum Bremsen) und ein gut angebundener Schal (nicht freiliegend) wichtig. Kinder unter 5 Jahren sollten auf dem Schoss eines Erwachsenen sitzen.

Timing: Wochentage und Abende sind auf belebten Strecken deutlich ruhiger als Wochenendmittage.