Ist die Schweiz sicher? Der vollständige Sicherheitsleitfaden für Touristen

Ist die Schweiz sicher? Der vollständige Sicherheitsleitfaden für Touristen

Quick answer

Ist die Schweiz für Touristen sicher?

Ja. Die Schweiz gehört konstant zu den sichersten Ländern der Welt. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten. Die wichtigsten Risiken sind bergbezogen: Wetterumschwünge, die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten auf Wanderwegen und die Höhe. Kennen Sie die Notrufnummern: 112 (allgemein), 117 (Polizei), 144 (Ambulanz), 1414 (REGA-Luftrettung).

Die Sicherheitsbilanz der Schweiz

Die Schweiz ist nach allen objektiven Maßstäben eines der sichersten Länder der Welt für Touristen. Sie belegt konstant Spitzenplätze im Global Peace Index, hat extrem niedrige Raten an Gewaltkriminalität und ist gut organisiert, gut polizeilich gesichert und gut beleuchtet. Die überwiegende Mehrheit der Besucher reist durch die Schweiz, ohne jemals einen Sicherheitsvorfall zu erleben.

Dennoch ist kein Reiseziel völlig risikolos, und die Schweiz hat spezifische Gefahren im Zusammenhang mit ihrer alpinen Geografie, ihren Bergwettermustern und – in bestimmten touristenstarken Gebieten – Kleinkriminalität. Wer diese Risiken versteht und weiß, was im Ernstfall zu tun ist, reist deutlich entspannter.

Dieser Leitfaden behandelt die Sicherheit in Städten, Risiken in den Bergen und durch das Wetter, die Schweizer Rettungsdienste und die Reiseversicherung – alles, was Sie brauchen, um die Schweiz mit Zuversicht zu bereisen.

Auf einen Blick
Notrufnummer112 (allgemein), 117 (Polizei), 144 (Ambulanz), 1414 (REGA-Luftrettung)
HauptrisikoWetterumschwünge in den Bergen und Überschätzung der Wegschwierigkeit, nicht Kriminalität
Taschendiebstahl-HotspotsZürich Langstrasse, Genf Cornavin, Luzerner Kapellbrücke/Anlegestellen im Sommer
VersicherungUnverzichtbar – bestätigen Sie, dass Bergrettung/Helikopterevakuierung ausdrücklich abgedeckt ist
Beste VorsichtsmaßnahmeDie REGA-App herunterladen und vor jedem Bergtag MeteoSchweiz prüfen

Sicherheit in Städten

Schweizer Städte – Zürich, Genf, Basel, Bern, Luzern – sind nach jedem internationalen Vergleich sicher. Nachts allein durch die Stadtzentren zu laufen ist für Männer und Frauen generell sicher. Der öffentliche Verkehr fährt zuverlässig bis in die Nacht und ist sicher, und der Swiss Travel Pass deckt Züge, Busse und Schiffe ab, sodass Sie abends nie festsitzen.

Taschendiebstahl ist das häufigste Problem, dem Touristen begegnen. Das Zürcher Langstrasse-Quartier, die Gegend rund um den Genfer Hauptbahnhof (Gare Cornavin) und beliebte Touristenstätten in Luzern (der Bereich um die Kapellbrücke, die Schiffsanlegestellen) haben aktive Taschendiebe, besonders im Sommer, wenn die Menschenmassen am dichtesten sind. Das sind keine Gewaltdelikte, sondern Gelegenheitsdiebstähle von Taschen und Handys bei abgelenkten Touristen.

Standardvorsichtsmaßnahmen sind wirksam:

  • Umhängetasche oder Gürteltasche für Reisepass, Bargeld und Karten verwenden
  • Handys in der vorderen Tasche statt in der Gesäßtasche tragen
  • Taschen in belebten Restaurants nicht über Stuhllehnen hängen
  • An Ticketautomaten und Geldautomaten auf die Umgebung achten, denn dort ist das Ausspähen über die Schulter der häufigste Trick
  • Gepäck auch nicht kurz unbeaufsichtigt in Bahnhöfen lassen

Drogenanlaufstellen: Einige Schweizer Städte haben ausgewiesene Bereiche für Drogenkonsum (Zürich hatte den berühmten Platzspitz, den „Needle Park”, der inzwischen verlegt wurde und anders betreut wird). Diese Bereiche sind kontrolliert und für Touristen in der Regel keine Bedrohung, aber gut zu wissen, wenn Sie in manchen Stadtvierteln abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs sind.

Betrugsmaschen: Die Schweiz hat weniger Touristenbetrug als viele europäische Hauptstädte, doch die häufigsten Maschen sind: Leute, die Sie ansprechen, damit Sie eine Petition unterschreiben, und dann Geld verlangen, die „gefundener Ring”-Masche und Hütchenspieler an Touristenorten. Gehen Sie selbstbewusst weiter.

Berg- und Wandersicherheit

Die Berge sind die größte Attraktion der Schweiz – und ihr bedeutendstes Sicherheitsrisiko für Touristen. Der SAC (Schweizer Alpen-Club) und die Bergrettungsdienste rücken jedes Jahr zu Tausenden von Vorfällen aus, die meisten davon: Wanderer, die ihre Fitness oder ihr Können auf einem Weg überschätzt haben, plötzliche Wetterumschwünge und Stürze auf steilem Gelände.

Die Schweiz ist kein Reiseziel, in dem man davon ausgehen kann, dass jeder markierte Weg einfach ist. Schweizer Wege sind farbkodiert:

  • Gelbes Schild, gelbe Markierungen: Wanderwege. Für jeden mit guten Wanderschuhen und mäßiger Fitness geeignet. Gepflegte Wege, teils steil.
  • Weiß-rot-weiße Markierungen: Bergwanderwege. Erfordern gute körperliche Fitness, Trittsicherheit und geeignetes Schuhwerk (Wanderstiefel). Können steile, schmale, felsige Pfade und exponierte Stellen enthalten.
  • Weiß-blau-weiße Markierungen: Alpinwanderwege (alpine Routen). Erfordern Bergsteigererfahrung, geeignete Ausrüstung (Klettergurt, teils Seile) und Orientierungskenntnisse. Nicht für gelegentliche Wanderer geeignet.

Viele Touristen unterschätzen die gelb-roten Wege, erscheinen in Turnschuhen, stellen fest, dass der Weg viel steiler und anspruchsvoller ist als erwartet, und geraten in Schwierigkeiten. Eine ehrliche Einschätzung von Fitness und Schuhwerk vor dem Aufbruch ist die wichtigste Sicherheitsentscheidung, die Sie treffen können. Wenn Sie lieber nicht allein navigieren möchten, nimmt Ihnen ein geführter Ausflug wie die Tagesfahrt von Luzern zum Grindelwald First die Routenfindung ab.

Höhe: Die Schweiz hat Seilbahnen und Bergbahnen, die Besucher ohne körperliche Anstrengung auf beträchtliche Höhen bringen. Das Jungfraujoch liegt auf 3 454 Metern, der Gornergrat oberhalb von Zermatt auf 3 089 Metern, das Klein Matterhorn (Matterhorn Glacier Paradise) auf 3 883 Metern. In diesen Höhen erleben manche Besucher leichte Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Kurzatmigkeit). Das ist normal, besonders wenn man schnell aus tiefer Lage aufsteigt.

Zur Risikominderung: ausreichend trinken, möglichst allmählich aufsteigen, direkt nach der Ankunft in der Höhe schwere Anstrengung vermeiden und bei starken Symptomen absteigen. Die meisten leichten Symptome klingen innerhalb ein bis zwei Stunden in der Höhe ab. Bei schweren Symptomen (Verwirrtheit, Unfähigkeit, geradeaus zu gehen, Atemnot in Ruhe) sofort absteigen.

Gletscher: Wenn Sie auf oder in der Nähe von Gletschern unterwegs sind – die in mehreren Gebieten der Schweiz zugänglich sind – verlassen Sie nie die markierten Wege. Gletschergelände hat verdeckte Spalten. Halten Sie sich an markierte Gletscherwanderwege und gehen Sie für jede selbstständige Gletschererkundung mit einem zertifizierten Bergführer.

Bergwetter

Das Schweizer Bergwetter ist der wichtigste Faktor hinter den meisten alpinen Vorfällen mit Touristen. Die Bedingungen ändern sich schneller und dramatischer als in vielen anderen Gebirgen, und schönes Wetter am Morgen ist keine Garantie für den Nachmittag.

Nachmittägliche Gewitter sind im Juli und August extrem häufig, besonders auf hohen Graten und Gipfeln. Ein typisches Muster: klarer Morgen, ab Mittag aufbauende Wolken, Gewitter zwischen 14 und 17 Uhr mit Blitzen, starkem Wind und rapidem Temperatursturz. Die Standardvorsichtsmaßnahme: Wanderungen früh beginnen und vor dem frühen Nachmittag unterhalb der Baumgrenze oder in einer Hütte sein.

Blitzschlag: Auf exponierten Graten, Berggipfeln und offenem Alpengelände ist Blitzschlag eine echte Gefahr. Wenn Sie ein Gewitter nahen sehen und auf einem exponierten Grat sind:

  • Wenn möglich sofort absteigen
  • Einzelne Bäume, Metallkonstruktionen und Grate meiden
  • Wenn Sie im Freien überrascht werden: niedrig kauern (nicht flach hinlegen), Füße zusammenhalten und sich von Gipfeln entfernen
  • Nicht in flachen Höhlen oder unter Überhängen Schutz suchen – sie können als Blitzableiter wirken

Nebel und tiefe Wolken: Nebel kann sich schnell auf Bergwege senken und die Sicht auf wenige Meter reduzieren. Wegmarkierungen sind dann schwerer zu erkennen. Tragen Sie immer ein geladenes Handy mit Offline-Karte bei sich oder nutzen Sie ein GPS-Gerät. Die SBB-App funktioniert offline für den Verkehr, aber nicht zur Wegnavigation – laden Sie maps.me oder eine spezielle Wander-App mit Offline-Topografie der Schweiz herunter.

Bach- und Flussquerungen: Starker Regen kann normalerweise sanfte Bäche rasch anschwellen lassen. Versuchen Sie nie, einen angeschwollenen Bergbach zu durchqueren. Ist ein Weg durch Hochwasser blockiert, kehren Sie um.

Lawinengefahr: Relevant vor allem im Winter und Frühling in der Höhe. Prüfen Sie vor jeder Aktivität im freien Gelände oder abseits der Piste im Winter täglich das Lawinenbulletin des SLF (WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung) unter avalanche.report. Alle Skigebiete markieren Pistensperrungen wegen Lawinengefahr – respektieren Sie diese ausnahmslos.

Notrufnummern

Diese wesentlichen Nummern sollten Sie vor der Reise im Telefon speichern:

112 – Europäische Standard-Notrufnummer. Funktioniert von jedem Mobiltelefon in der Schweiz, auch ohne SIM-Karte. Verbindet mit allen Rettungsdiensten. Nutzen Sie sie, wenn Sie nicht sicher sind, welchen Dienst Sie brauchen.

117 – Schweizer Polizei (Polizei/Police/Polizia). Bei Straftaten, Unfällen und Störungen der öffentlichen Ordnung.

118 – Feuerwehr.

144 – Schweizer Ambulanz (Sanität/Ambulance/Ambulanza). Für medizinische Notfälle in tieferen Lagen und in Städten.

1414 – REGA (Schweizerische Rettungsflugwacht). Die Schweizer Luftrettungsorganisation, die mit Helikoptern arbeitet. Unverzichtbar bei Bergnotfällen, wo der Zugang per Bodenrettung eingeschränkt oder unmöglich ist. Die REGA deckt das gesamte Schweizer Territorium ab und ist in den meisten Landesteilen typischerweise innerhalb von 15 Minuten vor Ort.

140 – TCS-Pannenhilfe (Touring Club Schweiz). Bei Fahrzeugpannen und Verkehrsunfällen.

Beim Notruf von einem Bergstandort aus: Geben Sie Ihren Standort so präzise wie möglich an. Nutzen Sie eine what3words-Adresse, falls Sie sie kennen (die REGA-App unterstützt dies), eine GPS-Koordinate von Ihrem Handy oder beschreiben Sie Orientierungspunkte. Schweizer Notrufzentralen sprechen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.

REGA: die Schweizerische Rettungsflugwacht

Die REGA verdient besondere Erwähnung. Die Schweizerische Rettungsflugwacht (REGA) betreibt eine Flotte von Helikoptern und einen Medizinaljet-Service, der das gesamte Schweizer Territorium abdeckt. Bei Bergnotfällen – verletzte Wanderer, verirrte Spaziergänger, plötzliche medizinische Zwischenfälle in der Höhe – ist die REGA typischerweise die erste Hilfe.

Die REGA betreibt ein Gönnersystem: Mit einem jährlichen Beitrag von CHF 40 pro Erwachsenem (Kinder gratis) werden Sie REGA-Gönner. Im Gegenzug erlässt die REGA den persönlichen Beitrag, der von Ihrer Versicherung nicht gedeckt wird, für Einsätze in der Schweiz. Für häufige Schweiz-Besucher oder wer ernsthafte Bergaktivitäten plant, ist die Gönnerschaft eine sehr vernünftige Investition.

Laden Sie die REGA-App (iOS und Android) vor der Reise herunter. Sie ermöglicht es, im Notfall Ihre genauen GPS-Koordinaten mit einem Tastendruck direkt an die REGA-Einsatzzentrale zu übermitteln. Das kann in abgelegenem Berggelände, wo eine mündliche Standortbeschreibung schwierig ist, lebensrettend sein.

Reiseversicherung

Eine Reiseversicherung ist für die Schweiz unerlässlich. Die Gründe sind spezifisch für den Schweizer Kontext:

Die Schweizer Gesundheitsversorgung ist erstklassig, aber extrem teuer. Ein Helikopter-Rettungsflug durch die REGA, gefolgt von einer Notfallbehandlung in einem Schweizer Spital, kann zehntausende Schweizer Franken kosten. Ohne Versicherung fallen diese Kosten vollständig auf Sie.

Was Ihre Reiseversicherung für die Schweiz abdecken sollte:

  • Notfallärztliche Behandlung (mindestens CHF 1 Million empfohlen)
  • Bergrettung und Helikopterevakuierung (ausdrücklich – manche Basistarife schließen „gefährliche Aktivitäten” aus, was auch Wandern einschließen kann)
  • Rückführung in Ihr Heimatland
  • Reiserücktritt und Verzögerungen
  • Gepäckverlust (weniger entscheidend, aber nützlich)

Lesen Sie das Kleingedruckte zu den Ausschlüssen für „gefährliche Aktivitäten”. Normales Wandern auf markierten gelben Wegen sollte von praktisch jeder Reiseversicherung abgedeckt sein. Bergwanderwege (weiß-rot-weiß) und Klettersteige können eine spezifische Deckung oder Zusatzbausteine für Abenteuersport erfordern. Skitouren, Gletscherwanderungen und Klettern erfordern Spezialpolicen.

EHIC-/GHIC-Karten (EU/UK) bieten einen gewissen Krankenversicherungsschutz in der Schweiz, decken aber keine Bergrettungskosten, Helikopterevakuierung oder Rückführung ab. Sie sind eine Ergänzung zur Reiseversicherung, kein Ersatz.

Straßenverkehrssicherheit

Die Schweiz hat strikte Verkehrsgesetze und eine hervorragende Verkehrssicherheitsbilanz. Die wichtigsten Risiken für Autofahrer:

  • Geschwindigkeitslimits werden durch Radargeräte durchgesetzt (üblich und weitgehend unmarkiert)
  • Die Autobahnvignette (CHF 40) ist vor der Auffahrt auf jede Schweizer Autobahn obligatorisch – wer keine angebracht hat, muss mit einer erheblichen Busse rechnen. Details im Mietwagen-Leitfaden.
  • Bergpassstraßen können eng sein mit steilen Abgründen – langsam fahren und Ausweichstellen nutzen
  • Schneeketten sind unter bestimmten Bergbedingungen gesetzlich vorgeschrieben – die Mietwagenfirmen beraten Sie
  • Die Promillegrenze ist niedriger als in manchen Ländern (0,5 Promille)

Sicherheit für Frauen

Die Schweiz ist generell sehr sicher für allein reisende Frauen. Unerwünschte Annäherungen sind nach europäischem Vergleich ungewöhnlich. Es gelten dieselben üblichen städtischen Vorsichtsmaßnahmen wie überall: in überfüllten Touristengebieten aufmerksam sein, nachts gut beleuchtete Straßen nutzen und in unangenehmen Situationen auf das Bauchgefühl hören.

Es gibt keine spezifischen Bereiche in Schweizer Städten, die Frauen grundsätzlich meiden sollten, auch wenn die Ausgehviertel größerer Städte spätnachts lauter und chaotischer sein können.

LGBTQ+-Sicherheit

Die Schweiz ist ein tolerantes, progressives Land. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist seit 2022 legal. LGBTQ+-Reisende werden Schweizer Städte offen und willkommend finden, mit etablierten Communities und LGBTQ+-freundlichen Lokalen, besonders in Zürich und Genf. Öffentliche Zuneigungsbekundungen werden in städtischen Gebieten generell akzeptiert. In ländlichen und konservativeren Gegenden ist die LGBTQ+-Szene weniger sichtbar, Feindseligkeiten sind aber selten.

Wassersicherheit

Schweizer Seen und Flüsse können auch im Sommer kalt sein, besonders gletschergespeiste Seen und schnell fließende Flüsse. Das Schwimmen an ausgewiesenen Badestellen (Badis) ist sicher und beliebt. Beim Schwimmen in Flüssen gibt es spezielle Risiken – die Strömungen in Rhein, Aare und Rhone können stark und trügerisch sein. Das Aareschwimmen durch Berns Altstadt ist eine beliebte lokale Tradition, erfordert aber Kenntnis der Strömung und der Ausstiegsstellen. Versuchen Sie kein Flussschwimmen ohne Ortskenntnis.

Tiergefahren

Zeckenbisse sind in Schweizer Wäldern und niedrigen Alpenwiesen (unterhalb von etwa 1 500 Metern) von Frühling bis Herbst ein echtes Thema. Zecken in der Schweiz können Lyme-Borreliose und in manchen Gebieten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Tragen Sie in Waldgebieten lange Hosen, die in die Socken gesteckt werden, verwenden Sie Insektenschutzmittel und suchen Sie nach Waldspaziergängen nach Zecken. Eine FSME-Impfung ist für Besucher sinnvoll, die längere Zeit in bewaldeten Alpengebieten verbringen wollen.

Wildtiere: In den Bergen leben Steinböcke, Gämsen, Wölfe (kürzlich wieder angesiedelt) und Murmeltiere. Halten Sie Abstand zu Wildtieren. Nähern Sie sich wilden Tieren nicht und füttern Sie sie nicht.

Zusammenfassung: Sicherheit in der Schweiz

Die Sicherheitsbilanz der Schweiz ist ausgezeichnet. Die häufigsten Probleme, die Touristen betreffen:

  1. Taschendiebstahl in touristenreichen Bereichen – durch sicheres Aufbewahren von Wertsachen gemindert
  2. Überschätzung in den Bergen – durch ehrliche Einschätzung der Wegschwierigkeit und geeignetes Schuhwerk gemindert
  3. Wetterumschwünge – durch frühen Wanderbeginn, Prüfung der Vorhersagen und Mitführen einer wasserdichten Schicht gemindert (siehe die Packliste für die Schweiz)
  4. Fehlende Reiseversicherung – durch Abschluss einer ausreichenden Deckung vor der Reise gemindert

Die Notrufnummer 112 verbindet Sie mit Hilfe überall in der Schweiz. Die REGA (1414) ist der Spezialist für Bergrettung. Laden Sie die REGA-App herunter. Schließen Sie eine Reiseversicherung ab, die Bergaktivitäten abdeckt. Und genießen Sie die Berge mit dem angemessenen Respekt vor ihren Bedingungen.

Für weitere Reiseplanung lesen Sie den Leitfaden zur Fortbewegung in der Schweiz und den Leitfaden zur besten Reisezeit für die Schweiz.

Sicherheit nach Jahreszeit

Das Risikoprofil der Schweiz verschiebt sich mit den Jahreszeiten. Wer weiß, was zu welcher Zeit am wichtigsten ist, kann sich gezielt vorbereiten.

Frühling (März–Mai): Die dynamischste Jahreszeit für Berggefahren. Schneebrücken über Bergbächen können instabil sein. Die Lawinengefahr an steilerem Gelände bleibt im März und April erheblich. Wege in höheren Lagen können zu Saisonbeginn vereist oder schneebedeckt sein, auch wenn die Bedingungen vom Tal aus gut aussehen. Erkundigen Sie sich beim örtlichen Tourismusbüro nach dem aktuellen Wegzustand, bevor Sie im Frühling einen Bergweg oberhalb von 1 500 Metern antreten.

Hochwasser: Die Frühlingsschneeschmelze kann Flüsse und Bäche rasch anschwellen lassen, besonders von Mitte April bis Mai. Talstraßen an schnell fließenden Flüssen werden nach starkem Regen gelegentlich gesperrt.

Sommer (Juni–August): Die Hochsaison und generell die unkomplizierteste Zeit in Sachen Sicherheit. Die Hauptrisiken sind Gewitter (siehe den Abschnitt Bergwetter oben) und zu viel UV-Strahlung in der Höhe. Das Schwimmen in Seen ist beliebt und an ausgewiesenen Badestellen (Badis) in der Regel sicher – Schwimmen in Flüssen erfordert Kenntnis der lokalen Strömungen. Das Aareschwimmen in Bern ist eine besondere lokale Tradition mit eigenen Sicherheitsrichtlinien.

Herbst (September–Oktober): Ausgezeichnete Bedingungen zum Wandern, doch das Wetter wird ab Mitte Oktober wechselhafter. Einige höher gelegene Routen schließen. Jagdsaison in Waldgebieten: Wanderer sind in der Regel nicht gefährdet, aber im Oktober ist eine leuchtend farbige Schicht in Waldgebieten sinnvoll. Nebel in Talgebieten kann die Sicht auf Straßen beeinträchtigen.

Winter (November–März): Die Lawinengefahr wird für alle relevant, die abseits der Piste Ski fahren oder Winteraktivitäten im Gebirge unternehmen. Zu den städtischen Wintergefahren gehören vereiste Gehwege in Städten und Ortschaften – geeignetes Schuhwerk (wasserdicht, griffige Sohle) ist unerlässlich. Empfehlungen zu Winterschuhen finden Sie im Packlisten-Leitfaden.

Gesundheitsrisiken und medizinische Vorbereitung

Für die Schweiz sind aus den meisten westlichen Ländern keine Impfungen vorgeschrieben. Einige werden aber empfohlen:

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Impfung empfohlen bei längeren Aufenthalten in Waldgebieten, besonders im Frühling und Sommer. Zwei Dosen vor der Reise (mit einer dritten Auffrischung 9–12 Monate später) bieten mehrere Jahre Schutz. Sprechen Sie 6–8 Wochen vor der Reise mit Ihrem Arzt.
  • Lyme-Borreliose: Kein Impfstoff verfügbar (in den meisten Ländern); die Vorbeugung erfolgt durch Zeckenbewusstsein und rasches Entfernen von Zecken.
  • Hepatitis A/B: Standard-Reiseimpfungen, die man aktuell halten sollte.

Rezepte: Die Schweiz hat in allen Ortschaften hervorragende Apotheken (Apotheke/Pharmacie), aber verschreibungspflichtige Medikamente werden nur mit gültigem Rezept abgegeben. Nehmen Sie ausreichende Vorräte regelmäßiger Medikamente mit und führen Sie eine Kopie des Rezepts bei sich. Markennamen können sich von denen in Ihrem Heimatland unterscheiden.

Höhenkrankheit (akute Bergkrankheit): Wie im Abschnitt Bergsicherheit erwähnt, erleben manche Besucher am Jungfraujoch (3 454 m) und an anderen hochgelegenen Seilbahnzielen Symptome. Acetazolamid (Diamox) wird von Ärzten manchmal für Reisen in große Höhen verschrieben. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt, wenn Sie Bedenken haben, besonders bei Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen.

Lebensmittel- und Wassersicherheit: Die Schweiz hat einige der höchsten Trinkwasserstandards der Welt. Leitungswasser und Wasser aus Bergbrunnen ist überall trinkbar. Auch die Lebensmittelstandards sind ebenso hoch. Reisedurchfall durch Essen oder Wasser ist äußerst selten.

Sonne und Hitze: Im Sommer können die Temperaturen in den Tälern bei Hitzewellen 35 °C übersteigen. Trinken Sie ausreichend, nutzen Sie in den Nachmittagsstunden den Schatten und bedenken Sie, dass ältere Gebäude (auch viele Schweizer Hotels) möglicherweise keine Klimaanlage haben. In der Höhe bedeutet die Kombination aus Hitze durch Sonneneinstrahlung und Kälte durch Wind, dass das Zwiebelprinzip auch bei heißem Wetter wichtig bleibt.

Nützliche Kontakte und Ressourcen

SOS Europe (europaweite Notfall-App): Verfügbar für iOS und Android. Bündelt die Notrufnummern europäischer Länder und funktioniert offline.

Schweizer Wetterdienst (MeteoSchweiz): meteoswiss.ch und die MeteoSwiss-App. Unverzichtbar, um vor jedem Tag im Freien die Bergwetterprognose zu prüfen. Die bergspezifische Vorhersage nach Höhenzonen ist das nützlichste Werkzeug.

SLF-Lawinenbulletin: avalanche.report. Täglich aktualisierte Lawinengefahrenstufen für alle Schweizer Regionen. Unverzichtbar vor jeder Aktivität abseits der Piste oder im freien Gelände im Winter.

Schweizer Alpen-Club (SAC): sac-cas.ch. Betreibt Berghütten in der ganzen Schweiz und informiert über den Zustand der Wege. SAC-Hüttenwarte sind oft die beste Quelle für aktuelle lokale Weginformationen.

REGA-App (1414): Die wichtigste Notfall-App für Bergreisen in der Schweiz. Laden Sie sie vor Ihrer Reise herunter und stellen Sie sicher, dass die Ortungsdienste aktiviert sind.

Die Sicherheitsinfrastruktur der Schweiz gehört zu den besten der Welt. Wer die Risiken kennt, sich angemessen vorbereitet (Ausrüstung siehe die Packliste für die Schweiz) und den richtigen Versicherungsschutz hat, kann sich darauf konzentrieren, eines der großen Reiseziele der Welt mit Zuversicht zu erleben.

Sicherheit bei Panoramazügen und Bergbahnen

Touristen denken selten an Panoramazug- und Bergbahnfahrten als Sicherheitsthema, aber ein paar Punkte sind wissenswert. Beim Glacier Express und Bernina Express sind Türen und Fenster während der Fahrt verriegelt, und das Personal setzt die üblichen Bahnsicherheitsregeln durch – das Hauptrisiko besteht schlicht darin, einen knappen Anschluss zu verpassen, nicht in etwas Körperlichem.

Bergbahnen zu Gipfeln wie dem Jungfraujoch, dem Schilthorn und den Aussichtspunkten am Aletschgletscher stellen bei starkem Wind aus Sicherheitsgründen für die Passagiere den Betrieb ein – prüfen Sie die Website des Betreibers, falls Wind vorhergesagt ist, und planen Sie einen Ausweichtag ein (siehe Regentag-Aktivitäten), statt den ganzen Tag wegen einer Schließung zu verlieren.

Geld- und Kartensicherheit

Die Schweiz ist weitgehend eine Karten- und Mobile-Payment-Gesellschaft, was das bargeldbezogene Diebstahlrisiko senkt. Tragen Sie dennoch einen kleinen Betrag Schweizer Franken für abgelegene Berghütten, PostAuto-Tickets und Marktstände bei sich, die möglicherweise keine ausländischen Karten akzeptieren. Nutzen Sie Bankautomaten (an einer Bankfiliale) statt freistehender Automaten in Ausgehvierteln, und prüfen Sie jeden manipuliert wirkenden Automaten auf Kartenskimmer – in der Schweiz selten, aber an stark touristischen Orten nicht unbekannt.