Kostenlose Erlebnisse in jeder Schweizer Stadt: Der komplette Guide

Kostenlose Erlebnisse in jeder Schweizer Stadt: Der komplette Guide

Die Schweiz gratis: Es ist möglicher, als Sie denken

Die Schweiz hat den Ruf, teuer zu sein — und in vielerlei Hinsicht ist dieser Ruf verdient. Ein Kaffee kostet CHF 5, ein Bier CHF 7, ein Museumsticket CHF 20. Die Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten Europas, und diese Kosten fliessen in praktisch jede touristische Transaktion ein.

Aber die Naturlandschaften, historischen Altstädte und die öffentliche Infrastruktur der Schweiz sind überwiegend gratis. Die Alpen kosten nichts anzuschauen. Die Flüsse kosten nichts zum Schwimmen. Die mittelalterlichen Stadtzentren, die Aussichtspunkte, die Parks, die Brunnen — die Dinge, die die Schweiz visuell aussergewöhnlich machen — erfordern keinen Eintritt. Viele der interessantesten Museen des Landes bieten gratis Sonntagseintritt. Die öffentlichen Badeplätze (Badi), die Einheimische jeden Sommer nutzen, sind gratis oder nahezu.

Dieser Ratgeber behandelt acht Schweizer Städte und listet die wirklich kostenlosen Erlebnisse in jeder auf — nicht “relativ erschwingliche” Dinge, sondern solche, die nichts kosten. Nutzen Sie ihn zusammen mit dem Ratgeber Budgetreisen Schweiz und den Tipps zum Geldsparen in der Schweiz für ein vollständiges Bild.


Zürich

Die grösste Stadt der Schweiz hat den Ruf, die teuerste des Landes zu sein. Sie ist auch die Stadt mit den meisten kostenlosen Erlebnissen.

Aussichtspunkt Lindenhof: Der Lindenhof ist ein flacher, kiesbedeckter Hügelplatz mitten in der Altstadt, jederzeit gratis zu betreten. Von der niedrigen Mauer am südlichen Rand blicken Sie über die Limmat zum Grossmünster und über die Dächer Richtung See. Kein Eintritt, keine Warteschlangen, rund um die Uhr geöffnet. Das ist wohl der beste kostenlose Aussichtspunkt jeder Schweizer Stadt.

Baden im Zürichsee (Badi): Zürichs öffentliche Badi-Kultur ist aussergewöhnlich. Die Strandbäder Mythenquai und Tiefenbrunnen am See verlangen im Sommer eine kleine Eintrittsgebühr (CHF 8), aber mehrere städtische Flussbäder — besonders das Flussbad Oberer Letten an der Limmat — sind ganzjährig komplett gratis. Einheimische treiben an Sommertagen in der Flussströmung flussabwärts. Die Seebadis ausserhalb der Saison (Oktober bis April) sind gratis.

Altstadtspaziergänge: Zürichs Quartiere Niederdorf und Lindenhügel sind wie gemacht zum Spazieren. Die engen Gassen, Zunfthäuser, Höfe sowie Grossmünster und Fraumünster sind alle ohne Gebühren zugänglich (der Zugang zu manchen Kirchentürmen ist allerdings kostenpflichtig). Die Zwillingstürme des Grossmünsters sind aus jedem Winkel der Altstadt erkennbar.

Museum Rietberg gratis Samstage: Das Museum Rietberg — Zürichs Museum für aussereuropäische Kulturen, in einer Villa und einem Pavillon im Rieterpark untergebracht — ist am ersten Samstag jedes Monats gratis. Es beherbergt eine der feinsten Sammlungen asiatischer Kunst in Mitteleuropa.

Kunsthaus Zürich, gratis Tage für die Sammlung: Der Kunsthaus-Erweiterungsbau (2021 eröffnet) ist eines der grössten Kunstmuseen der Schweiz. Die ständige Sammlung ist mittwochs von 17:00–21:00 Uhr gratis. Für die Sonderausstellungen braucht es ein Ticket.

Rieterpark und Botanischer Garten: Der Rieterpark rund um das Museum Rietberg ist einer der schönsten englischen Landschaftsgärten der Schweiz — gratis Eintritt, in jeder Jahreszeit wunderschön. Auch der Botanische Garten der Universität Zürich an der Zollikerstrasse ist gratis.


Genf

Genf ist Sitz der UNO, des Roten Kreuzes und von CERN — und dennoch sind einige seiner interessantesten öffentlichen Räume völlig kostenlos.

Jet d’Eau: Der ikonische 140 Meter hohe Wasserstrahl auf dem Genfersee ist von den meisten Teilen der Stadt sichtbar und gratis über den Steg (Quai Gustave-Ador) erreichbar. Sie können den Steg entlanggehen bis auf 30 Meter an die Basis heran — Sie werden dabei etwas benetzt. Kein Ticket nötig, ganzjährig geöffnet (der Strahl wird bei sehr starkem Wind sowie im Januar und Februar zur Wartung abgeschaltet).

Reformationsmauer (Mur des Réformateurs): Im Parc des Bastions, zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt, ist die Reformationsmauer ein 100 Meter langes Steindenkmal mit riesigen geschnitzten Figuren von Calvin, Farel, Beza und Knox neben weiteren Reformationsführern. Der Park selbst ist gratis, täglich geöffnet und beherbergt Genfs beliebteste Freiluft-Schachspiele (riesige Figuren auf einem festen Schachbrett).

Altstadt (Vieille Ville) zu Fuss: Genfs Altstadt auf dem Hügel über dem See ist gratis zu erkunden. Die Cathédrale Saint-Pierre (wo Calvin predigte) erlaubt gratis Eintritt ins Hauptschiff; die archäologische Stätte darunter und der Nordturm sind kostenpflichtig.

Palais des Nations, Aussenbereich und Park: Der europäische Sitz der Vereinten Nationen. Geführte Innentouren sind verfügbar (CHF 15), aber der umliegende Ariana-Park ist gratis begehbar, mit Blick auf den Mont Blanc an klaren Tagen.

Musée d’Art et d’Histoire (MAH), gratis am ersten Sonntag: Das Musée d’Art et d’Histoire — Genfs grösstes Museum — ist am ersten Sonntag jedes Monats gratis zu besuchen. Die ständige Sammlung umfasst ägyptische Altertümer, mittelalterliche Gemälde und angewandte Kunst. Für unter 18-Jährige ist der Eintritt ganzjährig gratis.

Flohmarkt Plainpalais: Jeden Mittwoch und Samstag beherbergt der grosse Platz Plaine de Plainpalais einen Flohmarkt. Gratis zum Stöbern. Verkauft Antiquitäten, Vintage-Kleidung, Sammlerstücke und allgemeinen Trödel — ein ausgesprochen lokales Genfer Erlebnis, beliebt bei Studierenden der nahen Universität.


Bern

Die Bundeshauptstadt der Schweiz gehört auch zu den lebenswertesten und begehbarsten Städten. Die arkadenüberdachten Strassen (Lauben) bedeuten, dass Berns Altstadt selbst bei Regen angenehm erkundbar ist.

Bärenpark: Der Bärenpark am östlichen Rand der Altstadt ist Berns berühmteste kostenlose Attraktion. Ein Freiluft-Hanggehege, das zur Aare hinunterführt, beherbergt lebende Braunbären — bis zu fünf gleichzeitig. Das Aussengehege ist gratis und von der Strasse oberhalb sichtbar; das umschlossene Habitat jenseits der Brücke verlangt ebenfalls keine Gebühr. Ganzjährig geöffnet; die Bären sind morgens und am späten Nachmittag am aktivsten.

Aussichtspunkt Rosengarten: Der Rosengarten oberhalb des Bärenparks ist ein formaler Terrassengarten mit einem berühmten Panorama über die Dächer der Altstadt, die Aareschleife und (an klaren Tagen) die gesamte Kette der Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau. Jederzeit gratis. Der Garten beherbergt rund 200 Rosensorten, am schönsten von Ende Mai bis Mitte Juli.

Münster (Kathedrale) und Terrasse: Das Berner Münster ist eine der schönsten gotischen Kathedralen der Schweiz. Der Eintritt ins Hauptschiff ist gratis. Die Terrasse daneben überblickt die Aare und die Alpen. Der Turm verlangt eine kleine Gebühr zum Erklimmen, aber die Terrassenebene ist gratis.

Die Altstadt selbst: Berns Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die sechs Kilometer arkadenüberdachter Gehwege, der Zeitglockenturm (beobachten Sie zur vollen Stunde von aussen gratis, wie die mechanischen Figuren auftreten), der Kindlifresserbrunnen (eine bizarre und berühmte mittelalterliche Skulptur) und das Äussere des Bundeshauses sind alle Teil eines kostenlosen Selbstführungsrundgangs.

Gurtenpark: Der Hausberg über Bern (858 m) ist mit der Standseilbahn erreichbar (CHF 9 Hin- und Rückfahrt) — aber der Park oben ist gratis zu erkunden. Alternativ ist der Gurten aus mehreren Richtungen zu Fuss erreichbar, wenn Sie das gesamte Erlebnis zu null Kosten möchten.

Bundeshaus, Aussenansicht: Das Schweizer Bundesparlamentsgebäude am Bundesplatz ist vom Platz aus jederzeit einsehbar. Geführte Innentouren sind gratis und finden regelmässig statt, wenn das Parlament nicht tagt — Buchung auf der Parlamentswebsite. Der Bundesplatz ist auch Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte, den Weihnachtsmarkt und die Sommer-Wasserfontänenshow (bei der Wasserstrahlen aus dem Pflaster schiessen — gratis und bei Kindern beliebt).


Basel

Basel ist die Kunststadt der Schweiz, Sitz der Art Basel (der weltweit bedeutendsten Kunstmesse) und hat pro Kopf mehr Museen als fast jede andere Schweizer Stadt. Es ist auch die Heimat des besten kostenlosen Freibadens der Schweiz.

Öffentliches Rheinschwimmen: Baslerinnen und Basler schwimmen jeden Sommer aus Bürgerstolz im Rhein. Die Strömung trägt Sie sanft auf einer festgelegten Route flussabwärts; Sie packen Ihre Sachen in einen wasserdichten Beutel (Wickelfisch), schwimmen und gehen dann am Ufer zurück. Der Zugang zum Fluss ist an mehreren Stellen auf der Kleinbasler Seite gratis. Keine Infrastruktur nötig — nur ein Handtuch und Vertrauen in eine sanfte Flussströmung.

Münsterplatz und Münsterterrasse: Das Basler Münster steht auf einer Terrasse über dem Rhein mit einem der schönsten Flussblicke der Stadt. Die Münsterterrasse (Pfalz) ist jederzeit gratis. Das Kircheninnere ist gratis; der Kreuzgang ist gratis. Die beiden roten Sandsteintürme des Münsters sind ein Basler Wahrzeichen.

Tinguely-Brunnen (Fasnachtsbrunnen): Am Platz neben dem Theater Basel ist Jean Tinguelys kinetische Brunnenskulptur dauerhaft installiert und dauerhaft gratis. Die beweglichen Metallfiguren spritzen Wasser in scheinbar zufälligen Mustern — ein unterhaltsames Strassenspektakel zu jeder Jahreszeit.

Museumsnacht: Einmal jährlich (typischerweise Januar oder Februar) öffnen alle Basler Museen für eine einzige Nacht mit kombiniertem Ticket. Ganzjährig gratis zugänglich sind aber: das Museum der Kulturen (gratis am ersten Sonntag jedes Monats) und das Historische Museum Basel (Museum im Lohnhof) mit gratis Eintritt am ersten Sonntag jedes Monats.

Kleinbasler Uferweg: Die Kleinbasler Seite des Rheins (das nordöstliche Ufer) bietet einen ununterbrochenen flachen Uferweg von der Schwarzwälderrheinbrücke südwärts bis zum Dreiländereck — dem Punkt, an dem Schweiz, Deutschland und Frankreich aufeinandertreffen. Der Weg ist gratis, meist flach und bietet eine andere Perspektive auf die Stadt abseits der touristischen Altstadt.

Spalentor: Das Spalentor ist eines der drei noch stehenden mittelalterlichen Stadttore Basels. Der Turm aus dem 14. Jahrhundert mit seinen aufwändigen heraldischen Schnitzereien und vorspringenden Zinnen steht an einem ruhigen Platz abseits touristischer Infrastruktur. Ein herausragendes Beispiel mittelalterlicher ziviler Architektur, an dem die meisten Besucher achtlos vorbeigehen.


Lausanne

Lausanne ist die Olympiahauptstadt der Schweiz — das Internationale Olympische Komitee hat hier seinen Sitz — und bietet eine wirklich ausgezeichnete Palette kostenloser Attraktionen, von Seeblicken bis zu Waldparks.

Olympiapark (Parc Olympique), Aussenbereich: Das Olympische Museum am See in Ouchy ist eines der feinsten Sportmuseen Europas (Eintritt CHF 20). Aber der umgebende Parc Olympique am Seeufer ist völlig gratis. Die Aussenskulpturen, die Seeaussicht und die Parkanlage sind ohne Museumsticket zugänglich.

Sauvabelin-Turm und Wald: Der Bois de Sauvabelin ist ein Stadtwald oberhalb von Lausanne mit einem kleinen See und einem 35 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm. Der Turm ist gratis zu erklimmen. Von oben sehen Sie über die Dächer der Stadt zum See und an klaren Tagen die Alpen vom Mont Blanc bis zu den Berner Gipfeln. Die Waldwege sind jederzeit gratis.

Kathedrale Lausanne (Cathédrale Notre-Dame), gratis Eintritt: Die gotische Kathedrale in der Altstadt ist gratis zu betreten. Sie ist eines der schönsten Beispiele französisch-gotischer Architektur der Schweiz. Die Kathedrale unterhält noch die mittelalterliche Tradition des Nachtwächters — ein Wächter ruft zwischen 22:00 und 02:00 Uhr vom Turm die Stunden aus.

Uferpromenade Ouchy: Die Seepromenade in Ouchy unterhalb der Altstadt ist flach, von Platanen beschattet und erstreckt sich über mehrere Kilometer. Der Blick über den Genfersee zu den französischen Alpen ist aussergewöhnlich. Jederzeit völlig gratis.

Markt Place de la Palud: Jeden Mittwoch- und Samstagvormittag beherbergt der zentrale Platz der Altstadt einen Freiluftmarkt mit Obst, Gemüse und regionalen Produkten. Gratis zu besuchen; die animierte Uhr aus dem 16. Jahrhundert über dem Platz tritt jede Stunde auf.

Ergänzen Sie Ihren Lausanne-Besuch mit einer Kreuzfahrt entlang der Lavaux-Weinberge — die UNESCO-gelisteten Terrassen vom Wasser aus gesehen gehören zu den schönsten Ausblicken der Schweiz.


Luzern

Luzern ist nach Zürich und Genf die meistbesuchte Stadt der Schweiz. Vieles, was sie spektakulär macht, ist gratis.

Löwendenkmal: Der in eine Sandsteinklippe gehauene sterbende Löwe, von Thorvaldsen entworfen und den Schweizer Gardisten gewidmet, die 1792 beim Schutz der französischen Königsfamilie starben, ist eine der bewegendsten öffentlichen Skulpturen Europas. Mark Twain nannte ihn “das traurigste und bewegendste Stück Stein der Welt”. Es steht in einem kleinen Park, der jederzeit gratis zugänglich ist.

Museggmauer und mittelalterliche Türme: Luzerns erhaltene mittelalterliche Stadtmauer verläuft auf dem nördlichen Hügel über der Altstadt. Neun der ursprünglich zehn Türme sind erhalten. Drei sind im Sommer (etwa Mai bis November, Tageslichtstunden) gratis zum Erklimmen geöffnet: der Zytturm, der Männliturm und der Schirmerturm. Die Mauer selbst — ein 30-minütiger Spaziergang — bietet Ausblicke über die Dächer.

Kapellbrücke und Wasserturm: Die berühmte hölzerne, überdachte Brücke aus dem 14. Jahrhundert über die Reuss mit ihren dreieckigen Gemälden in den Dachbalken ist jederzeit gratis zu überqueren. Sie ist zwischen 09:00 und 17:00 Uhr im Sommer am belebtesten; ein Besuch vor 08:30 oder nach 18:00 Uhr bietet ein deutlich ruhigeres Erlebnis.

Hofkirche: Die zweitürmige Kirche am Seeufer ist eine der bedeutendsten spätrenaissancezeitlichen Kirchen der Schweiz. Gratis zu betreten. Der geschnitzte arkadierte Kreuzgang ist besonders schön.

Vierwaldstättersee-Ufer: Die Seepromenade vom Bahnhof entlang des Nationalquais und Schweizerhofquais ist gratis, flach und bietet direkten Blick über den See auf Pilatus und Rigi. Die Seeraddampfer (kostenpflichtig) legen von hier ab, aber ihnen bei Ankunft und Abfahrt zuzusehen, ist selbst schon eine Unterhaltung.

Die Katamaran-Kreuzfahrt auf dem Vierwaldstättersee ist eines der besten kostenpflichtigen Erlebnisse der Stadt — eine Stunde auf dem Wasser mit Alpenblick aus allen Richtungen.


Lugano

Lugano in der italienischsprachigen Schweiz hat einen mediterranen Charakter wie nirgendwo sonst im Land. Die Seeuferparks, Palmen und die Bergkulisse sind eindrücklich — und meist gratis.

Parco Ciani: Der grosse Seeuferpark unmittelbar östlich der Luganeser Uferpromenade ist jederzeit gratis. Palmen, Magnolien und ausgewachsene Bäume säumen die Wege. Ein kleiner Freiluftzoo (Casagrande) im Park ist ebenfalls gratis. Die Seepromenade des Parks bietet Blicke über den Luganersee zum Monte San Salvatore und den umliegenden Gipfeln.

Lungolago (Seepromenade) spazieren: Die Promenade von der Piazza della Riforma westwärts am See entlang und ostwärts durch den Parco Ciani ist flach, verkehrsfrei und gratis. Eine vollständige Runde des zugänglichen Ufers — von Cassarate bis zum Fähranleger — dauert im gemächlichen Tempo rund eine Stunde.

Monte-Brè-Basisweg und Dorf: Die Standseilbahn Monte Brè (kostenpflichtig) bringt Sie auf 925 m über Lugano. Aber die Basis des Berges und der Weiler Brè selbst sind zu Fuss über einen Weg durch die Olivenbäume und Weinberge oberhalb von Castagnola erreichbar. Der Spaziergang von Cassarate zum Dorf Brè dauert rund 90 Minuten auf einem markierten Weg — gratis, ohne Infrastruktur nötig, und der Blick von der Dorfterrasse steht dem vom Gipfel in nichts nach.

Piazza della Riforma und Altstadt: Der weite zentrale Platz, umgeben von gelben Gebäuden und Caféterrassen, ist Luganos gesellschaftliches Herz. Jederzeit gratis zu flanieren. Die umliegenden Strassen der Altstadt — die Via Nassa (Luganos Haupteinkaufsstrasse), die überdachten Markthallen und die Uferplätze — sind alle gratis zu erkunden.

Santa Maria degli Angioli (Kirche Santa Maria degli Angeli): Am Ufer nahe der Standseilbahnstation beherbergt diese kleine Kirche aus dem 16. Jahrhundert einen der grossen Freskenzyklen der italienischen Renaissance in der Schweiz — Bernardino Luinis Passion Christi, die die gesamte Innenwand bedeckt. Der Eintritt ist gratis.


Zermatt

Zermatt ist eines der teuersten Ferienorte der Schweiz. Es ist auch komplett autofrei (nur Elektrofahrzeuge und Pferdekutschen). Das Matterhorn — das prägende Bild des Schweizer Tourismus — ist von praktisch überall im Dorf gratis sichtbar.

Bahnhofstrasse und Matterhorn-Blick: Die Hauptstrasse von Zermatt ist eine Fussgängerzone, gesäumt von Hotels, Restaurants und Geschäften. Das Matterhorn ist vom südlichen Ende der Strasse aus jederzeit in gerader Linie sichtbar, solange es nicht in Wolken gehüllt ist. Kein Ticket, keine Standseilbahn, keine Seilbahn nötig — einfach zum südlichen Dorfende gehen und hinaufblicken.

Zermatt-Dorferkundung: Das alte Quartier (Hinterdorf) an der oberen Ostseite des Dorfes bewahrt originale Walliser Holzchalets — manche aus dem 17. Jahrhundert —, die deutlich stimmungsvoller sind als die modernen Hotels an der Hauptstrasse. Jederzeit gratis zu durchqueren.

Riffelsee-Wanderung ab Rotenboden: Die Station Rotenboden an der Gornergratbahn ist ein kostenpflichtiger Halt (das Gornergratbahn-Ticket ist erforderlich — CHF 44 Rückfahrt ab Zermatt). Aber ab Rotenboden dauert der Abstieg zum Riffelsee und zurück nach Riffelberg rund 40 Minuten auf einem markierten Weg und ist im Zugticket inbegriffen. Der Riffelsee auf 2757 m spiegelt an windstillen Tagen das Matterhorn auf seiner Oberfläche — eines der meistfotografierten Bilder der Schweiz. Zahlen Sie ohnehin für die Gornergratbahn (oder besitzen einen Swiss Travel Pass für den 25%-Rabatt), verursacht der See keine Zusatzkosten.

Gornerschlucht (Gornergorge): Ein kurzer Spaziergang vom Dorf entfernt hat die von Gletscherschmelzwasser gegrabene Gornerschlucht einen markierten Weg durch den Canyon mit Aussichtsplattformen über das türkis-grüne Wasser. Der Eintritt kostet CHF 5 für Erwachsene (CHF 3 für Kinder unter 16). Nicht ganz gratis, aber nahe genug dran — und über diesem Schluchtabschnitt zu stehen, ist ein überraschend dramatisches Erlebnis.

Gratis Matterhorn-Blicke vom Tal aus: Die Wiesen südlich des Dorfes bei Winkelmatten bieten einen Blick auf das Matterhorn, der weniger belebt ist als jener von der Bahnhofstrasse. Am Morgen fängt das Licht die Ostwand des Gipfels und dessen Spiegelung im Stellisee (ein 30-minütiger Spaziergang ab Dorf) ohne jegliche Kosten ein.

Die Seilbahn Matterhorn Glacier Paradise ist das kostenpflichtige Upgrade, das Sie auf 3883 m bringt — die höchste Seilbahnstation der Alpen, mit einem Blick, der bis zum Mont Blanc reicht. Als besondere Exkursion lohnenswert, aber das Matterhorn selbst kostet vom Dorf aus gesehen nichts.


Praktische Hinweise für kostenloses Reisen in der Schweiz

Museumspässe: Mehrere Schweizer Städte bieten Museumspässe, die kostenlose Eintrittstage systematischer nutzbar machen. Der Swiss Travel Pass beinhaltet gratis Eintritt in über 500 Museen landesweit. Planen Sie mehr als zwei oder drei Museumsbesuche, rechnet sich der Pass typischerweise von selbst.

SBB-App: Laden Sie die SBB-App vor Ihrer Ankunft herunter — sie enthält Wanderkarten, Transitinformationen und die Möglichkeit zu prüfen, ob Sie für bestimmte Strecken ein Ticket benötigen. Unverzichtbar für die Navigation kostenloser Transitoptionen.

Frühe Morgenstunden: Die beste Zeit, jede kostenlose Attraktion dieser Liste zu sehen — Kapellbrücke in Luzern, Lindenhof in Zürich, Zermatts Matterhorn-Blick, Genfs Jet-d’Eau-Steg — ist vor 09:00 Uhr. Die Menschenmassen, die bis zum späten Vormittag auftauchen, fehlen dann. Das Licht ist besser. Und alles, was tagsüber gratis ist, ist am frühen Morgen ebenso gratis.

Flussbadekultur: Das städtische Flussschwimmen der Schweiz (Luzerns Reuss, Basels Rhein, Berns Aare) ist eine lokale Institution. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet — in mehreren Flüssen sauber genug zum Trinken. Die einzigen Kosten sind, hinzukommen.

Die Schweiz belohnt eigenständig denkende Besucher, die bereit sind zu gehen, zu schauen und zu erkunden, ohne zu erwarten, dass jedes Erlebnis verpackt und betickett ist. Die Naturschönheit des Landes ist sein grösstes Kapital — und die war schon immer gratis.