Schweizer Weihnachtsmärkte: Basel, Bern, Zürich und Montreux
Warum Schweizer Weihnachtsmärkte die Kälte wert sind
Die Schweiz hat nicht die bekanntesten Weihnachtsmärkte in Europa — das gehört wahrscheinlich Deutschlands Nürnberg oder Köln oder Wiens Märkten. Aber die Schweizer Märkte haben etwas, was diesen bekannteren Veranstaltungen manchmal fehlt: das Gefühl, dass die Umgebung die Dekoration wirklich verdient.
Wenn Sie im Schatten des mittelalterlichen Basler Doms Glühwein trinken oder auf einen glitzernden Marktstand mit dem Genfersee und den französischen Alpen dahinter in Montreux schauen, oder sich an einer Tasse Heißem die Hände wärmen, während Schnee sanft auf Berns Zeitglockenturm fällt — die Kulisse verbessert alles. Die Märkte werden Teil der Szenerie, anstatt ihr aufgezwungen zu sein.
Schweizer Weihnachtsmärkte laufen typischerweise von Ende November bis Heiligabend (24. Dezember), wobei einige bis in den frühen Januar hinein verlängert werden. Wochentag-Abende und Morgen sind deutlich weniger überfüllt als Wochenenden, wenn große Besucherzahlen aus Frankreich, Deutschland und Italien für das Erlebnis anreisen.
Hier ist ein Leitfaden zu den vier besten.
Basel: Europas ältester Weihnachtsmarkt
Basels Weihnachtsmarkt beansprucht, der älteste Weihnachtsmarkt Europas zu sein, mit Wurzeln im Mittelalter. Ob der historische Anspruch einer genauen Prüfung standhält oder nicht, der heutige Markt ist zweifellos ausgezeichnet.
Der Hauptmarkt konzentriert sich auf den Barfüsserplatz und den Marktplatz im Herzen der Basler Altstadt. Der Barfüsserplatz-Standort, mit der gotischen Kirche der Barfüßermönche als Hintergrund, hat etwa 200 Stände in einem dichten, atmosphärischen Cluster angeordnet. Der Marktplatz ist formeller, mit der rot-weißen Fassade des Basler Rathauses, die einen dramatischen Hintergrund für den Weihnachtsbaum des Marktes bildet.
Was Basel besonders macht: Die Qualität der Handwerksstände ist deutlich überdurchschnittlich. Basel ist eine wohlhabende, designbewusste Stadt, und der Markt spiegelt das wider — Sie finden Werke echter Handwerker neben den Massenartikeln, die mindere Märkte dominieren.
Was zu essen und trinken: Magenbrot — ein gewürztes Honiggebäck, das für Basel besonders ist — ist die unverzichtbare Speise. Die Marktstände verkaufen auch ausgezeichnete Schüblig (Raucherwurst), geröstete Mandeln, Käse-Raclette und frisch gebackene Lebkuchen. Der Glühwein kommt in Ihrer Wahl von Rot- oder Weißwein.
Praktische Hinweise: Basel liegt an der Kreuzung der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands. Der Markt läuft von Ende November bis Heiligabend. Die Stadt selbst ist es wert, über den Markt hinaus zu erkunden — eine Basler Altstadttour kombiniert sich gut mit einem Marktbesuch.
Zürich: mehrere Märkte, eine spektakuläre Kulisse
Zürich hat nicht einen Weihnachtsmarkt, sondern mehrere, die über die Stadt verteilt sind, jeder mit einem anderen Charakter.
Christkindlimarkt am Hauptbahnhof: Zürichs Hauptbahnhof wird in den Wochen vor Weihnachten zu etwas Außergewöhnlichem. Die weitläufige Haupthalle (Haupthalle) beherbergt einen Weihnachtsmarkt unter Europas größtem Weihnachtsbaum — ein 15 Meter hoher Baum, der mit 7.000 Ornamenten und Hunderten von Lichtern geschmückt ist.
Wienachtsdorf am Bellevue: Das Weihnachtsdorf am Zürichsee-Ufer hat einen handwerklicheren Charakter. Die Holzchalets blicken auf den See und sind gut kuratiert — erwarten Sie handgefertigte Kunsthandwerke, lokale Lebensmittelproduzenten und Weihnachtsdekorationen, die nicht nach Massenproduktion aussehen.
Märtplatz in Zürichs Niederdorf: Der Weihnachtsmarkt der Altstadt ist der atmosphärischste — enge Gassen, gesäumt von mittelalterlichen Gebäuden, mit Weihnachtslichtern dekoriert. Das ist der, den man für das klassische Zürich-Winter-Abenderlebnis besucht.
Was zu essen und trinken: Zürichs Märkte haben ausgezeichnetes Raclette, Bratwurst mit Rösti und Zimtsterne (Zimtsterncookies), die wirklich ausgezeichnet sind. Der Glühwein und der alkoholische Heißapfelwein (Apfelwähe) sind beide einen Versuch wert.
Bern: die gemütliche, atmosphärische Option
Der Weihnachtsmarkt der Schweizer Hauptstadt ist kleiner und weniger besucht als der von Zürich oder Basel, was ihn zu einer ausgezeichneten Wahl macht, wenn Sie Atmosphäre statt Größe bevorzugen.
Der Hauptmarkt belegt den Waisenhausplatz und die umliegenden Gassen von Berns außergewöhnlicher mittelalterlicher Altstadt — ein UNESCO-Welterbe mit überdachten Arkaden (Lauben), die fast jede Straße entlanglaufen. Im Berner Markt sind besonders handgefertigte Ornamente und Kerzen bekannt, und es gibt einen höheren Anteil lokaler Handwerkerverkäufer als bei den meisten Schweizer Märkten.
Das Berner Erlebnis: Der Bärenpark bekommt jahreszeitliche Dekoration und verlängerte Öffnungszeiten. Der Rosengarten über der Altstadt bietet einen Panoramablick auf die Stadt und die Berner Alpen, der im Winter mit Schnee spektakulär ist. Das Münster ist durch die Weihnachtszeit wunderschön dekoriert.
Anreise: Bern ist ca. 90 Minuten von Zürich per Schnellzug entfernt, 30 Minuten von Basel. Der Swiss Travel Pass deckt alles ab.
Montreux: die spektakulärste Kulisse
Wenn Sie nur einen Schweizer Weihnachtsmarkt besuchen und sich in erster Linie um die Kulisse sorgen, gehen Sie nach Montreux.
Der Marché de Noël in Montreux erstreckt sich fast drei Kilometer entlang der Seepromenade des Genfersees, von der Stadtmitte bis zum Château de Chillon (einer Burg aus dem 13. Jahrhundert auf einer Insel, die zu den meistfotografierten Gebäuden der Schweiz gehört). Der Markt hat über 170 thematisch dekorierte Chalets, und die Kombination aus Seeuferkulisse, sichtbaren französischen Alpen auf der anderen Seite des Wassers und der märchenhaft beleuchteten Promenade schafft etwas, das wirklich keinem anderen Weihnachtsmarkt in Europa gleicht.
Montreux’ Markt ist der bekannteste in der Schweiz und zieht Besucher aus dem ganzen Land sowie aus Frankreich und Italien an. Kommen Sie an einem Werktag-Abend für das beste Gleichgewicht aus Atmosphäre und überschaubaren Menschenmassen.
Was Montreux besonders macht: Die schiere visuelle Dramatik der Kulisse. Das Licht, das sich auf dem See spiegelt. Die Kulisse aus Bergen und Burg.
Was zu essen: Montreux liegt im französischsprachigen Kanton Waadt, was bedeutet, dass Lebensmittelstandards hoch sind. Achten Sie auf Fondue in Restaurants am See, ausgezeichneten Räucherfisch von Genfersee-Anbietern und den eigenen Vin Chaud des Marktes (der französische Begriff für Glühwein).
Anreise: Montreux ist 1h20 von Genf per Schnellzug, 3 Stunden von Zürich entfernt. Es liegt auf der Linie GoldenPass — einer der schönsten Bahnstrecken der Schweiz.
Tipps für alle Schweizer Weihnachtsmärkte
Wann besuchen: Ende November ist wunderschön — die Märkte sind frisch, relativ ungedrängt, und es gibt mehr Chance einer Vorweihnachtsatmosphäre ohne die Massen.
Wetter: Kleiden Sie sich für Kälte und möglicherweise Regen oder Schnee. Temperaturen in Schweizer Städten im späten November bis Dezember liegen typischerweise zwischen -2°C und 8°C. Gute wasserdichte Stiefel, ein warmer Mantel und Schichten sind notwendig.
Budget: Schweizer Weihnachtsmarktessen und -trinken sind nicht billig. Budgetieren Sie CHF 15–25 für einen einfachen Ess-und-Trink-Besuch. Pfandbehälter für Glühwein sind Standard — Sie zahlen zusätzlich CHF 2–3 für den Becher und erhalten es zurück, wenn Sie ihn zurückgeben.
Märkte kombinieren: Basel und Zürich sind mit dem Zug leicht als Tagesausflug voneinander entfernt. Bern liegt dazwischen. Montreux ist ein separater Ausflug, der am besten mit einem Aufenthalt in Lausanne kombiniert wird.
Transport: Der Swiss Travel Pass deckt alle Zugreisen zwischen den Marktstädten ab.
Für allgemeinere Informationen zur Reiseplanung in die Schweiz deckt der Beste-Reisezeit-Guide Winterreisen ausführlicher ab.