Schweiz für Erstbesucher: der unverzichtbare Reiseführer

Schweiz für Erstbesucher: der unverzichtbare Reiseführer

Quick answer

Was sollte ich vor einem Schweizbesuch wissen?

Kaufen Sie einen Swiss Travel Pass oder ein Halbtax, planen Sie hohe Preise ein (CHF 200+/Tag Mittelklasse), packen Sie Schichten für das Bergwetter und buchen Sie beliebte Züge wie den Glacier Express frühzeitig.

Alles, was Erstbesucher über die Schweiz wissen müssen

Die Schweiz ist eines der lohnendsten Reiseziele der Welt – aber auch eines der komplexesten zu planen, wenn Sie noch nie dort waren. Vier Amtssprachen, vier verschiedene Kulturregionen, eine Berglandschaft, die alles von Transport bis Wetterplanung verändert, und Preise, die Unvorbereitete kalt erwischen können.

Dieser Leitfaden deckt die wichtigsten Aspekte für einen Erstbesuch ab: praktische Realitäten, Prioritäten, häufige Fehler und das Wissen, das aus einer verwirrenden ersten Reise ein reibungsloses, unvergessliches Erlebnis macht.

Beginnen Sie hier: Was die Schweiz besonders macht

Die Schweiz unterscheidet sich in einigen grundlegenden Aspekten von den meisten europäischen Reisezielen:

Sie ist kein EU-Mitglied. Die Schweiz verwendet den Schweizer Franken (CHF), nicht den Euro. EU-Roaming-Regeln gelten nicht. Schengen-Regeln gelten für die Einreise (keine Passkontrolle aus den meisten EU-Ländern), aber Visaregeln folgen unabhängigen schweizerischen/Schengen-Bestimmungen.

Das Verkehrssystem ist aussergewöhnlich. Züge fahren auf den meisten Hauptstrecken alle 30 Minuten, sind fast immer pünktlich, und die Anschlüsse sind im ganzen nationalen Netz koordiniert. Die Verkehrsplanung ist hier wirklich einfacher als in den meisten Ländern.

Die Berge verändern alles. Das Wetter in der Höhe unterscheidet sich grundlegend von den Tälern. Einrichtungen können aufgrund der Saison oder der Bedingungen geschlossen sein. Manche Erlebnisse erfordern Vorausbuchung. Die Berge sind auch der Grund, warum die meisten Menschen kommen.

Die Preise sind hoch. Die Schweiz gehört konsequent zu den teuersten Ländern der Welt. Ein realistisches Mittelklasse-Budget ist CHF 200–350 pro Person pro Tag. Das ist kein Grund, nicht zu reisen, aber es zu ignorieren verursacht echte Probleme.

Die wichtigste Entscheidung: Welcher Verkehrspass?

Ihre erste Planungsentscheidung – vor der Unterkunftsbuchung, vor der Stadtauswahl, vor allem anderen – sollte Ihr Transportansatz sein. Er beeinflusst Ihr Gesamtbudget erheblich.

Option 1: Swiss Travel Pass Unbegrenzte Fahrten auf praktisch allen Zügen, Bussen und Schiffen für eine festgelegte Anzahl von Tagen. Beinhaltet freien Eintritt in 500+ Museen und kostenlose Stadtverkehrsnutzung. Kostet CHF 244 (3 Tage) bis CHF 513 (15 Tage) in der 2. Klasse.

Am besten für: Reisende mit 4+ aktiven Reisetagen, die zwischen Städten und Regionen wechseln.

Option 2: Halbtax CHF 150 für einen Monat. Gibt 50 % Rabatt auf jedes Ticket. Sie zahlen trotzdem für jede Fahrt, aber zum halben Preis. Gibt auch 50 % Rabatt auf die meisten Bergbahnen und Seilbahnen.

Am besten für: Reisende mit 2–3 aktiven Reisetagen oder solche, die Flexibilität über den ganzen Monat möchten.

Option 3: Einzeltickets Funktioniert, wenn Sie an einem Ort bleiben oder sehr wenig reisen. Kann für alle, die echte Distanzen zurücklegen, schnell teuer werden.

Lesen Sie den vollständigen Swiss Travel Pass vs. Halbtax-Vergleich vor der Entscheidung. Diese eine Entscheidung kann Hunderte von Franken sparen oder kosten. Sie können den Swiss Travel Pass online kaufen vor Ihrer Reise zur Aktivierung bei der Ankunft.

Wohin auf einem Erstbesuch

Die Schweiz hat viele Regionen, aber Erstbesuchende profitieren in der Regel davon, sich auf 2–3 Stützpunkte zu konzentrieren, anstatt alles sehen zu wollen. Was jede wichtige Region bietet:

Luzern und Zentralschweiz Die klassische Einführung in die Schweiz. Die Altstadt mit ihrer überdachten Holzbrücke (Kapellbrücke), der See und der leichte Zugang zum Mount Pilatus und zur Rigi machen es zum idealen ersten Stützpunkt. Kompakt, wunderschön und gut erreichbar.

Interlaken und das Berner Oberland Tor zur Jungfrau-Region und zu einigen der dramatischsten Berglandschaften Europas. Ein Stützpunkt hier ermöglicht Ausflüge zum Jungfraujoch, nach Grindelwald, Wengen, Mürren und ins Lauterbrunnental. Unverzichtbar für alle, die echte Bergerlebnisse suchen.

Zürich Die grösste Stadt der Schweiz und häufigster Einstiegspunkt. Weltklasse-Museen, lebendiges Essen und Nachtleben, eine wunderschöne Altstadt und ausgezeichnete Onward-Verkehrsverbindungen. Oft als Reiseziel selbst übersehen – es verdient mindestens zwei Tage.

Genf Kosmopolitischer und stärker französisch geprägt als die deutschsprachige Schweiz. Der Jet d’Eau-Springbrunnen, die Altstadt und der wunderschöne Genfersee sind Highlights. Auch ein Tor zur Lavaux-Weinregion und nach Montreux.

Bern Die Bundeshauptstadt, oft unterschätzt. Die arkadierte Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Eine wunderschöne Stadt zum Erkunden zu Fuss, mit dem zusätzlichen Vorteil, zentral und gut vernetzt zu sein.

Zermatt Das autofreie Bergdorf unter dem Matterhorn ist eines der ikonischsten Reiseziele der Schweiz. Erfordert Vorausplanung und ist teurer als andere Stützpunkte, aber die Lage ist unvergleichlich.

Ein realistischer Erstbesuchs-Reiseplan: 7 Tage

Für einen einwöchigen Erstbesuch deckt dieser Plan die Schweizer Highlights ohne Hetze ab:

Tage 1–2: Zürich – Ankommen, Altstadt und Zürichsee erkunden, Schweizerisches Nationalmuseum besuchen (kostenlos mit Swiss Travel Pass).

Tag 3: Reise nach Luzern (26 Minuten per Zug). Nachmittag in der Altstadt und an der Kapellbrücke. Abend am Seeufer.

Tag 4: Tagesausflug von Luzern zum Mount Pilatus mit der Zahnradbahn. Rückkehr per Gondel für die klassische «Goldrundfahrt». Zurück nach Luzern am Abend.

Tag 5: Zug von Luzern nach Interlaken (ca. 2 Stunden). Nachmittag in Interlaken. Abendessen mit Bergblick.

Tag 6: Ganzer Tag Ausflug zum Jungfraujoch. Frühen Zug ab Interlaken Ost nach Grindelwald nehmen, dann den Eiger Express nach Eigergletscher, dann die Jungfraubahn zum Gipfel. Insgesamt 5–6 Stunden für den Ausflug einplanen. Im Voraus buchen.

Tag 7: Reise von Interlaken nach Genf (2,5 Stunden per Zug) oder zurück nach Zürich zur Abreise.

Häufige Fehler von Erstbesuchenden

Fehler 1: Kein realistisches Budget Das häufigste Problem. Die Schweiz ist nicht der Ort, um das Budget dem Zufall zu überlassen. Informieren Sie sich vor der Reise über tatsächliche Preise. Ein realistisches Tagesbudget für Mittelklasse-Reisende ist CHF 200–350. Lesen Sie unseren vollständigen Reisebudget-Leitfaden.

Fehler 2: Falschen Verkehrspass kaufen Viele Reisende kaufen reflexartig einen Swiss Travel Pass, ohne zu berechnen, ob das Halbtax für ihr Reiseprogramm günstiger wäre. Andere kaufen keinen und zahlen überall Vollpreis. Verbringen Sie 20 Minuten mit einem Taschenrechner vor der Buchung.

Fehler 3: Bergausflüge nicht im Voraus buchen Das Jungfraujoch kann ausgebucht sein, besonders im Sommer. Der Glacier Express erfordert Sitzplatzreservierungen, die Wochen im Voraus vergriffen sind. Wichtige Ausflüge und Panoramazüge mindestens 1–2 Wochen im Voraus in der Hochsaison buchen, für beliebte Daten noch früher.

Fehler 4: Erwarten, dass der Euro akzeptiert wird Die Schweiz verwendet den Schweizer Franken. Manche Touristenbereiche nahe Grenzen und grössere Städte akzeptieren gelegentlich Euros, aber Sie erhalten schlechte Wechselkurse. CHF verwenden.

Fehler 5: Bergwetter unterschätzen Ein warmer Tag in Interlaken (25 °C) kann am Jungfraujoch (-5 °C und Wind) ganz andere Bedingungen bedeuten. Warme Schichten unabhängig vom Sommerwetter mitbringen. Eine dünne Regenjacke und ein Fleece passen in jeden Tagesrucksack und sind unverzichtbar.

Fehler 6: Das Nachmittagsgewitter-Muster ignorieren Im Sommer bauen sich ab Mittag fast täglich Gewitter auf und brechen am Nachmittag aus. Bergausflüge für Morgen und frühe Nachmittage planen. Auf einem Berggipfel in einem Gewitter zu sein ist gefährlich und unangenehm.

Fehler 7: Zu viel sehen wollen Die Schweiz ist klein, aber die Berge machen das Fortkommen langsamer als eine Karte vermuten lässt. Luzern nach Zermatt dauert ca. 3,5 Stunden. Zürich nach Genf 2,5 Stunden. Echte Reisezeiten berücksichtigen, statt überall schnelle Verbindungen anzunehmen.

Fehler 8: Vergessen, dass Einrichtungen schliessen Viele Bergeinrichtungen sind im November und manche Anfang April/Mai geschlossen. Öffnungsdaten prüfen, bevor Unterkunft rund um spezifische Attraktionen gebucht wird.

Fehler 9: Nur Touristengebiete besuchen Schweizer Dörfer und Kleinstädte sind oft genauso schön wie die bekannten Orte mit einem Bruchteil des Gedränges. Brienz, Appenzell, Greyerz, Murten und Stein am Rhein sind alle eine Reise wert.

Fehler 10: Trinkgeld-Unsicherheit Trinkgeld ist in der Schweiz nicht obligatorisch. Aufrunden oder 5–10 % für ausgezeichneten Service hinterlassen wird geschätzt. Niemand ist beleidigt, wenn Sie kein Trinkgeld geben.

Praktische Grundlagen für Erstbesuchende

Sprache: Die Schweiz hat vier Amtssprachen – Deutsch (65 %), Französisch (23 %), Italienisch (8 %) und Rätoromanisch (1 %). Englisch wird in Touristengebieten weitgehend gesprochen. In der Deutschschweiz ist «Grüezi» die Standardbegrüssung. In französischsprachigen Gebieten «Bonjour». Im Tessin «Buongiorno».

Strom: Die Schweiz verwendet Typ-J-Stecker (3-polig, ähnlich Typ C, aber mit Schutzleiter). Spannung 230 V, 50 Hz – kompatibel mit den meisten europäischen und internationalen Geräten. Adapter mitbringen.

Leitungswasser: Überall trinken. Schweizer Leitungswasser ist eines der reinsten und wohlschmeckendsten der Welt. Viele öffentliche Brunnen in Städten spenden ebenfalls Trinkwasser. Einheimische füllen ständig ihre Flaschen. Niemals Mineralwasser kaufen, wenn Sie eine Trinkflasche haben.

Notrufnummer: 112 (EU-Standard-Notrufnummer, funktioniert hier). Ausserdem: Polizei 117, Feuerwehr 118, Krankenwagen 144.

Apotheke: Weitverbreitet und gut sortiert. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprechen Englisch. Grünes Kreuz-Symbol.

Postämter: Können auch Währungen wechseln und verschiedene administrative Aufgaben erledigen. Zuverlässig und weitverbreitet.

Sonntags-Shopping: Viele Geschäfte sind sonntags geschlossen, besonders in kleineren Städten. Supermärkte in grossen Bahnhöfen sind 7 Tage die Woche geöffnet. Lebensmitteleinkäufe entsprechend planen.

Recycling: Die Schweiz nimmt Recycling ernst. Glas, Papier, Aluminium und Restmüll trennen. Die meisten Unterkünfte stellen Trennbehälter bereit.

Anreise vom Flughafen

Zürich Flughafen (ZRH): Der wichtigste internationale Hub. Ein Direktzug vom Flughafen zum Hauptbahnhof Zürich (Zürich HB) dauert 10–13 Minuten und kostet CHF 6,80 (im Swiss Travel Pass enthalten). Züge fahren alle paar Minuten.

Genf Flughafen (GVA): Äusserst praktisch. Ein kostenloser Pendelzug vom Terminal zum Bahnhof Genève Cornavin dauert 8 Minuten. Ja, er ist für Ankünfte kostenlos. Swiss Travel Pass gültig. Tickets an Flughafen-Automaten für Reisende ohne Pass erhältlich.

Basel Flughafen (BSL/EAP): Wird mit Frankreich geteilt. Busse verbinden mit dem Bahnhof Basel SBB.

Bern Flughafen (BRN): Kleiner Flughafen mit begrenzten internationalen Verbindungen. Bus in die Stadtmitte.

Konnektivität und Kommunikation

Die meisten Reisenden finden eine eSIM die einfachste Lösung für mobile Daten in der Schweiz. Lesen Sie unseren vollständigen eSIM- und Internet-Leitfaden für Optionen und Preise.

Kostenloses WLAN ist in den meisten Hotels, Restaurants und allen grossen Bahnhöfen verfügbar (SBB Free WiFi). Die Netzabdeckung in der ganzen Schweiz ist generell ausgezeichnet, auch in Berggebieten mit Seilbahninfrastruktur.

Grundlagen zu Geld

Der Schweizer Franken (CHF) ist stark und stabil. Geldautomaten sind überall vorhanden und bieten generell gute Wechselkurse. Karten (Visa, Mastercard) werden fast überall akzeptiert. American Express weniger.

Etwas Bargeld für kleine Berghütten, manche ländliche Restaurants und kleine Einkäufe bereithalten. Aber Sie kommen realistischerweise durch die meiste Zeit einer Schweizreise ohne Bargeld durch, wenn Sie gelegentlich auf eine Nur-Bargeld-Situation vorbereitet sind.

Lesen Sie unseren vollständigen Leitfaden zu Währung und Trinkgeld.

Visa und Einreise

Die meisten Besuchenden aus westlichen Ländern (USA, Kanada, UK, Australien, EU, Neuseeland, Japan) benötigen kein Visum für Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Die Schweiz ist Teil des Schengen-Raums, was bedeutet, dass es aus den meisten EU/Schengen-Ländern keine Grenzkontrollen gibt.

Die fünf Dinge, die Ihre Reise ausmachen werden

1. Den richtigen Verkehrspass wählen – Diese Entscheidung bestimmt Ihr gesamtes Budget.

2. Früh aufbrechen für Berge – Die besten Bergbedingungen sind 8–12 Uhr, bevor Wolken aufziehen. Frühe Starts verwandeln Ausflüge.

3. Dort essen, wo Einheimische essen – Coop- und Migros-Restaurants sind ausgezeichnet und werden täglich von Schweizerinnen und Schweizern genutzt. Sie verpassen nichts, wenn Sie sie nutzen.

4. Gelegentlich den ausgetretenen Pfad verlassen – Einige der schönsten Schweizer Orte liegen 15 Minuten von den bekannten entfernt. Wengen statt Grindelwald. Iseltwald statt Interlaken. Morschach statt Luzern.

5. Schichten packen – Eine leichte wasserdichte Jacke und eine dünne Isolationsschicht nehmen kaum Platz ein und verändern Ihren Komfort an Bergtagen vollständig.

Vor der Buchung: Die Checkliste

  • Reisedaten bestätigt und Flüge/Züge gebucht
  • Verkehrspass-Entscheidung getroffen (Swiss Travel Pass oder Halbtax)
  • Unterkunft gebucht (besonders für Sommer oder Skisaison)
  • Wichtige Ausflüge identifiziert (Jungfraujoch, Glacier Express usw.) und Reservierungen gemacht
  • Budget realistisch kalkuliert mit unserem Budget-Leitfaden
  • Reiseversicherung abgeschlossen (empfohlen für Berge und Outdoor-Aktivitäten)
  • Packliste beinhaltet warme Schichten und Regenbekleidung
  • eSIM oder Roaming-Plan für Konnektivität arrangiert
  • SBB-App für Echtzeit-Zuginfo heruntergeladen

Die Schweiz belohnt diejenigen, die vorausplanen. Einmal dort, ist die Infrastruktur so gut, dass das tägliche Reisen mühelos ist – aber ohne die Vorarbeit anzukommen kann zu unnötigen Ausgaben und verpassten Erlebnissen führen. Die Zeit zu investieren, um zu planen, und die Schweiz wird Erlebnisse liefern, über die Sie noch Jahre sprechen werden.

Die vier Sprachen und Regionen der Schweiz verstehen

Die sprachliche Vielfalt der Schweiz verwirrt viele Erstbesuchende. Das Land hat vier Amtssprachen, und zu wissen, welche Region welche spricht, hilft bei Navigation und Erwartungen:

Deutschsprachige Schweiz (65 % der Bevölkerung): Alles nördlich der Alpen und östlich von Freiburg. Zürich, Bern, Luzern, Basel, St. Gallen, das Berner Oberland, Graubünden und die meisten Bergresorts. Beachten Sie, dass Schweizerdeutsch ein eigenständiger gesprochener Dialekt ist – ziemlich anders als Hochdeutsch. Menüpunkte, Bahnansagen und Strassenschilder verwenden Standardhochdeutsch.

Französischsprachige Schweiz (Romandie, 23 %): Westlich des «Röstigrabens» (der informellen Kulturgrenze). Genf, Lausanne, Montreux, Freiburg, Neuenburg und der Jura. Das hier gesprochene Französisch ist Standardfranzösisch, kein Dialekt.

Italienischsprachige Schweiz (Tessin, 8 %): Südlich der Alpen. Lugano, Locarno, Bellinzona, Ascona. Standarditalienisch wird hier gesprochen.

Rätoromanisch (1 %): Nur Kanton Graubünden, hauptsächlich in ländlichen Tälern.

Für Touristinnen und Touristen: Englisch wird in allen Touristengebieten, an allen grossen Verkehrsknotenpunkten sowie in Hotels und Restaurants weitgehend gesprochen. Sie können die Schweiz bequem nur mit Englisch bereisen. Einige Worte der jeweiligen Landessprache zu lernen (Grüezi/Bonjour/Buongiorno als Begrüssung; Danke/Merci/Grazie für Danke) wird geschätzt und ist einfach.

Schweizer Kultur: Was Sie vor der Ankunft wissen sollten

Pünktlichkeit ist heilig. Der Schweizer Ruf für Zeitgenauigkeit erstreckt sich über Züge hinaus auf soziale Kontexte. Wenn man um 19:00 Uhr eingeladen wird, erscheint man um 19:00 Uhr – nicht um 19:15 Uhr. In professionellen Kontexten wird selbst fünf Minuten Verspätung bemerkt.

Sonntage sind ruhig. Die meisten Geschäfte sind sonntags in der Schweiz geschlossen. Ausnahmen: Supermärkte und Läden in Hauptbahnhöfen (7 Tage geöffnet), manche Touristengebiete. Lebensmitteleinkäufe für Samstag planen, wenn man am Sonntag Vorräte braucht.

Lärmregeln sind real. In Schweizer Wohngebäuden und Quartieren werden Ruhezeiten ernst genommen – typischerweise 22:00 bis 6:00 Uhr und manchmal 12:00 bis 14:00 Uhr. Nicht der laute Tourist sein.

Recycling ist ein sozialer Vertrag. Die Schweiz hat eine der höchsten Recyclingquoten der Welt. Besucher werden erwartet, Abfall in Glas, Papier, Aluminium und Restmüll zu trennen.

Direkte Kommunikation. Schweizerinnen und Schweizer neigen zu Direktheit in der Kommunikation. Wenn Ihre Tasche auf einem Zugsitz liegt und sie ihn brauchen, werden sie es Ihnen sagen. Das ist keine Unhöflichkeit – es ist die Kulturnorm.

Die Wetterrealität

Schweizer Berge schaffen Wettermuster, die Erstbesuchende regelmässig überraschen. Zwei praktische Realitäten zu akzeptieren:

Nachmittagsgewitter im Sommer sind fast täglich. Die Alpen erwärmen sich am Morgen durch die Sonne, Feuchtigkeit baut sich auf, und Gewitter entwickeln sich zwischen 12:00 und 18:00 Uhr. Das bedeutet nicht ganze Regentage – Morgen sind oft spektakulär. Bergaktivitäten für Morgen und frühe Nachmittage planen und bereit sein, bis 14:00 Uhr in niedrigerer Lage zu sein.

Höhe verändert alles. Ein warmer Tag im Tal (28 °C in Interlaken) kann am Jungfraujoch (-5 °C mit Windkühle) ganz andere Bedingungen bedeuten. Immer eine warme Schicht für Bergausflüge mitbringen, unabhängig vom Talwetter. Das ist der häufigste Bekleidungsfehler bei Erstbesuchenden.

Essen: Was bei einem Erstbesuch probieren

Die Schweizer Esskultur verdient mehr Aufmerksamkeit als nur der berühmte Käse und Schokolade:

Fondue: Geschmolzener Käse (Greyerzer und Emmentaler gemischt) mit knusprigem Brot zum Dippen. Das definitive Schweizer Gericht. «Moitié-moitié» (halb-halb) für die klassische Mischung bestellen. CHF 22–35 pro Person. Mit Weisswein oder Kräutertee paaren.

Raclette: Ein Käselaib unter dem Grill geschmolzen und auf Pellkartoffeln, Silberzwiebeln und Cornichons gekratzt. Einfacher und vielleicht noch besser als Fondue. Oft in Bergrestaurants und bei lokalen Festen.

Rösti: Schweizer Kartoffelkuchen. Gut gemacht ist er spektakulär – aussen knusprig, innen weich, manchmal mit Käse oder Speck. Das Standardkartoffelgericht der Deutschschweiz.

Zürcher Geschnetzeltes: Zürichs Signaturkericht – dünne Kalbfleischstreifen in einer Rahm-Champignon-Sauce, mit Rösti serviert. In jedem traditionellen Zürcher Restaurant zu finden. CHF 35–45.

Birchermüesli: Das Original-Overnight-Oats, von Dr. Bircher-Benner in Zürich in den 1900er Jahren kreiert. Schweizer Hotels und Cafés servieren es zum Frühstück – eingeweichter Hafer mit Früchten, Joghurt und Nüssen. Leicht und ausgezeichnet.

Schweizer Schokolade: Das Original unterscheidet sich merklich von Schokolade, die anderswo unter demselben Markennamen hergestellt wird. Lindt, Läderach, Cailler, Frey – alle sind es wert, sie aus Schweizer Läden zu probieren.

Die Verbindung mit Schweizers Natur

Erstbesuchende konzentrieren sich oft auf die ikonischen bezahlten Ausflüge und verpassen die ruhigeren Naturerlebnisse, die genauso lange im Gedächtnis bleiben:

Schwimmen in einem Schweizer See, wenn sich die Alpen im stillen Frühmorgen-Wasser spiegeln. Durch eine Blumenwiese auf 1 800 Metern gehen, wo Kuhglocken unsichtbarer Herden über das Tal klingen. Den Aare-Fluss an Berns Terrassenrosengarten im Abendlicht vorbeifliessen sehen. An einem Aussichtspunkt auf einem kostenlosen Wanderweg stehen und dasselbe Bergpanorama sehen, das Glacier Express-Passagiere CHF 200 gesehen haben, in vollständiger Stille.

Diese Erlebnisse stehen jedem Besucher unabhängig vom Budget zur Verfügung. Sie sind Teil dessen, was kostenlose Aktivitäten in der Schweiz in der Praxis bedeutet. Die bekannten bezahlten Attraktionen nicht die ruhigeren Momente verdrängen lassen.

Hilfe in der Schweiz bekommen

Schweiz Tourismus: myswitzerland.com ist die offizielle Quelle für praktische Informationen, Veranstaltungskalender und Reiseführer.

SBB-Kundendienst: Auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar. Schalter in grossen Bahnhöfen sind besetzt und hilfreich.

Touristinformationen: Jede grössere Stadt und jedes Resort hat ein Touristenbüro, meist in der Nähe des oder im Hauptbahnhof. Personal spricht Englisch.

Notfall: 112 (allgemein), 117 (Polizei), 144 (Krankenwagen), 118 (Feuerwehr).

App-Ökosystem für die Schweiz:

  • SBB Mobile: Züge und Transport
  • MeteoSwiss: Wetter
  • MySwitzerland: Attraktionen
  • Maps.me oder Google Maps (offline): Navigation

Ihr erster Schweizbesuch wird wahrscheinlich einen zweiten schaffen. Die meisten Menschen, die einmal kommen, kehren zurück. Die Kombination aus natürlicher Schönheit, effizienter Infrastruktur, kulturellem Reichtum und aussergewöhnlichem Outdoor-Zugang ist selten in der Welt. Es gut planen – Verkehrspass, realistisches Budget, die richtigen Stützpunkte – verwandelt eine gute Reise in eine aussergewöhnliche.