21 Tage Schweiz: die ultimative Drei-Wochen-Reise

21 Tage Schweiz: die ultimative Drei-Wochen-Reise

Warum drei Wochen sich lohnen

Drei Wochen in der Schweiz sind ein seltener Luxus – lang genug, jede Region ohne Hast zu erkunden, jeden ikonischen Panoramazug zu fahren und die Orte zu entdecken, die kürzere Reiseprogramme immer auslassen. Dies ist das vollständige Schweiz-Erlebnis: von den sanften Voralpen Appenzells im Nordosten bis zu den palmengesäumten Ufern von Lugano im Süden, von der mittelalterlichen Hauptstadt Bern bis zum Glamour von St. Moritz und der internationalen Weltläufigkeit von Genf.

Die fünf ikonischen Zugreisen in diesem Programm – der Glacier Express, der Bernina Express, der GoldenPass Panoramic, der Gotthard Panorama Express und der Voralpen Express – repräsentieren das Beste der Schweizer Eisenbahntechnik und Landschaft. Der Swiss Travel Pass deckt alle ab (Sitzplatzreservierungen für die ersten beiden erforderlich).


Tage 1–2: Zürich und Appenzell

Tag 1 – Zürich

Am Flughafen Zürich ankommen und den ersten Abend sowie den folgenden Morgen in Zürich verbringen. Die Altstadt, das Fraumünster (Chagall-Fenster), das Kunsthaus Zürich und die Seepromenade verdienen mindestens einen vollen Nachmittag und Abend. Abendessen im Langstrasse-Quartier.

Tag 2 – Zürich und das Lindt-Museum

Ein entspannterer zweiter Tag in Zürich. Morgens im Lindt Home of Chocolate Museum in Kilchberg (20 Min. mit der S-Bahn). Nachmittags die weniger bekannten Quartiere Zürichs erkunden: die Enge- und Wollishofen-Seeanrainer-Quartiere südlich der Stadt oder das Seefeld-Quartier östlich des Zentrums. Abends in der Altstadt.

Unterkunft: 2 Nächte Zürich.


Tage 3–4: Appenzell und die Ostschweiz

Tag 3 – Reise nach Appenzell

Zug von Zürich nach Appenzell via St. Gallen (ca. 1 Std. 45 Min.). Appenzell ist das traditionellste aller Schweizer Städtchen – eine Region, die einige der ältesten Formen der Schweizer Demokratie beibehielt (die Landsgemeinde-Freiluftabstimmung wurde hier bis 1997 abgehalten), mit aufwendig bemalten Holzbauernhäusern, der reichsten Folkloreüberlieferung des Landes und einigen der besten Wanderwege im Alpstein.

Die Hauptstrasse von Appenzell-Dorf ist mit bemalten Gebäuden in tiefen Rottönen, Gelb und Grün mit verzierten Giebelläden gesäumt – die Architektur ist unvergleichlich. Das Appenzeller Museum dokumentiert die aussergewöhnlichen lokalen Bräuche: Appenzeller Trachten, Kuhglockenzeremonien und die Käsekultur des Alpsteins.

Tag 4 – Säntis-Gipfel und Wildkirchli-Höhlen

Der Säntis ist der höchste Gipfel im Alpstein auf 2.502 Metern und hat eine Seilbahn ab Schwägalp (Bus ab Appenzell). Das Gipfelpanorama umfasst an klaren Tagen Deutschland, Österreich, Liechtenstein und das Schweizer Mittelland bis zum Jura.

Auf dem Rückweg die Wildkirchli-Höhlen bei Ebenalp besuchen – eine Gruppe prähistorischer Höhlen, die seit dem 17. Jahrhundert als Einsiedelei genutzt wurden, erreichbar per Seilbahn und einem kurzen Klippenweg. Das Terrassenrestaurant in Ebenalp, am Rand der Klippe über einem Wolkenmeer gelegen, ist eine der dramatischsten Café-Kulissen der Schweiz.

Unterkunft: 2 Nächte Appenzell.


Tage 5–6: Luzern

Zug von Appenzell nach Luzern via Gossau und Zug (ca. 2 Std.). Zwei volle Tage in Luzern – der klassischen Schweizer Stadt.

Tag 5 – die Stadt

Kapellbrücke, Museggmauer, Weinmarkt, Jesuitenkirche, Schweizer Verkehrshaus. Das Löwendenkmal – ein sterbender Sandsteinlöwe, in eine Felswand gemeisselt, zum Gedenken an die 1792 in Paris getöteten Schweizer Gardisten – ist eine der bewegendsten öffentlichen Skulpturen Europas. Twain nannte es „das traurigste und bewegendste Stück Stein der Welt.”

Abendliche Seereise mit dem Raddampfer.

Tag 6 – Pilatus

Die Goldene Pilatus-Rundfahrt: Boot von Luzern nach Alpnachstad, steilste Zahnradbahn der Welt (48% Gefälle) auf den 2.132-Meter-Gipfel, Seilbahnrückkehr via Fräkmüntegg. Der gesamte Rundkurs dauert vier bis fünf Stunden. Alternative: mit dem Boot zur Rigi – der „Königin der Berge” und dem ersten per Zahnradbahn zugänglichen Berg Europas (1871). Der Rigikamm auf 1.797 Metern hat Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsblicke über Wolken und See.

Unterkunft: 2 Nächte Luzern.


Tag 7: Gotthard Panorama Express – Luzern nach Locarno

Der Gotthard Panorama Express ist eine zweiteilige Reise: zuerst per Dampfschiff von Luzern die Länge des Vierwaldstättersees hinunter bis Flüelen (2,5 Std.), dann per Vintage-Panoramazug durch das Gotthardmassiv nach Locarno am Lago Maggiore (2 Std.). Der Bootabschnitt passiert die Tell-Platte, die Rütliwiese (Geburtsort der Schweizerischen Eidgenossenschaft) und die dramatische Seeenge bei Brunnen.

Der Zugabschnitt klettert durch die Spiraltunnel der alten Gotthardstrecke (eröffnet 1882) und steigt dann durch das Tessin zur mediterranen Atmosphäre von Locarno hinab. Eine Sitzplatzreservierung ist erforderlich (ca. CHF 15).

In Locarno am späten Nachmittag ankommen. Die palmengesäumte Seepromenade und die Piazza Grande erkunden sowie die Standseilbahn zum Santuario della Madonna del Sasso nehmen.

Unterkunft: 1 Nacht Locarno.


Tag 8: Lugano

Zug von Locarno nach Lugano (50 Min.). Lugano ist die Finanz- und Kulturhauptstadt der italienischsprachigen Schweiz – eine Stadt voller faszinierender Kontraste, wo Schweizer Ordnung auf italienischen Stil trifft.

Monte San Salvatore (Standseilbahn ab Lugano-Paradiso) und Monte Brè (Seilbahn ab Cassarate) umrahmen die Stadt auf beiden Seiten. Die Seewanderung von Lugano nach Gandria (2 Std. einfach) ist die schönste im Tessin. MASI, das Museum für Kunst der italienischen Schweiz, hat eine starke Schweizer und italienische Sammlung des 20. Jahrhunderts.

Unterkunft: 1 Nacht Lugano.


Tage 9–10: St. Moritz und das Engadin

Zug von Lugano nach St. Moritz via Bellinzona und Chur (ca. 3 Std.). St. Moritz liegt auf 1.800 Metern im Engadin, dem am höchsten gelegenen bewohnten Tal der Schweiz.

Tag 9 – Ankunft und das Tal

Ankommen und das Dorf abwandern. Das Segantini Museum beherbergt die wichtigste Sammlung von Giovanni Segantinis Werk. Den Seeufer entlanglaufen und im Sommer ein Fahrrad ausleihen, um das Tal Richtung Maloja zu erkunden.

Tag 10 – Diavolezza und Morteratsch-Gletscher

Die Diavolezza-Seilbahn ab Pontresina erreicht 2.978 Meter und öffnet sich auf eines der grossen Hochgebirgspanoramen der Alpen: das Berninamassiv (Piz Bernina auf 4.049 m ist der höchste der östlichen Alpen), der Morteratsch-Gletscher und Italien dahinter.

Die Morteratsch-Gletscherwanderung vom Tal (2 Std. Hin- und Rückweg) ist der zugänglichste Gletscherausflug im Engadin – Schilder am Wanderweg markieren den Gletscherrückgang im vergangenen Jahrhundert.

Unterkunft: 2 Nächte St. Moritz.


Tag 11: Bernina Express – St. Moritz nach Lugano (oder Tirano)

Der Bernina Express gilt weithin als die malerischste Bahnstrecke der Welt – eine UNESCO-Welterbelinie, die auf 2.253 Meter klettert, permanente Schneefelder überquert und durch subtropische Vegetation zur italienischen Grenzstadt Tirano hinabsteigt, alles innerhalb von drei Stunden. Das Brusio-Kreisviadukt – eine perfekte Steinschleife zur Steigungskontrolle – ist das meistfotografierte Bauwerk der Strecke.

Den Zug bis Tirano nehmen, dann den Postauto oder Regionalzug via Como nach Lugano für die Nacht. Oder wenn Lugano bereits besucht wurde, den Bus nach Bergamo nehmen für einen Ausflug.

Unterkunft: 1 Nacht Lugano oder Tirano-Gebiet.


Tage 12–13: Zermatt

Zug nach Zermatt via Bellinzona, Brig und Visp (ca. 4 Std.). Die Ankunft in Zermatt – autofreies Dorf, Elektrotaxis, das Matterhorn, das den Himmel am Ende der Bahnhofstrasse füllt – ist einer der grossen Momente jedes Schweiz-Programms.

Tag 12 – Matterhorn Glacier Paradise

Matterhorn Glacier Paradise auf 3.883 Metern (höchste Seilbahnstation der Alpen), Gletscherpalast-Eishöhle, 29-Gipfel-Panorama. Nachmittags im Dorf: Matterhorn Museum Zermatlantis, der Bergsteigerfriedhof.

Tag 13 – Glacier Express Abreisetag (Morgen frei)

Freier Morgen in Zermatt – nach Riffelalp wandern, die Rothorn-Seilbahn nehmen oder einfach in einem Café sitzen und das Matterhorn betrachten. Nachmittags Abfahrt mit dem Glacier Express.


Tag 14: Glacier Express – Zermatt nach Chur

Der vollständige Glacier Express in der 1. Klasse ab Zermatt fährt um 9.52 Uhr ab und erreicht St. Moritz um 18.57 Uhr. Da St. Moritz bereits besucht wurde, mit dem Zug bis Chur fahren – die Fahrt dauert ca. fünf Stunden und deckt die dramatischsten Abschnitte einschliesslich Oberalppass und Rheinschluchtsabstieg ab. Chur ist die älteste Stadt der Schweiz (dokumentierte römische Siedlung) mit einer kompakten mittelalterlichen Altstadt.

Unterkunft: 1 Nacht Chur.


Tag 15: Bern

Zug von Chur nach Bern (2 Std.). Die Bundeshauptstadt verdient einen ganzen Tag – 6 Kilometer überdachte Lauben, der Zytglogge-Turm, der Rosengarten, das Bundeshaus. Das Einstein Museum im Bern Historischen Museum besuchen.

Unterkunft: 1 Nacht Bern.


Tage 16–17: Interlaken und das Berner Oberland

Zug nach Interlaken (50 Min.). Zwei Nächte, um die Jungfrauregion richtig zu erkunden.

Tag 16 – Jungfraujoch

Jungfraujoch – die 3.454-Meter-Gipfelbahn, Eispalast, Aletschgletscher. Früher Start unbedingt erforderlich.

Tag 17 – Lauterbrunnental und Schilthorn

Trümmelbachfälle, Staubbachfall, Talsohlenwanderung. Nachmittags auf dem Schilthorn (2.970 m) – das rotierende James-Bond-Restaurant Piz Gloria mit seinem Eiger-Mönch-Jungfrau-Panorama.

Unterkunft: 2 Nächte Interlaken oder Grindelwald.


Tage 18–19: GoldenPass – Interlaken nach Montreux

Tag 18 – GoldenPass Panoramic Express

Die GoldenPass-Strecke von Interlaken nach Montreux ist eine der abwechslungsreichsten Landschaftsreisen der Schweiz – vom deutschsprachigen Berner Oberland durch das Simmental ins französischsprachige Waadtland über den Zweisimmen-Pass und durch Weinberge zum See hinunter. Der neue GoldenPass Express (eingeführt 2022) fährt die gesamte Strecke erstmals ohne Umsteigen.

In Montreux bis Mittag ankommen. Die Seepromenade abwandern, die Freddie-Mercury-Statue besuchen und das Château de Chillon erkunden.

Tag 19 – Chillon und die Lavaux-Weinberge

Château de Chillon Eintrittskarte für den Morgen – die Festung aus dem 13. Jahrhundert auf ihrem Seefelsen ist das meistbesuchte historische Monument der Schweiz. Den Weg zurück nach Montreux entlang des Seeufers abwandern.

Nachmittags: die Lavaux-UNESCO-Weinbergterrassen zwischen Montreux und Lausanne. Den Lokalzug nach Rivaz oder Épesses nehmen und den Weinpfad zurück nach Vevey durch die terrassierten Weinberge wandern, mit dem See unten und den Savoyer Alpen jenseits des Wassers.

Unterkunft: 2 Nächte Montreux.


Tage 20–21: Genf und Greyerz

Tag 20 – Greyerz: Käse und Schokolade

Tagesausflug von Montreux nach Greyerz. Das mittelalterliche Hügelstädtchen Greyerz (45 Min. von Montreux mit Zug und Bus) ist der Ursprung eines der berühmtesten Schweizer Käse. Das Greyerzer Käse- und Schokoladenerlebnis umfasst einen Besuch der Käserei (La Maison du Gruyère), der Cailler-Schokoladenfabrik in Broc und des perfekt erhaltenen mittelalterlichen Dorfs. Das HR-Giger-Museum im Greyerzer Dorf – dem Schweizer Künstler gewidmet, der das „Alien”-Wesen schuf – ist eine unerwartete und ausgezeichnete Ergänzung.

Abends nach Montreux zurückkehren und den Zug nach Genf nehmen (45 Min.).

Tag 21 – Genf und Abreise

Letzter Tag in Genf. Die Altstadt abwandern, den Jet d’Eau besichtigen, das Völkerbundpalais besuchen (mit Voranmeldung) und ein letztes Schweizer Abendessen an der Seepromenade geniessen. Der Genfer Flughafen ist 15 Minuten mit dem Direktzug vom Bahnhof Cornavin entfernt.


Praktische Informationen

Reisepass

Der Swiss Travel Pass (21 aufeinanderfolgende Tage) kostet ca. CHF 560 pro Erwachsener in 2026. Für dieses Programm ist er die bei weitem beste Option – er deckt alle regulären Züge, alle Seefahrten und gibt erhebliche Rabatte auf Bergbahnen.

Budgetschätzung (pro Person, 21 Tage, Komfortbudget)

  • Swiss Travel Pass (21 Tage): CHF 560
  • Bergausflüge: CHF 350–450
  • Panoramazug-Reservierungen: CHF 100
  • Unterkunft (21 Nächte, Mittelklasse Komfort): CHF 3.500–5.000
  • Verpflegung (CHF 70/Tag): CHF 1.470

Gesamt pro Person (ohne Flüge): CHF 6.000–7.600