Luzern-Interlaken-Express: die malerische Abkürzung

Luzern-Interlaken-Express: die malerische Abkürzung

Quick answer

Ist der Luzern-Interlaken-Express mit dem Swiss Travel Pass kostenlos?

Ja, der Luzern-Interlaken-Express ist vollständig mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt, ohne Reservierung. Er fährt stündlich und dauert ca. 2 Stunden.

Was ist der Luzern-Interlaken-Express?

Der Luzern-Interlaken-Express ist eine malerische Regionalbahn, die zwei der meistbesuchten Städte der Schweiz in einer 2-stündigen Reise ohne Umsteigen verbindet — durch Berggelände, über den Brünigpass und entlang des Brienzersees bis ins Herz des Berner Oberlandes. Es ist eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse der Schweizer Panoramazüge: Keine Reservierung erforderlich, vollständig mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt und stündlich den ganzen Tag über fahrend.

Im Gegensatz zum Glacier Express oder Bernina Express — die Reservierungen und bestimmte Abfahrtszeiten erfordern — läuft der Luzern-Interlaken-Express als regulärer Fahrplan-Dienst. Sie können in jede Abfahrt einsteigen, sich irgendwo hinsetzen und in Ihrem eigenen Tempo reisen. Diese Flexibilität macht ihn zu einer besonders guten Option für unabhängige Reisende, die Panoramazüge ohne die Verpflichtung einer festen Buchung wollen.

Der Zug wird von der Zentralbahn (ZB) auf ihrem eigenen Meterspur-Gleis betrieben — ein von den SBB-Hauptstrecken getrenntes Netz, das die beiden Städte über eine Bergstrecke verbindet.

Die Strecke im Detail

Die Reise umfasst rund 100 Kilometer zwischen Luzern und Interlaken, mit dem Brünigpass (1.002 m) als höchstem Punkt. Der Brünig ist im Vergleich zu Gotthard oder Bernina kein dramatischer Alpenpass — er ist ein bewaldetes Wasserscheide-Gebiet zwischen Aare und Reuss, grün und ruhig. Die Dramatik liegt am Anfang (Vierwaldstättersee-Blicke beim Verlassen der Stadt) und am Ende (Brienzersee). Der Pass selbst ist sanftes Hügelland.

Luzern nach Giswil: Seeufer und Tal

Abfahrt vom Luzerner Hauptbahnhof. Der Zug fährt zunächst am Vierwaldstättersee entlang durch Hergiswil, von wo aus Sie zurück auf die Stadtsilhouette und den Mount-Pilatus-Hintergrund schauen können. Von Hergiswil aus fährt die Linie ins Sarneraa-Tal und folgt einem Fluss bergauf durch die kleinen Kantone Obwalden und Nidwalden.

Sarnen (472 m): Hauptstadt des Kantons Obwalden, ca. 10.000 Einwohner. Das Altstadtzentrum hat ein schönes Rathaus und eine Pfarrkirche.

Lungern (718 m): Ein kleines Dorf am Ende eines dramatisch schönen Sees (Lungernsee). Der Seespiegel wurde im 19. Jahrhundert künstlich gesenkt, um Ackerland zu schaffen, was eine charakteristische längliche Form hinterließ. Die Dorfkirche steht direkt am Wasser.

Giswil nach Brienz: Brünigpass und Abstieg

Jenseits von Giswil steigt der Zug stetig an. Dieser Abschnitt verwendet ein Zahnrad-System — dieselbe Technologie, die Schweizer Bergbahnen antreibt — um die steileren Gradientabschnitte zu bewältigen. Das maximale Gefälle am Brünig beträgt 120 Promille, was steil genug ist, um das Zahnrad zu erfordern.

Brünig-Hasliberg (1.002 m): Der Gipfel des Passes. Ein kleines Feriendorf oben. Im Sommer beliebter Ausgangspunkt für Mountainbike-Touren und Wanderungen ins Haslital.

Meiringen (595 m): Die größte Stadt im Haslital. Meiringen beansprucht zwei internationale Auszeichnungen: Es ist angeblich der Geburtsort des Desserts Meringue und der Schauplatz der Sherlock-Holmes-Geschichte „Das letzte Problem”, in der Holmes und Moriarty vom nahegelegenen Reichenbachfall stürzen. Das Sherlock-Holmes-Museum in Meiringen ist ein Wallfahrtsort für Fans. Der Reichenbachfall selbst ist per historischer Standseilbahn erreichbar.

Brienz (567 m): Ein Dorf am Westufer des Brienzersees, bekannt für Holzschnitzerei (die handwerkliche Tradition lebt noch, mit Werkstätten für Besucher geöffnet) und die nahe gelegenen Giessbach-Fälle. Brienz ist auch Ausgangspunkt der Rothorn-Bahn — eine Schmalspurdampfbahn (eine der letzten in der Schweiz), die auf den Brienzer-Rothorn-Gipfel (2.244 m) klettert.

Brienz nach Interlaken: entlang des Sees

Nach Brienz fährt der Zug am Südufer des Brienzersees nach Interlaken. Dieser ca. 20-minütige Abschnitt ist der spektakulärste Teil der Reise. Der Brienzersee hat eine tiefe türkisgrüne Farbe, gespeist durch Gletscherschmelzwasser. Die Berner Oberland-Gipfel — oberhalb von Grindelwald und Richtung Jungfrau — sind an klaren Tagen über dem gegenüberliegenden Ufer sichtbar.

Der Zug kommt am Interlaken Ost an — dem östlichen Bahnhof, der der Hauptabfahrtspunkt für Zahnradbahnen ins Jungfraugebiet ist.

Ticketpreise 2026

Regulärer SBB/Zentralbahn-Dienst mit Standardtarifen:

Strecke2. Klasse1. Klasse
Luzern nach Interlaken (gesamt)CHF 48CHF 82
Luzern nach BrienzCHF 42CHF 72
Luzern nach MeiringenCHF 38CHF 65

Keine Reservierung erforderlich. Jede Abfahrt besteigen, irgendwo in der entsprechenden Klasse sitzen. Der Zug fährt ca. stündlich in beide Richtungen.

Swiss Travel Pass: der wichtigste Vorteil

Der Luzern-Interlaken-Express ist eines der überzeugendsten Argumente für den Swiss Travel Pass. Mit dem Pass:

  • Die gesamte Strecke ist ohne Aufpreis abgedeckt (beide Richtungen)
  • Keine Reservierung erforderlich — einfach in jede Abfahrt einsteigen
  • Sie können an jedem Bahnhof (Meiringen, Brienz, Sarnen) aussteigen und mit dem nächsten Zug weiterfahren
  • Schifffahrten auf dem Brienzersee (verbindet Interlaken Ost, Brienz und Giessbach) sind ebenfalls mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt

Beste Sitzplätze

Auf der rechten Seite sitzen in Richtung Luzern–Interlaken für die besten Brienzersee-Blicke (rechte Seite zeigt nach Süden). Der See erscheint rechts für den größten Teil des Abschnitts Brienz–Interlaken.

Von Interlaken nach Luzern: links sitzen — der See ist links in Fahrtrichtung Osten.

Der Zug ist kein reiner Touristenzug — er ist eine Pendler- und Regionalbahn. Die Wagen sind komfortabler Zentralbahn-Standard, aber nicht so panoramisch wie der Bernina Express. Was der Dienst an Ingenieurdramatik fehlt, kompensiert er durch Häufigkeit, Flexibilität und die echte Schönheit des Brienzersees.

Wichtige Zwischenstopps

Meiringen und die Sherlock-Holmes-Verbindung

Der Reichenbachfall oberhalb von Meiringen ist der Ort, an dem Arthur Conan Doyle 1893 Sherlock Holmes töten ließ. Conan Doyle besuchte die Wasserfälle im Urlaub in der Schweiz und war von ihrer dramatischen Höhe und Abgelegenheit beeindruckt. Das Meiringer Sherlock-Holmes-Museum befindet sich in einer Nachbildung des Baker-Street-Arbeitszimmers in der Englischen Kirche. Eintritt moderat (CHF 3–5).

Die Fälle selbst sind über eine historische Standseilbahn vom Talboden aus erreichbar (separates Ticket, ca. CHF 6 Rückfahrt). Die Aussichtsplattform befindet sich an der Spitze des ersten Kaskade, mit einer Tafel, die die fiktive Szene markiert.

Holzschnitzertradition Brienz

Brienz ist seit dem späten 18. Jahrhundert ein Zentrum der Holzschnitzerei, als lokale Handwerker begannen, Dekorationsgegenstände für die frühe Tourismusbranche herzustellen. Die Tradition setzt sich heute in ca. 15 Werkstätten fort, die handgeschnitzte Bären, Gämsen, Edelweißmotive und Dekorationsgegenstände produzieren.

Das Freilichtmuseum Ballenberg liegt 5 Kilometer östlich von Brienz (Bus ab Bahnhof). Dieses 66-Hektar-Museum beherbergt rund 100 historische Schweizer Landhäuser, die aus dem ganzen Land umgesetzt wurden. Eintritt CHF 28 für Erwachsene; Bustransfer mit Swiss Travel Pass abgedeckt.

Brienzersee Schifffahrt

Die Brienzersee-Schifffahrt verbindet Interlaken Ost, Giessbach und Brienz mit Dampf- und Motorschiffen. Der Dienst ist mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt. Die Kombination von Zug in eine Richtung und Schiff in die andere schafft eine Rundstrecke mit vollkommen unterschiedlichen Perspektiven auf den See.

Die Giessbach-Schiffsanlegestelle liegt direkt unterhalb der berühmten Giessbach-Fälle — Sie können über einen Naturpfad aufsteigen oder die historische Standseilbahn (kleiner Aufpreis) zum Grandhotel Giessbach nehmen.

Kombination mit anderen Reisen

Mit dem Gotthard Panorama Express: Am Nachmittag per Gotthard Panorama Express aus Lugano in Luzern ankommen, übernachten, dann am nächsten Morgen nach Interlaken weiterfahren. Dies schafft einen Süd-Nord-West-Bogen durch die Zentralschweiz.

Mit dem GoldenPass Express: Der GoldenPass Express verbindet Interlaken mit Montreux. Kombiniert mit dem Luzern-Interlaken-Express können Sie an einem Tag mit zwei Panoramazügen von Luzern nach Interlaken nach Montreux reisen.

Mit dem Jungfraujoch: Ein Morgenankommen in Interlaken Ost lässt den Nachmittag für die Zahnradbahn zum Jungfraujoch frei.

Praktische Tipps

Tipp 1 — In Luzern für das Morgenlicht abfahren. Luzern morgens verlassen (ca. 08:00–09:00 Uhr) fängt das beste Berglicht über dem Brienzersee ein.

Tipp 2 — In Brienz für ein paar Stunden stoppen. Die Holzschnitzerwerkstätten, die Dampfbahn und die Seeuferblicke lohnen einen Halbtages-Zwischenstopp. Mit dem Swiss Travel Pass aussteigen und mit der nächsten stündlichen Abfahrt weiterreisen.

Tipp 3 — Zug und Schiff auf dem Brienzersee kombinieren. Mit dem Zug von Luzern nach Brienz fahren, dann das Schiff von Brienz nach Interlaken Ost (1 Stunde auf dem See). Beide sind mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt. Dies ist eine der besten Abfolgen für Landschaft pro Stunde im Berner Oberland.

Tipp 4 — Der Zug ist ein stündlicher Dienst, keine Sonderabfahrt. Im Gegensatz zu den benannten Panoramazügen fährt dieser stündlich. Wenn eine Abfahrt verpasst wird, ist die nächste 60 Minuten später.

Tipp 5 — Die Brienzer-Rothorn-Dampfbahn beachten. Ab Bahnhof Brienz fährt die altmodische dampfbetriebene Rothorn-Bahn auf den Gipfel (ca. CHF 76 Rückfahrt; 50% Rabatt mit Swiss Travel Pass). Der 1-stündige Aufstieg durch Alpweiden ist eines der charmantesten Schmalspurerlebnisse der Schweiz.

Anreise nach Luzern

  • Zürich: 50 Minuten per IC
  • Bern: 1 Stunde 5 Minuten per IC
  • Basel: 1 Stunde per IC
  • Genf: 2 Stunden 50 Minuten über Bern

Sie können den Swiss Travel Pass online kaufen, der diese Strecke und alle anderen Schweizer Bahn-, Schiff- und Busverbindungen abdeckt.