GoldenPass Express: Montreux nach Interlaken

© Swiss Travel System AG, 2022, Fotograf: Tobias Ryser

GoldenPass Express: Montreux nach Interlaken

Quick answer

Was macht den GoldenPass Express besonders?

Der GoldenPass Express ist der erste Zug, der ohne Umsteigen direkt von Montreux nach Interlaken fährt, dank eines einzigartigen Spurwechselsystems. Er bietet die Prestige-Klasse mit extragroßen Panoramafenstern.

Was ist der GoldenPass Express?

Der GoldenPass Express ist die neueste Panoramazugverbindung der Schweiz und wurde im Dezember 2022 nach jahrzehntelanger Planung eröffnet. Er verbindet Montreux am Genfersee mit Interlaken im Berner Oberland – eine rund dreistündige Fahrt durch einige der abwechslungsreichsten und schönsten Landschaften der Schweiz. Technisch bemerkenswert – und wirklich neu, obwohl die Strecke seit über einem Jahrhundert existiert – ist, dass er nun als durchgehender Zug fährt und die Fahrgäste nicht mehr in Zweisimmen umsteigen müssen.

Der Grund für den früheren Umstieg: Auf der Strecke gibt es zwei verschiedene Spurweiten. Der Abschnitt Montreux–Zweisimmen verwendet Meterspur (1.000 mm), während der Abschnitt Zweisimmen–Interlaken Normalspur nutzt. Um beides zu verbinden, brauchte es entweder einen Umstieg oder eine völlig neue technische Lösung. Der GoldenPass Express setzt auf Letzteres: spezielle Spurwechsel-Radsätze, die sich am Übergang in Zweisimmen automatisch anpassen, sodass die Panoramawagen ohne Unterbrechung weiterrollen. Die Fahrgäste bleiben sitzen. Die Aussicht geht weiter.

Auf einen Blick

StreckeMontreux nach Interlaken (oder umgekehrt)
Dauerrund 3 Stunden
Kostenetwa CHF 64-165 je nach Klasse, plus eine Sitzplatzreservierung von CHF 10-16 (in der Prestige-Klasse inbegriffen)
Swiss Travel Passdeckt den Grundpreis der 2./1. Klasse ab; der Prestige-Zuschlag ist immer zu zahlen
Buchungsfenster90 Tage im Voraus; für den Sommer 3-4 Wochen vorher buchen
Beste Zeitganzjährig; klarste See- und Bergblicke von Juni bis September

Die Strecke: Montreux nach Interlaken

Die Reise führt über rund 120 Kilometer durch drei unterschiedliche Landschaftszonen, jede mit eigenem Charakter.

Montreux nach Zweisimmen: der Abschnitt der Berg-Weinberge

Die Abfahrt erfolgt am Bahnhof Montreux, der direkt am Ufer des Genfersees liegt. Während der Zug sofort vom Seeufer aus ansteigt, folgt der erste bemerkenswerte Anblick: die Weinbergterrassen des Lavaux – steile, von Hand bewirtschaftete Terrassen, die zum See hin abfallen und selbst UNESCO-Weltkulturerbe sind. Der Kontrast zwischen der blauen Fläche des Genfersees, den grünen Reben und den ersten alpinen Höhenzügen dahinter ist unmittelbar und fesselnd.

Die Linie führt weiter hinauf durch Les Avants, ein Dorf, das bei Reisenden der Belle Époque beliebt war, und über den Col de Jaman, bevor sie ins Pays-d’Enhaut – das „Hochland” – hinabführt. Dieses Gebiet ist kulturell eigenständig: französischsprachig, ländlich geprägt, bekannt für Scherenschnittkunst (Découpage) und handwerklich hergestellten Käse. Im Dorf Château-d’Oex findet jeden Januar das weltberühmte Heissluftballon-Festival statt.

Der Zug steigt weiter durch Saanen (nur wenige Busminuten von Gstaad entfernt, einem der teuersten Dörfer der Schweiz) und erreicht Zweisimmen, wo der Spurwechsel unsichtbar unter den Wagen stattfindet.

Wichtige Stationen auf diesem Abschnitt:

  • Montreux (372 m)
  • Les Avants (975 m)
  • Château-d’Oex (1.000 m)
  • Saanen (1.004 m)
  • Gstaad (1.050 m) — optionaler Ausstieg für den Ferienort
  • Zweisimmen (958 m) — Spurwechselpunkt

Zweisimmen nach Interlaken: Simmental und Thunersee

Nach Zweisimmen fährt der Zug ins Simmental – ein breites, üppiges Tal mit Bauernhäusern mit riesigen Schindeldächern und Wiesen voller der berühmten Simmentaler Rinder. Das Tal ist sanft und ländlich, ein ruhiger Gegenpol zur dramatischeren Bergkulisse zuvor.

In Spiez erreicht der Zug das Ufer des Thunersees. Der See erscheint plötzlich und eindrucksvoll: eine tiefturkise Fläche, hinter der die schneebedeckten Gipfel des Berner Oberlands – Eiger, Mönch und Jungfrau – an klaren Tagen als weiße Wand im Süden zu sehen sind. Das Schloss Spiez thront auf einem Vorsprung über dem See.

Der letzte Abschnitt führt am Seeufer entlang bis Interlaken West und dann Interlaken Ost – dem Hauptbahnhof für Verbindungen zum Jungfraujoch, nach Grindelwald und Lauterbrunnen.

Wichtige Stationen auf diesem Abschnitt:

  • Zweisimmen (958 m)
  • Spiez (628 m)
  • Interlaken West (567 m)
  • Interlaken Ost (567 m)

Ticketpreise 2026

KlassePreis (einfache Fahrt)
2. KlasseCHF 64
1. KlasseCHF 104
Prestige-KlasseCHF 165

Für den GoldenPass Express ist eine Sitzplatzreservierung erforderlich:

  • 2. Klasse: CHF 10
    1. Klasse: CHF 16
  • Prestige-Klasse: inbegriffen

Prestige-Klasse: lohnt sie sich?

Die Prestige-Klasse ist das Markenzeichen des GoldenPass Express und eines der originellsten Reisekonzepte im Schweizer Bahnverkehr. Die Fahrgäste sitzen im vorderen Bereich des ersten Wagens hinter einer vollständig verglasten Panoramanase – praktisch mit dem Blickwinkel des Führerstands, aber in einem separaten Fahrgastabteil.

Die Sitze sind paarweise nach vorn ausgerichtet und leicht zu den Frontfenstern hin gewinkelt. Der Blick nach vorn ist ungehindert und reicht bis zum Horizont. Für den Abschnitt am Thunersee und durch die Weinbergterrassen ist das eine wirklich aussergewöhnliche Perspektive.

Was die Prestige-Klasse beinhaltet:

  • Garantierter nach vorn gerichteter Panoramaplatz
  • Kostenloses alkoholfreies Willkommensgetränk
  • Persönlicher Service durch das Bordpersonal
  • Breiterer, bequemerer Sitz als in der 1. Klasse

Bei CHF 165 all-inclusive (Reservierung inbegriffen) kostet die Prestige-Klasse etwa CHF 60 mehr als die 1. Klasse. Ob sich das lohnt, hängt von Ihren Prioritäten ab. Für einen einmaligen besonderen Anlass oder für Reisende, die den besten Platz im Zug wollen: ja. Für Familien oder Reisende mit knappem Budget sind die Panoramafenster der Standardklasse wirklich gut.

Die regulären Panoramawagen

Sowohl die 1. als auch die 2. Klasse fahren in Panoramawagen mit grossen Fenstern. Die Fenster sind breiter und höher als in den meisten Schweizer Zügen, wenn auch nicht ganz so dramatisch gewölbt wie in den Panoramawagen des Bernina Express. Die Sitze sind modern und bequem.

Der wesentliche Unterschied zwischen 1. und 2. Klasse beim GoldenPass Express sind Sitzbreite und Wagenauslastung. Die Wagen der 1. Klasse sind ruhiger und haben weniger Fahrgäste. Die Fenstergrössen sind vergleichbar.

Swiss Travel Pass: Abdeckung

Der Swiss Travel Pass deckt den Grundpreis der 2. und 1. Klasse im GoldenPass Express ab. Die obligatorische Reservierung (CHF 10–16) ist im Pass nicht enthalten und muss separat bezahlt werden. Für die Prestige-Klasse ist auch mit dem Swiss Travel Pass der Prestige-Zuschlag zu zahlen.

Das Halbtax reduziert den Grundpreis des Tickets um 50 %. Die Reservierung wird nicht vergünstigt.

Buchung

Buchen Sie über die SBB (sbb.ch) oder direkt bei der Bahn Montreux–Oberland bernois (MOB). Reservierungen sind bis zu 90 Tage im Voraus möglich. Für Sommerreisen 3–4 Wochen vorher buchen. Der GoldenPass Express ist beliebt und wird tatsächlich ausverkauft, besonders in der Prestige-Klasse.

Beste Sitzplätze

Standard- und 1. Klasse: Sitzen Sie in Fahrtrichtung Montreux–Interlaken auf der rechten Seite, für den besten Blick auf den Genfersee am Anfang und den Thunersee am Ende. Die Lavaux-Weinberge fallen beim Verlassen von Montreux links (zur Seeseite) ab, sodass die linke Seite für die frühen Ausblicke wohl die beste ist – der Zug kurvt genug, dass beide Seiten ab Montreux Seeblick haben.

Praktischer Tipp: So früh wie möglich buchen und bei der Buchung konkrete Sitzplätze auswählen. Die Wagen füllen sich, und die besten Fensterplätze sind zuerst weg.

Was Sie unterwegs sehen

Die UNESCO-Weinberge des Lavaux

Die Weinberge zwischen Montreux und Vevey gehören zu den schönsten Europas. In steile Südterrassen über dem Genfersee gebaut, werden sie seit dem 11. Jahrhundert bewirtschaftet. Die hier erzeugten Weine – vor allem Chasselas – werden selten exportiert, aber in der ganzen Schweiz ausgeschenkt. Der GoldenPass Express bietet in den ersten 20 Minuten der Reise ein bewegtes Fenster auf diese Landschaft. Wenn Sie die Terrassen lieber zu Fuss oder per Auto erkunden möchten, passt eine landschaftliche Ganztagestour ab Genf durch das Lavaux und nach Montreux gut zur Zugfahrt.

Château-d’Oex und das Pays-d’Enhaut

Das Hochland zwischen Rougemont und Saanen ist sprachlich französisch, aber historisch bernisch – es kam 1555 durch Kauf an den Kanton Bern und hat einen hybriden kulturellen Charakter bewahrt. Die Bauernhäuser sind im Chalet-Stil, aber die Strassenschilder sind französisch. Der Käse ist im Stil des Raclette-Landes: reichhaltig, leicht schmelzend, perfekt. Steigen Sie hier aus, wenn Sie mit einem flexiblen Bahnpass abseits der Touristenmassen unterwegs sein möchten.

Gstaad

Der Zug hält am Bahnhof Gstaad – einem kleinen, relativ unscheinbaren Bahnhof für einen der exklusivsten Skiorte der Welt. Das Dorf Gstaad, 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, ist wirklich schön: autofreies Zentrum, alte Bauernhäuser, die zu Boutiquen umgebaut wurden, Bergkulisse. Ein halbtägiger Zwischenstopp lohnt sich, wenn Ihre Reiseplanung es zulässt.

Spiez und der Thunersee

Schloss Spiez, das über seiner eigenen Rebhalbinsel in den Thunersee ragt, ist eines jener Schweizer Postkartenmotive, die man vom Zug aus kaum für echt hält. Das mittelalterliche Schloss ist von April bis Oktober für Besucher geöffnet und beherbergt ein Museum. Der See dahinter erstreckt sich tief ins Berner Oberland. An klaren Tagen füllen die Niesen-Pyramide und die vergletscherten Gipfel jenseits von Kandersteg den südlichen Horizont.

Praktische Tipps

Tipp 1 — Für das beste Erlebnis in Montreux starten. Der Aufstieg aus Montreux durch die Weinberge wirkt im Morgenlicht besser. Nachmittäglicher Dunst über dem Genfersee kann die Sicht verringern. Die Morgenabfahrt in Montreux bringt Sie zudem bis zum Mittag nach Interlaken, sodass der Nachmittag zum Erkunden oder für die Zahnradbahn aufs Jungfraujoch frei bleibt.

Tipp 2 — Die Fahrt in Gstaad oder Château-d’Oex unterbrechen. Beide Dörfer verdienen mehr als einen Blick aus dem Fenster. Mit dem Swiss Travel Pass können Sie aussteigen und ohne Zusatzkosten mit einem späteren Zug weiterfahren (die kostenlose Reservierung einfach für den nächsten Zug neu buchen).

Tipp 3 — Mit dem Schiff auf dem Genfersee kombinieren. Fahren Sie von Luzern oder Bern per Zug nach Lausanne oder Vevey, nehmen Sie ein Schiff auf dem Genfersee nach Montreux und steigen Sie dann in den GoldenPass Express. Die Kombination aus See und Bergbahn ist eine ganztägige Reise und bietet aussergewöhnliche Vielfalt.

Tipp 4 — Die Gegenrichtung ist ebenso schön. Viele Reisende haben ihr Quartier in Interlaken und fahren mit dem GoldenPass Express als Tagesausflug nach Montreux. Die Ausblicke über den Thunersee zu Beginn der Rückfahrt sind spektakulär.

Tipp 5 — Den GoldenPass Belle Epoque in Betracht ziehen. An einzelnen Tagen setzt die MOB spezielle Belle-Époque-Wagen ein – restaurierte Art-déco-Wagen aus den 1930er Jahren mit holzgetäfelten Innenräumen und Originalausstattung. Sie verkehren an bestimmten Daten und sind einen Blick wert, wenn Sie Eisenbahnfan sind. Sie fahren auf derselben Strecke wie der GoldenPass Express.

Anschlüsse ab Interlaken

Interlaken liegt zwischen zwei Seen (Thunersee und Brienzersee) und ist das Tor zum Berner Oberland. Ab Interlaken Ost:

  • Jungfraujoch: Mit der Berner Oberland-Bahn nach Grindelwald oder Lauterbrunnen, dann mit dem Zahnradbahnsystem hinauf zum höchstgelegenen Bahnhof Europas auf 3.454 Metern. Die gesamte Fahrt dauert pro Richtung rund 2,5 Stunden.
  • Grindelwald: 35 Minuten mit dem Zug, mit dem Eiger direkt im Blick.
  • Lauterbrunnen und Wengen: 20–40 Minuten ins Tal der 72 Wasserfälle.
  • Luzern: Der Luzern-Interlaken-Express fährt in rund 2 Stunden über den Brünigpass – Details finden Sie in unserem Guide.

Anschlüsse ab Montreux

Montreux liegt an der SBB-Hauptlinie (IC) zwischen Genf und Lausanne–Bern. Ab Montreux:

  • Genf: 50 Minuten mit dem IC, der Flughafen Genf weitere 8 Minuten.
  • Lausanne: 20 Minuten mit dem IC.
  • Bern: 1 Stunde 20 Minuten über Lausanne.
  • Vevey: 6 Minuten – ein unterschätzter Ort am See mit dem Lebensmittelmuseum Alimentarium und dem Charlie-Chaplin-Museum.

Der GoldenPass Express ist die neueste Ergänzung im Portfolio der Schweizer Panoramazüge und bietet eine Dimension, die die älteren Strecken nicht haben: die dramatische Direktüberquerung von der französischsprachigen Riviera ins deutschsprachige Berner Oberland in einer einzigen ununterbrochenen Fahrt. Sie belohnt Reisende, die die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Schweiz ebenso schätzen wie die alpine Landschaft.

Für Ihre weitere Planung von Panoramazugreisen finden Sie hier unser Ranking der besten Panoramazugstrecken und unseren Ratgeber, wie man Schweizer Panoramazüge bucht. Der Swiss Travel Pass deckt den Grundpreis auf dieser Strecke ab und ist eine Prüfung wert, wenn Sie mehrere Zugfahrten planen. Sie können den Swiss Travel Pass vor Ihrer Reise online kaufen, damit er bei der Ankunft sofort aktiviert ist.

Häufig gestellte Fragen zum GoldenPass Express

Lohnt sich der GoldenPass Express im Vergleich zu anderen Schweizer Panoramazügen?

Ja, besonders wenn Sie sowohl die französischsprachige als auch die deutschsprachige Schweiz auf einer Fahrt sehen möchten. Mit rund 3 Stunden ist er kürzer und günstiger als der Glacier Express oder der Bernina Express und passt damit gut, wenn Sie wenig Zeit haben, aber dennoch ein echtes Panoramazug-Erlebnis möchten.

Muss man im GoldenPass Express einen Sitzplatz reservieren?

Ja, eine Sitzplatzreservierung ist in jeder Klasse obligatorisch – CHF 10 in der 2. Klasse, CHF 16 in der 1. Klasse, und im Fahrpreis der Prestige-Klasse inbegriffen. Reservierungen öffnen 90 Tage im Voraus; buchen Sie für Sommerreisen 3-4 Wochen vorher, denn die Strecke wird tatsächlich ausverkauft, besonders die Prestige-Plätze.