10 Tage Schweiz: das komplette klassische Programm

10 Tage Schweiz: das komplette klassische Programm

Warum zehn Tage alles verändern

Zehn Tage sind die ideale Länge für einen Erst- oder Zweitbesuch der Schweiz. Sie erlauben es, in einem zivilisierten Tempo voranzuschreiten, jedes Ziel richtig aufzunehmen, eine Panoramazugreise zu unternehmen, ohne das Gefühl zu haben, dass sie den ganzen Tag frisst, und Bern – die Hauptstadt – einzubeziehen, die kürzere Programme zu oft überspringen. Dieser Plan deckt den Bogen von Zürich im Nordosten bis nach Genf im Südwesten ab und fügt Grindelwald und das Lauterbrunnental sowie ein vollständiges Glacier Express-Erlebnis von Zermatt hinzu.

Der Swiss Travel Pass deckt alle Bahnen, die meisten Busse und Seefahrten ab. Buchen Sie die Jungfraujoch-Bahn und den Glacier Express mindestens zwei Wochen im Voraus im Sommer.


Tag 1: Zürich – Ankunft und die Altstadt

Landen am Flughafen Zürich und Direktbahnverbindung (10 Min.) zum Zürich Hauptbahnhof. Zürich belohnt einen vollen Nachmittag und Abend nach der Ankunft. Die Altstadt ist zu beiden Seiten der Limmat aufgeteilt. Die Chagall-Fenster im Fraumünster – fünf bodentiefe Tafeln in juwelentonigen Blau-, Grün- und Rottönen – gehören zu den schönsten sakralen Kunstwerken des 20. Jahrhunderts.

Das Lindt Home of Chocolate Museum in Kilchberg ist eine der besten Museumserfahrungen der Schweiz, geöffnet bis 18 Uhr.

Unterkunft: 1 Nacht Zürich. Mittelklasse CHF 160–250.


Tag 2: Luzern – mittelalterliche Stadt am See

Zug von Zürich nach Luzern (45 Min.). Den ganzen Tag erkunden. Kapellbrücke ist der natürliche Ausgangspunkt, aber dahinter liegt eine detailreiche mittelalterliche Stadt: Weinmarkt mit bemalten Renaissance-Fassaden, die Jesuitenkirche mit ihrem rosafarbenen barocken Innern und die Museggmauer.

Die Goldene Pilatus-Rundfahrt kann heute gemacht werden, wenn das Wetter klar ist. Alternativ: Pilatus auf Tag 3 verschieben und den ganzen heutigen Tag in der Stadt verbringen.

Nachmittags: Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee – die Raddampfer fahren bis in den Abend hinein.

Unterkunft: 1 Nacht Luzern.


Tag 3: Bern – die Bundeshauptstadt

Zug von Luzern nach Bern (1 Std. 20 Min.). Bern ist eine der grossen, zu wenig besuchten Hauptstädte Europas – fast vollständig mittelalterlich in seiner Mitte, mit 6 Kilometern überdachter Lauben, die es ermöglichen, die gesamte Altstadt ohne Regen zu durchqueren.

Der Zytglogge (1530) führt vier Minuten vor jeder vollen Stunde ein animiertes Schauspiel auf. Das Bundeshaus kann bei freien Führungen an Sitzungsfreien Tagen besucht werden. Der Bärenpark am Aareufer bietet freien Eintritt.

Das Bern Historisches Museum enthält das Einstein Museum (Einstein lebte in Bern, als er 1905 seine Spezielle Relativitätstheorie schrieb).

Nachzügler in Bern (Dienstag und Samstag) verwandeln die Laubenstrassen in einen spektakulären Freiluftmarkt.

Unterkunft: 1 Nacht Bern.


Tag 4: Grindelwald und Ankunft im Berner Oberland

Zug von Bern nach Interlaken Ost (50 Min.), dann Umsteigen auf Grindelwald (35 Min.). Grindelwald liegt direkt unter der Nordwand des Eigers. Einchecken und den Nachmittag auf dem Grindelwald First-Plateau verbringen (per Gondelbahn, 6 Min.), wo der Cliff Walk und die Beobachtungsplattform direkten Blick in die Nordwand des Eigers und über Wetterhorn, Schreckhorn und Fiescherhorn geben.

Die Grindelwald-Gletscherschlucht ist ein 45-minütiger Spaziergang vom Dorf – eine enge Felsspalte, ausgehöhlt durch den Unteren Grindelwaldgletscher.

Unterkunft: 2 Nächte Grindelwald oder Interlaken.


Tag 5: Jungfraujoch – Top of Europe

Das wesentliche Berner Oberland-Erlebnis. Ab dem Bahnhof Grindelwald Grund (oder Interlaken Ost) mit dem ersten Morgenzug losfahren. Die Strecke von Grindelwald ist besonders dramatisch – der Zug klettert direkt auf die Nordwand des Eigers zu, bevor er bei Eigergletscher in den Tunnel eintaucht.

Das Jungfraujoch-Bahnticket sollte im Voraus gebucht werden. Auf 3.454 Metern: Sphinx-Observatorium, Eispalast, der Aletschgletscher von der Gletscherplattform aus. Mindestens vier Stunden oben einplanen.

Beim Abstieg in Wengen (1.274 m) halt machen, dem autofreien Dorf auf der Klippe über Lauterbrunnen. Eine Stunde durch das Dorf spazieren.


Tag 6: Lauterbrunnental und Schilthorn

Zug nach Lauterbrunnen, das Gletschertal mit 72 Wasserfällen und 300-Meter-Klippen. Von Lauterbrunnen steigt die Seilbahn nach Mürren und das Schilthorn (2.970 m) – das rotierende Restaurant am Gipfel (Piz Gloria) war der Drehort des James-Bond-Films „Im Geheimdienst Ihrer Majestät” (1969). Das 360-Grad-Panorama umfasst Eiger, Mönch und Jungfrau und reicht an sehr klaren Tagen bis zum Mont Blanc in Frankreich.


Tag 7: Zermatt – Ankunft

Zug von Grindelwald oder Interlaken nach Zermatt (ca. 2 Std. 15 Min.). Das Matterhorn Museum, ein Dorfspaziergang und die Sunnega-Standseilbahn für das Nachmittagslicht auf dem Matterhorn.

Unterkunft: 2 Nächte Zermatt.


Tag 8: Glacier Express nach St. Moritz

Der Glacier Express – die berühmteste Panoramazugreise der Welt – fährt von Zermatt nach St. Moritz über Andermatt und Chur in etwa acht Stunden. Er traversiert den Oberalppass auf 2.033 Metern, überquert das Landwasser-Viadukt und durchquert eine Abfolge von Alpentälern.

Einen Fensterplatz in einem Panoramawagen reservieren. Ankommen in St. Moritz am Abend.

Unterkunft: 1 Nacht St. Moritz.


Tag 9: Zug nach Genf via Chur und Bern

Die Route über Chur und Bern nach Genf (ca. 4–5 Stunden) erlaubt es, am späten Nachmittag in Genf anzukommen und den Abend auf der Seepromenade zu verbringen.

Unterkunft: 1 Nacht Genf.


Tag 10: Genf und Abreise

Einen Morgen und frühen Nachmittag in Genf verbringen. Der Jet d’Eau, die Vieille Ville, das Internationale Rotkreuzmuseum. Abreise über den Genfer Flughafen (7 Minuten vom Stadtbahnhof).


Praktische Informationen

Der Swiss Travel Pass deckt alle Züge auf dieser Route ab. Ein 10-Tages-Flexpass (ca. CHF 460 pro Erwachsener) ist die effizienteste Option. Für diese Route ist auch der Glacier Express separat buchungspflichtig (Sitzplatzreservierung ca. CHF 15).

Die beste Reisezeit ist Juni bis September. Das Jungfraujoch ist am besten früh morgens besucht. Für das Glacier-Express-Erlebnis: an Sonnentagen fahren für die besten Aussichten.