Günstig Schweiz reisen: 10 Tage mit kleinem Budget

Günstig Schweiz reisen: 10 Tage mit kleinem Budget

Wie man die Schweiz ohne Überausgaben entdeckt

Die Schweiz hat den Ruf, das teuerste Land Europas zu sein, und in mancher Hinsicht verdient sie ihn. Aber der Ruf ist auch irreführend – denn weil das öffentliche Verkehrsnetz der Schweiz so effizient ist, ihre Supermärkte so gut sind und so viele der spektakulärsten Erlebnisse kostenlos oder mit dem richtigen Pass stark rabattiert sind, kann ein sorgfältiger Budgetreisender hier 10 aussergewöhnliche Tage für deutlich weniger verbringen, als man erwartet.

Der Schlüssel zum günstigen Schweiz-Reisen ist zu verstehen, wo das Geld hingeht und wo es nicht hinzugehen braucht. Die Berge sind grösstenteils kostenlos zu betrachten und zu bewandern. Die Städte sind sicher und zu Fuss erschliessbar. Die Züge sind teuer, aber durch den Swiss Travel Pass abgedeckt. Die Unterkunft ist die grösste Variable – und Hostels in der Schweiz gehören zu den besten Europas. Lebensmittelkosten können durch Einkaufen bei Coop oder Migros statt jedes Mal im Restaurant zu essen dramatisch gesenkt werden.

Dieses Programm folgt einer ähnlichen Route wie das 10-Tage-Klassikprogramm, aber jede Entscheidung wird durch die Brille des Wertes getroffen.


Der Budget-Rahmen

Vor der Ankunft die drei Entscheidungen verstehen, die das tägliche Schweiz-Budget bestimmen:

1. Swiss Travel Pass vs. Einzelfahrscheine

Für 10 Tage mit Zürich, Luzern, Bern, Interlaken und Zermatt gewinnt der Swiss Travel Pass (10 aufeinanderfolgende Tage) zu CHF 445 pro Erwachsenem fast immer. Das Zürich-Luzern-Ticket allein kostet CHF 46 hin und zurück. Der Jungfraujoch-Rabatt (der Pass halbiert den Zuschlag von ca. CHF 190 auf CHF 145) spart allein CHF 45. Seefahrten, Stadtverkehr und Bergbahnrabatte summieren sich schnell.

2. Hostels sind ausgezeichnet in der Schweiz

Schweizer Hostels sind sauber, gut geführt und oft an ausgezeichneten Standorten. Schweizer Jugendherbergen (Hostelling International) sind die zuverlässigste Kette; unabhängige Hostels in Universitätsstädten (Bern, Zürich) und Touristenstädten (Interlaken, Zermatt) sind oft ausgezeichnet. Erwarten: CHF 35–55 pro Nacht im Schlafsaal oder CHF 80–120 für ein Privatschlafzimmer in einem Hostel.

3. Coop und Migros sind Ihre Restaurants

Die zwei grossen Schweizer Supermarktketten sind ausgezeichnet. Coop hat eine Kette von Selbstbedienungsrestaurants (Coop Restaurant) und Migros hat „Take Away”-Bereiche in den meisten grossen Läden. Ein vollständiges warmes Mittagessen im Coop Restaurant kostet CHF 12–16. Sandwich und Salat kostet CHF 8–12. Kochen in Hostel-Küchen reduziert die Kosten weiter. Budget CHF 35–45 pro Person pro Tag für Essen (zwei Supermarktmahlzeiten plus ein Café-Kaffee) gegenüber CHF 60–80 für eine Restaurantmahlzeit pro Tag.


Tag 1: Zürich – kostenlose Stadt, teurer Ruf

In Zürich ankommen und die erste angenehme Überraschung erleben: Das Stadtzentrum ist fast vollständig kostenlos zu erkunden. Das Fraumünster (Chagall-Fenster, freier Eintritt), das Grossmünster (kostenlos), die Seepromenade (kostenlos) und die Altstadtbezirke (kostenlos) gehören zu den feinsten Stadtsehenswürdigkeiten Europas und kosten nichts.

Das Kunsthaus Zürich kostet CHF 23 (Studierende mit Ausweis: CHF 12). Falls das Budget knapp ist, stattdessen das Museum Rietberg (asiatische und afrikanische Kunst, CHF 14, mittwochs kostenlos) oder das Migros Museum für Gegenwartskunst (zeitgenössische Kunst, CHF 10, montags kostenlos) besuchen.

Für das Lindt Home of Chocolate Museum ist der Eintrittspreis (ca. CHF 15) inklusive einer Tafel Schokolade – vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis.

Abendessen: Coop Restaurant an der Bahnhofstrasse oder das Migros-Restaurant im Hauptbahnhof. Budget CHF 12–16 für ein vollständiges warmes Abendessen.

Unterkunft: Jugendherberge Zürich (Mutschellenstrasse, 10 Min. mit dem Tram vom Zentrum) – ca. CHF 45 pro Nacht im Schlafsaal. Im Voraus buchen.


Tag 2: Luzern – kostenlose Spaziergänge, rabattierter Berg

Zug nach Luzern (45 Min., mit Swiss Travel Pass abgedeckt). Die Kapellbrücke, die Museggmauer, die Altstadt und das Löwendenkmal sind alle kostenlos. Das Schweizer Verkehrshaus kostet CHF 32 (Swiss Travel Pass: kostenlos).

Die Museggmauer-Türme sind kostenlos zu besteigen. Das Löwendenkmal ist kostenlos. Die Seeuferwanderung von der Altstadt zum Verkehrshaus dauert 30 Minuten.

Nachmittags: Der Vierwaldstättersee-Dampfer (mit Swiss Travel Pass abgedeckt). Das 40-minütige Boot nach Weggis nehmen und den Seeuferpfad zurückwandern (ca. 2 Std., flach und gut markiert). Diese kostenlose Wanderung bietet herrliche Aussichten auf See, Pilatus und Bürgenstock.

Die Goldene Pilatus-Rundfahrt mit Swiss Travel Pass kostet ca. CHF 46 (50% Rabatt). Dies ist der beste Bergausflug mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in der Zentralschweiz. Machen, wenn das Wetter klar ist.

Unterkunft: Jugendherberge Luzern (direkt am See) – ca. CHF 48 pro Nacht im Schlafsaal.


Tag 3: Bern – kostenlose Bundeshauptstadt

Zug nach Bern (1 Std. 20 Min., mit Pass abgedeckt). Bern ist eines der besten kostenlosen Stadterlebnisse der Schweiz. Die gesamte Altstadt – Lauben, Brunnen, Zytglogge-Turm (Aussenansicht kostenlos, Führung CHF 8), Bärenpark (kostenlos), Rosengarten (kostenlos) – kann ohne einen Rappen zu ausgeben genossen werden.

Das Aare-Flussschwimmen im Sommer (Ende Juni bis August) ist kostenlos und bei Einheimischen beliebt – das schnell fliessende klare Wasser trägt einen einen Kilometer flussabwärts, bevor einfache Ausstiegsstellen kommen.

Gurten-Standseilbahn (CHF 8 hin und zurück, Swiss Travel Pass gibt kostenlose Fahrt) führt zum Gurten-Hügelpark mit Panoramablick auf die Alpen und freiem Zugang zum Park.

Abendmahlzeit im Coop Restaurant an der Kramgasse oder im Migros.

Unterkunft: Jugendherberge Bern (am Weissenbühl, kurze Tramfahrt vom Zentrum) – ca. CHF 43 pro Nacht.


Tage 4–5: Interlaken – das Berner Oberland mit kleinem Budget

Zug nach Interlaken (50 Min. ab Bern, mit Pass abgedeckt).

Tag 4 – kostenloses Interlaken und Harder Kulm

Die Harder Kulm-Standseilbahn ist mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt (kostenlos). Die Zwei-Seen-Brücke-Aussichtsplattform auf 1.322 Metern, die Aussichten auf Eiger-Mönch-Jungfrau und die Alpenwanderungen um den Gipfel sind alle kostenlos, sobald man oben ist.

Den Aare-Delta zwischen den Seen abwandern. Diese flache, einfache Wanderung durch Sumpfland und entlang des engen Flusskanals, der Brienzersee und Thunersee verbindet, ist eine der ungewöhnlichsten kostenlosen Wanderungen im Berner Oberland – Vogelbeobachtung, Schwimmstellen und der Klang des Wassers.

Tag 5 – Jungfraujoch

Der teuerste einzelne Tag der Budgetreise, aber unverhandelbar. Das Jungfraujoch mit dem Swiss Travel Pass „Good Morning Ticket” kostet ca. CHF 145. Dies ist das Top-of-Europe-Erlebnis und das eindrucksvollste in der Schweiz – es gibt keine Budgetalternative, die vergleichbar ist. Dafür sparen, es ausgeben, nicht bereuen.

Eigenes Essen für den Gipfel packen. Die Restaurants am Jungfraujoch sind selbst nach Schweizer Massstäben teuer (CHF 25+ für eine Suppe). Sandwiches, Schokolade und eine Thermoskanne aus dem Tal mitbringen und draussen auf dem Gletscher im Sonnenschein essen.

Unterkunft: Balmer’s Herberge oder Funny Farm Hostel in Interlaken – ca. CHF 38–45 pro Schlafsaal-Bett. Beide haben Gemeinschaftsküchen.


Tage 6–7: Lauterbrunnen und Grindelwald – kostenlose Täler

Das Lauterbrunnental ist kostenlos zu bewandern und einer der spektakulärsten Orte der Schweiz. Der Zug von Interlaken nach Lauterbrunnen ist mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt. Die Talsohle wandern (kostenlos), den Staubbachfall besuchen (kostenlos – der Pfad führt hinter dem Wasserfall hindurch) und wenn man den Seilbahnanstieg vermeidet, zu Fuss nach Mürren wandern (ca. 1 Std. Aufstieg) für die Eigeraussichten.

Grindelwald ist ein kostenloses Dorf. Vom Bahnhof durch das Dorf Richtung Gletscherschlucht wandern (die Schlucht selbst kostet CHF 7). Die Aussichten auf die Eiger-Nordwand vom Talboden aus kosten nichts. In Richtung Pfingstegg (2 Std., markierter Weg) aufwandern für Nahansichten ohne Seilbahnkosten.


Tage 8–9: Zermatt – das Matterhorn kostenlos

Zug nach Zermatt via Visp (2 Std. 15 Min., mit Swiss Travel Pass abgedeckt). Zermatt scheint teuer, aber das Matterhorn selbst ist kostenlos – es steht am Ende der Hauptstrasse und man kann es stundenlang fotografieren, ohne etwas auszugeben.

Das Matterhorn Museum Zermatlantis kostet CHF 10 (klein, aber lohnend). Die Sunnega-Standseilbahn kostet CHF 28 hin und zurück (50% Rabatt mit Swiss Travel Pass: CHF 14). Die Stellisee-Seenwanderung ab Sunnega (30 Min.) ist kostenlos und gibt die berühmte Matterhorn-Spiegelung.

Budgetunterkünfte in Zermatt: Zermatt Jugendherberge oder Matter Home Hostel – ca. CHF 45–60 pro Schlafsaal-Bett.

Für eine kostenlose Morgenwanderung ab Zermatt: der Pfad entlang des Görner Baches Richtung Furi (1 Std., flach) und zurück gibt Nahansichten der Mattertal-Klippen ohne Liftkosten.

Die Gornergrat-Zahnradbahn kostet CHF 47 hin und zurück (50% Rabatt mit Pass: CHF 24) – ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein Panorama mit 29 Viertausendern.


Tag 10: Rückreise – Genf oder Zürich

Zug von Zermatt Richtung Genf oder Zürich (beide ca. 3–3,5 Std., mit Swiss Travel Pass abgedeckt) nehmen. Falls Sie über Genf abreisen: die Altstadt und der Jet d’Eau sind kostenlos. Falls über Zürich: der Hauptbahnhof-Bereich und die Seepromenade sind kostenlos.


Budget-Zusammenfassung für 10 Tage (pro Person)

PostenKosten (CHF)
Swiss Travel Pass (10 Tage)445
Jungfraujoch (Good Morning, Passtarif)145
Pilatus-Rundfahrt (Passrabatt)46
Sunnega Zermatt (Passrabatt)14
Gornergrat (Passrabatt)24
Unterkunft (10 Nächte, Hostel-Schlafsaal)430–550
Verpflegung (CHF 40/Tag, supermarktbasiert)400
Museen und bezahlte Attraktionen60–100
GesamtCHF 1.564–1.724

Die wichtigsten Budget-Regeln für die Schweiz

  1. Den Swiss Travel Pass kaufen und für jede enthaltene Fahrt nutzen – ihn nicht zu kaufen ist der häufigste Budget-Fehler
  2. Bei Coop und Migros einkaufen; das Coop Restaurant für warme Mahlzeiten nutzen
  3. Hostel-Betten mindestens eine Woche im Voraus im Sommer buchen; die besten Hostels sind schnell ausgebucht
  4. Den ersten Morgenzug zum Jungfraujoch nehmen für den Good-Morning-Ticket-Preis
  5. Zwischen Seilbahnstationen zu Fuss gehen, wenn der Weg gut ist – die Wanderungen sind oft besser als die Fahrten
  6. Leitungswasser trinken – Schweizer Wasser ist überall ausgezeichnet

Kostenlose und günstige Aktivitäten nach Stadt

Zürich – kostenlose Dinge

Die Grossmünster- und Fraumünster-Kathedralen (freier Eintritt). Der Lindenhügel (kostenlos). Bahnhofstrasse und Seepromenade (kostenlos). Stadtschwimmen in der Limmat oder in den Zürichsee-Bädern im Sommer (CHF 6–8 für den Badeintritt). Der Samstags-Flohmarkt am Bürkliplatz ist kostenlos zu durchstöbern.

Luzern – kostenlose Dinge

Kapellbrücke und Wasserturm (kostenlos). Altstadt und Weinmarktplatz (kostenlos). Museggmauer – drei Türme kostenlos geöffnet. Löwendenkmal (kostenlos). Das Schweizer Verkehrshaus ist mit dem Swiss Travel Pass kostenlos – einer der bedeutsamsten kostenlosen Passvorteile.

Bern – kostenlose Dinge

Die gesamte Altstadt (kostenlos). Bärenpark (kostenlos). Rosengarten (kostenlos). Bundeshaus-Führungen (kostenlos an sitzungsfreien Tagen). Gurtenpark (kostenlos mit Swiss Travel Pass-Standseilbahn). Aare-Flussschwimmen im Sommer (kostenlos am Marzili-Bad). Die Zytglogge-Uhr-Animation von aussen zuschauen (kostenlos).

Interlaken – kostenlose Dinge

Die Höheweg-Promenade mit Bergblicken (kostenlos). Die Aare-Delta-Wanderung (kostenlos). Unterseen-Altstadt (kostenlos). Harder Kulm-Standseilbahn mit Swiss Travel Pass (kostenlos). Schwimmen von den Ufern von Brienzersee und Thunersee (kostenlos). Das Lauterbrunnental mit 72 Wasserfällen (kostenlos – Zug dorthin mit Swiss Travel Pass abgedeckt).

Zermatt – kostenlose Dinge

Das Matterhorn selbst – nach Winkelmatten oder Findeln über dem Dorf wandern und stundenlang die Pyramide betrachten. Der Flussweg entlang der Vispa durch das Dorf (kostenlos). Der Pfad zum traditionellen Bergweiler Zmutt (1 Std. 30 Min. ab Dorf, flach) gibt Aussichten auf die Matterhorn-Westflanke.


Der Coop- und Migros-Leitfaden für Budgetreisende

Bei Coop: Der „Bon plan”-Bereich (nahe dem Eingang in den meisten Filialen) hat reduzierte Artikel nahe ihrem Haltbarkeitsdatum – ausgezeichnet für Abendkäufe. Die Backwarenabteilung hat ausgezeichnete Sandwiches und Gebäck ab CHF 2.50.

Bei Migros: Das „I Love Budget”-Sortiment ist die günstigste Option in Schweizer Supermärkten. Die Delikatessentheken haben ausgezeichnete Nudelsalate, Sushi und warme Gerichte.

Nicht kaufen: Abgefülltes Wasser (Schweizer Leitungswasser ist überall ausgezeichnet – Flasche aus jedem Hahn oder öffentlichen Brunnen füllen). Marken-Snacks (Eigenmarken-Alternativen sind bei halben Kosten identisch in der Qualität). Kaffee in Touristencafés, wenn eine Migros- oder Coop-Kaffeemaschine dasselbe Getränk für CHF 1.50 bietet.