Velofahren in der Schweiz: Routen, E-Bikes und das Veloland-Netz

Velofahren in der Schweiz: Routen, E-Bikes und das Veloland-Netz

Quick answer

Kann man mit dem Velo durch die ganze Schweiz fahren?

Ja. Die Schweiz hat 12'000 km signalisierte Velorouten, darunter 9 nationale Routen, die das Land von Grenze zu Grenze abdecken. Die beliebteste Überquerung ist Route 3 (Nord–Süd) von Basel nach Chiasso über den Gotthard, rund 360 km lang.

Velofahren in der Schweiz: von Seepromenaden zu Alpenpässen

Die Schweiz ist ein ernstzunehmendes Veloziel — nicht trotz, sondern teilweise wegen ihrer Berge. Das Land hat erheblich in seine Veloinfrastruktur investiert: 12’000 Kilometer signalisierte Routen, koordinierte nationale Nummerierung, eine eigene App mit Offlinekarten und ein öffentliches Verkehrsnetz, das Velos als legitimes Frachtgut behandelt. Die Kombination aus exzellenter Routenqualität, dramatischer Landschaft und E-Bike-Verfügbarkeit hat die Schweiz zu einem der zugänglichsten Velodestinationen Europas für Besucher gemacht, die keine Rennradfahrer sind.

Dieser Ratgeber behandelt das SchweizMobil-Netz, die neun nationalen Routen, die besten Routen für Besucher mit unterschiedlichem Fitnesslevel, Mountainbike-Gebiete, E-Bike-Verleih, Velos im Zug und die familienfreundlichen flachen Fahrten, die spektakuläre Landschaft ohne ernsthafte Steigungen bieten.

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Der Swiss Travel Pass bietet unbegrenzten Zugang zu SBB-Zügen, PostAuto-Linien und Seeschiffen — und vereinfacht den Transport Ihres Velos durch das Land. Für die meisten Velotransportoptionen erforderlich.

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SchweizMobil und das Veloland-Netz

SchweizMobil ist die nationale Organisation, die das Freizeit-Routennetz der Schweiz für Velofahren, Wandern, Mountainbiken und Paddeln plant, signalisiert und unterhält. Für Velofahrer bedeutet das Veloland: ein hierarchisches Netz aus nationalen, regionalen und lokalen Velorouten, das das gesamte Land abdeckt.

Nationale Routen (9 Routen): Das Rückgrat des Systems. Sie sind von 1 bis 9 nummeriert und verlaufen von Grenze zu Grenze oder über bedeutende Distanzen. Sie sind mit blauen Rautenmarkierungen mit der Routennummer signalisiert. Alle neun Routen sind vollständig asphaltiert und für Renn- oder Trekkingräder ausgelegt — keine Offroad-Abschnitte.

Regionale Routen (50+ Routen): Kürzer, oft interessante Gebiete innerhalb eines einzelnen Kantons oder Tals verbindend. Im Hunderterbereich nummeriert. Hohe Qualität, gut signalisiert.

Lokale Routen: Kürzere Rundstrecken und städtische Verbindungen. Im Tausenderbereich nummeriert.

Alle Routen erscheinen in der SchweizMobil-App (iOS und Android), die Offline-Download-Funktion für einzelne Regionen bietet. Das ist das unverzichtbare Planungswerkzeug für Velofahren in der Schweiz — sie zeigt Streckenprofile, Distanzen, Höhenmeter und Anschlüsse an den öffentlichen Verkehr.

Die neun nationalen Velorouten

Route 1: Rhone-Route — Andermatt bis Genf (350 km)

Diese Route folgt der Rhone von ihrer Gletscherquelle oberhalb von Andermatt hinunter zum Genfersee und ist eine der beliebtesten Langstreckenrouten der Schweiz. Die Abfahrt von Andermatt nach Brig ist beträchtlich — Sie verlieren über 50 km 600 Höhenmeter und gewinnen diese beim Aufstieg vom Rhonetalboden nach Visp und Sion wieder —, aber die Route ist über fünf bis sieben Tage im angenehmen Tempo machbar.

Höhepunkte: das obere Rhonetal (dramatisch, wild, eng), die Weindörfer des Wallis (Siders, Sion, Martigny), der Übergang vom Deutschen zum Französischen bei Siders und die abschliessende Gleitfahrt am Seeufer entlang nach Genf. Ab Leuk erscheinen häufig Weingüter; die Appellationen Vétroz und Chamoson sind gute Mittagsstopps.

Die Route führt durch Sion und das südliche Wallis, bevor sie das Genferseeufer bei Villeneuve erreicht und dem Nordufer bis Genf folgt. Unterkünfte sind überall leicht zu finden.

Route 2: Rhein-Route — Rheinfall bis Basel (90 km)

Eine kürzere Route entlang des Rheins von den Fällen bei Schaffhausen bis Basel. Grösstenteils flach, durch rheinnahe Städte und Weinberge. Ausgezeichnet für eine zwei- bis dreitägige Einsteigerroute. Führt durch Stein am Rhein (eine der bestbewahrten mittelalterlichen Städte der Schweiz) und mehrere Uferschlösser. Endet in Basel, was sie einfach mit Velofahren im Elsass am französischen Ufer kombinierbar macht.

Route 3: Nord–Süd — Basel bis Chiasso (360 km)

Die klassische Schweizer Durchquerung, von Basel südwärts nach Lugano und zur italienischen Grenze bei Chiasso. Die ersten 200 km entlang der Aare und durch das Schweizer Mittelland sind hügelig, aber zugänglich. Der Aufstieg über den Gotthard ist die Herausforderung: die alte Tremolastrasse (eine UNESCO-geschützte gepflasterte historische Strasse von der italienischen Seite) ist der traditionelle Veloübergang. Das ist ein echter Aufstieg — 900 Höhenmeter von Airolo bis zum Pass auf 2108 m. E-Bikes machen ihn für mehr Radfahrer machbar; konventionelle Radfahrer sollten für den Gotthard-Abschnitt einen ganzen Tag einplanen. Die Abfahrt ins Tessin und das Seengebiet um Locarno und Lugano ist aussergewöhnlich.

Route 4: Alpenpanorama — Aigle bis Rorschach (480 km)

Die längste nationale Route der Schweiz, die ost-westwärts entlang des Alpenfusses vom Rhonetal bis zum Bodensee verläuft. Das ist eine wirklich anspruchsvolle Route — sie überquert viele Alpenausläufer und die Berner-Oberland-Ausläufer —, aber die Landschaft ist durchgehend spektakulär. Der Abschnitt durch das Berner Oberland (Frutigen, Thun, Interlaken) gehört zu den schönsten Velostrecken der Schweiz. Rechnen Sie für die vollständige Route mit zehn bis vierzehn Tagen.

Route 5: Mittelland — Genf bis Rorschach (480 km)

Die Route des Schweizer Mittellands: folgt in etwa der Linie der Städte von Genf über Lausanne, Freiburg, Bern, Zürich, Winterthur bis zum Bodensee. Weniger dramatisch als die Alpenrouten, aber mit einfacherem Gelände, mehr urbanem Interesse und durchgehend ausgezeichneten PostAuto- und Zugverbindungen. Gut für Besucher, die Velofahren mit Städteerkundung kombinieren möchten.

Route 9: Seen-Route — Konstanz bis Genf (430 km)

Eine Punkt-zu-Punkt-Route, die die grossen Seen der Schweiz verbindet: Bodensee, Zürichsee, Zugersee, Vierwaldstättersee und Genfersee. Das Uferfahren ist generell flach und ausserordentlich malerisch. Das ist wohl die zugänglichste Langstreckenroute für Freizeitradler — die Seeuferabschnitte sind wirklich einfach, die Landschaft ist konstant lohnend, und Anschlüsse zu Bahnstationen sind nie weit, falls sich das Wetter ändert oder die Energie nachlässt. Der Abschnitt am Vierwaldstättersee ist besonders schön; eine Katamaran-Kreuzfahrt auf dem Vierwaldstättersee eignet sich hervorragend als Ruhetag mitten in der Route.

Schweizer Anstiege: die alpine Velo-Herausforderung

Der Stilfserjoch (2757 m) ist Italiens berühmtester Rad-Anstieg und liegt gerade jenseits der Schweizer Grenze in Südtirol — er liegt nicht in der Schweiz. Aber die Schweiz hat ebenso anspruchsvolle und oft noch schönere Gegenstücke.

Furkapass (2431 m): Ein 12 km langer Anstieg ab Realp mit 900 Höhenmetern. Einer der schönsten und abgelegensten Anstiege der Alpen. Die Steigung ist gleichmässig (5–8 %) statt brutal, aber Höhe und Exposition sind erheblich. Mit dem Zug nach Andermatt anreisen und die letzte Anfahrt mit dem Velo zurücklegen.

Grimselpass (2165 m): Bestiegen entweder von Innertkirchen (Berner Seite) oder Gletsch (Walliser Seite). Der Berner Aufstieg ist länger und gleichmässiger; die Walliser Seite kürzer und steiler. Die mondähnliche Granitlandschaft oben ist einzigartig in der Schweiz.

Sustenpass (2224 m): Von Wassen (an der Gotthardachse) nach Innertkirchen. Eine spektakuläre, kürzlich neu asphaltierte Strasse mit langen Sichtachsen und aussergewöhnlichem Blick auf den Steingletscher. Wird oft mit Grimsel und Furka zum klassischen Drei-Pass-Tag kombiniert.

Nufenenpass (2478 m): Der zweithöchste asphaltierte Pass der Schweiz, verbindet Airolo mit dem Goms-Tal. Ein harter, abgelegener Anstieg mit minimalem Verkehr — ein echtes Abenteuer. Geöffnet von Juni bis Oktober.

Albulapass (2312 m): In Graubünden, verbindet das Engadin mit dem Albulatal und Thusis. Einer der schönsten Radanstiege der Ostschweiz, mit dramatischer Granitlandschaft und der berühmten Albulabahn-Spirale, die darunter sichtbar ist. Lässt sich gut mit dem Julierpass (2284 m) zu einer ganztägigen Engadin-Runde kombinieren.

Berninapass (2328 m): Von Pontresina nach Tirano (Italien). Die Abfahrt nach Italien ist lang und lohnend. Die Strasse folgt derselben Linie wie die UNESCO-Bahnstrecke des Bernina Express — entdecken Sie das berühmte Brusio-Kreisviadukt bei der Abfahrt nach Italien.

E-Bike-Verleih: Eine Transformation des Schweizer Velofahrens

E-Bikes haben das Velofahren in der Schweiz wirklich demokratisiert. Routen, die entweder sportliche Fitness oder tagelangen Aufwand erforderten, sind jetzt für jeden zugänglich, der ein konventionelles Velo fahren kann. Der Gotthard lässt sich an einem E-Bike-Verleihtag bezwingen. Der Bernina ist an einem Sommernachmittag machbar.

PubliBike: Das nationale Bike-Sharing-System der Schweiz, das in über 40 Städten und Ortschaften betrieben wird. Standardvelos und E-Bikes verfügbar. Registrierung über die PubliBike-App. Preise: CHF 5/30 Minuten (Standard), CHF 8/30 Minuten (E-Bike), oder Tagesabos ab CHF 25 (Standard) und CHF 38 (E-Bike). Stationen konzentrieren sich in Stadtzentren — gut für Stadtfahrten, weniger nützlich für mehrtägiges Touring.

Verleih an SBB-Bahnhöfen: Grosse SBB-Bahnhöfe (Zürich, Genf, Bern, Luzern, Interlaken Ost) haben Velo-Verleihschalter, oft von PubliBike oder lokalen Partnern betrieben. Der Verleih ab Bahnhofsschalter bietet mehr Optionen für mehrtägige Miete und beinhaltet oft eine Gepäcktaschen- oder Gepäckträgeroption.

Lokale Velogeschäfte: Fast jede Schweizer Touristenortschaft hat mindestens ein dediziertes Velo-Verleihgeschäft. Diese bieten typischerweise bessere Tarife für Ganztages- und Mehrtagesmieten als die automatisierten Systeme, und die Velos sind besser gewartet. In Bergregionen sind diese Geschäfte oft auf E-Mountainbikes mit spezifischem lokalem Routenwissen spezialisiert.

Hotelverleih: Eine wachsende Zahl Schweizer Hotels — besonders in velointensiven Regionen wie dem Berner Oberland, Wallis und Engadin — bietet Gäste-E-Bike-Verleih als Teil ihres Services an. Die Tarife sind oft wettbewerbsfähiger als Geschäftsverleih, und das Hotel kann zu lokalen Routen beraten.

Velos in SBB-Zügen mitnehmen

Das Schweizer Bahnnetz ist wirklich velofreundlich, aber Sie müssen vorausplanen.

Velo-Tageskarte: Eine Velo-Tageskarte für die SBB kostet CHF 18 (Preis 2026). Sie deckt die Mitnahme in den meisten SBB-Zügen für den Tag ab. Kompakte/Falträder reisen gratis.

Reservationen: Auf Haupt-Intercity-Strecken und internationalen Zügen (TGV nach Frankreich, EC nach Deutschland) müssen Veloplätze reserviert werden. Im Sommer und auf beliebten Strecken mindestens 24 Stunden im Voraus über die SBB-App oder am Schalter reservieren. In den Sommer-Spitzenwochen (Juli–August) füllen sich die Freitagabend- und Sonntagnachmittags-Slots schnell.

Nicht alle Züge nehmen Velos mit: Regionalzüge (S-Bahn) haben unter Umständen keinen Veloplatz. Prüfen Sie das in der SBB-App — sie zeigt die Veloverfügbarkeit pro Verbindung. Nachtzüge erfordern eine spezifische Vorausbuchung für die Velomitnahme.

PostAuto: Ausgewählte PostAuto-Linien nehmen Velos mit (typischerweise auf Dachträgern). Prüfen Sie die PostAuto-Website oder -App. Die PostAuto-Route zum Furka (nur Sommer) nimmt Velos mit und ist, wie viele Radfahrer ihre Velos zu den Ausgangspunkten des Passes bringen.

Praktischer Tipp: Buchen Sie die Velomitnahme zusammen mit Ihrem Ticket. Die SBB-App erledigt beides gleichzeitig und zeigt Ihnen, welche Züge verfügbare Veloplätze haben.

Das Halbtax-Abo gewährt 50 % Rabatt auf alle Velotransportgebühren sowie auf Ihr eigenes Ticket — für eine mehrtägige Velotour überlegenswert.

Mountainbiken in der Schweiz

Die Mountainbike-Infrastruktur der Schweiz ist weltklasse und baut auf Resortinvestitionen in den Sommertourismus auf.

Verbier: Eines der wichtigsten Mountainbike-Ziele der Schweiz. Das Resort betreibt im Sommer Lifte für den Bergaufzugang, die Fahrer auf ein Netz technischer Abfahrten und Flow-Trails entlassen. Die Enduro World Series hat Verbier besucht. Die Tour des Combins ist eine mehrtägige Route für erfahrene Fahrer. Die Streckenschwierigkeit reicht von Blau (zugänglich) bis Schwarz (Experte, technisch).

Davos-Klosters: Über 750 km markierte Mountainbike-Strecken in der Region Davos, mit velofähigen Liften und eigener Sommer-Mountainbike-Infrastruktur. Die Gebiete Jakobshorn und Parsenn bieten ausgezeichnetes Gelände für alle Levels.

Lenzerheide: Speziell gebautes Mountainbike-Resort mit UCI-Weltcup-Rennstrecke. Das Bike Kingdom Lenzerheide hat über 80 signalisierte Routen und 1500 m Höhenunterschied mit Liftzugang. Eine der besten Mountainbike-Konzentrationen der Schweiz.

Crans-Montana: Gutes Mountainbiken oberhalb des Rhonetals, mit Liftzugang und einem wachsenden Streckennetz. Der Ausblick auf die Walliser Gipfel ist aussergewöhnlich.

Grindelwald und das Berner Oberland: Kein dediziertes Bike-Resort, aber das Talnetz und das First-Gebiet bieten gute Streckenoptionen. Der First Flyer (Seilrutsche) und das Trottibike (Bergroller) spiegeln den Sommer-Aktivitätsfokus der Region wider.

Was Sie wissen sollten: Mountainbike-Strecken nutzen ein Farbsystem ähnlich dem der Skipisten. Blau = für moderate Fitness zugänglich. Rot = mittlere Schwierigkeit, technisch. Schwarz = anspruchsvoll technisch mit steilen Gefällen und Hindernissen. Nicht alle Strecken auf der SchweizMobil-Karte sind Mountainbike-Strecken — prüfen Sie die Filtereinstellungen.

Was Sie fürs Velofahren in der Schweiz mitnehmen sollten

Kleidung: Das Schweizer Bergwetter ändert sich schnell. Ein zusammenfaltbarer Regenschutz ist auch im Juli unerlässlich. Fahren Sie in Shorts auf Seehöhe, können Sie zwei Stunden später auf einem Pass 5 °C und Wind vorfinden. Schichten Sie flexibel.

Reparaturset: Auch auf gut signalisierten Routen kommt es fernab der nächsten Velowerkstatt zu Pannen auf Bergstrassen. Führen Sie zwei Ersatzschläuche, Reifenheber, ein Multitool und eine Minipumpe mit. Für E-Bikes führen Sie die Notfallnummer des Herstellers mit — E-Bike-Motoren können nicht am Strassenrand repariert werden.

Navigation: Die SchweizMobil-App ist das primäre Navigationswerkzeug. Laden Sie Offlinekarten für Ihre Route herunter, bevor Sie losfahren. Das Telefonsignal in tiefen Alpentälern kann unzuverlässig sein. Eine Lenkerhalterung und eine tragbare Powerbank lohnen sich beide mitzuführen.

Bargeld: Kleine Bergrestaurants und Hofläden akzeptieren möglicherweise keine Karte. CHF 50–100 in bar für eine mehrtägige Tour sind ratsam.

Sonne und Höhe: Ab 2000 m ist der UV-Index deutlich höher als auf Meereshöhe. Cremen Sie sich grosszügig ein, auch an bewölkten Tagen in der Höhe.

Wetter und Timing

Beste Velosaison: Mai bis Oktober für die meisten Routen. Juni bis September für hohe Alpenpässe.

Mai und Anfang Juni: Kühl, frisch, mit Wildblumenwiesen in Höchstblüte. Manche höheren Pässe noch schneebedeckt. Radfahren in Flusstälern ausgezeichnet.

Juli und August: Hochsommer. Warm bis heiss in tieferen Lagen (25–30 °C). Pässe frei und zugänglich. Belebt auf beliebten Routen — Sie teilen die Strasse mit anderen Radfahrern und Wanderern. Starten Sie früh bei Alpenaufstiegen, um Nachmittagsgewittern auszuweichen, die im Sommer von 14:00–16:00 Uhr häufig sind.

September und Oktober: Wohl die feinsten Velomonate. Weniger Touristen, goldenes Licht, Herbstfarben (besonders in Laubwäldern unter 1200 m), milde Temperaturen. Die meisten Pässe bleiben bis Mitte Oktober geöffnet.

Gewitter: Das Hauptrisiko beim Sommer-Velofahren. Das Wetter entwickelt sich in den Bergen schnell. Prüfen Sie MeteoSchweiz-Prognosen, bevor Sie einen grossen Pass erklimmen. Sehen Sie sich Cumulonimbus-Wolken bilden (den hochreichenden, vertikalen Typ), steigen Sie ab. Blitze auf einem Pass ohne Unterstand sind eine echte Gefahr.

Familienfreundliche flache Velorouten

Nicht jede Schweiz-Velotour muss mit Steigungen verbunden sein. Diese Routen sind wirklich flach — oder fast — und bieten ausgezeichnete Landschaft für Familien und Freizeitfahrer.

Bodensee-Runde: Der Schweizer Abschnitt der Bodensee-Veloroute (regionale Route 2) folgt dem Seeufer von Rorschach bis zum Rhein bei Schaffhausen. Fast durchgehend flach, ausgezeichnete Infrastruktur, konstanter Seeblick. Passt gut zu einem Besuch in Stein am Rhein.

Zürichsee-Runde: Eine vollständige Runde um den Zürichsee (54 km) gehört zu den schönsten Tages-Velorouten der Schweiz. Das Ostufer ist ruhiger; das Westufer führt durch die Städte Rapperswil und Meilen. Fährverbindungen erlauben Halbrunden-Optionen. Keine nennenswerten Steigungen.

Murten / Murtensee: Die Veloroute um den Murtensee in der Drei-Seen-Region ist reizend — 25 km, flach, mit der mittelalterlichen Stadtmauer von Murten als natürlichem Zwischenhalt. Verbindet sich mit Routen um Neuenburgersee und Bielersee.

Limmattal (Zürich bis Baden): Ein asphaltierter Veloweg folgt der Limmat von der Zürcher Innenstadt bis zum Kurort Baden (25 km). Grösstenteils flach, durch vorstädtische und dann halbländliche Landschaft. Gut für Familien mit Base in Zürich, die einen Tagesausflug per Velo möchten.

Rheinuferweg (Basel bis Rheinfelden): Das Schweizer Ufer des Rheins westlich von Basel bietet einen flachen, asphaltierten Veloweg bis Rheinfelden (20 km). Das Städtchen Rheinfelden hat eine Thermalbadanlage (Sole-Sprudel-Bad), was es zu einem ausgezeichneten Veloziel macht.

Städtisches Bike-Sharing: Velofahren in der Stadt

Die Schweizer Städte werden zunehmend velofreundlicher. PubliBike deckt Zürich, Genf, Bern, Basel, Lausanne, Luzern, Freiburg und Biel/Bienne mit einem einheitlichen App-basierten System ab. Velofahren zwischen Stadtattraktionen ist wirklich machbar — Zürichs Hauptveloweg entlang des Sees von Bellevue nach Wollishofen ist ein Genuss.

Genf hat eine besonders gute Veloinfrastruktur entlang des Seeufers und durch das Plainpalais-Gebiet. Die Véloroute de la Jonction verbindet den Hauptbahnhof SBB mit der Altstadt in unter 10 Minuten.

Die Berner Altstadt lässt sich schwerer mit dem Velo befahren (sie liegt auf einer Halbinsel mit begrenzten Zugängen), aber der umliegende Aareweg ist ausgezeichnet und familienfreundlich.

Für die malerischen Seeregion-Velorouten, die innerhalb einer Stunde von der Stadt in die Wildnis führen, siehe unsere Übersicht der Seekreuzfahrten — eine Bootsüberfahrt mit einem Veloabschnitt zu kombinieren, ist eine der am meisten unterschätzten Transportkombinationen der Schweiz. Der Swiss Travel Pass deckt sowohl die Velomitnahme als auch die Schiffsüberfahrt ab.

Für Routenplanung und Unterkunft entlang mehrtägiger Routen hat der Ratgeber zur Reiseplanung ausführliche Logistiktipps. Und für die beste Ankunftszeit — besonders wenn Sie die Hauptwildblumenzeit treffen oder Augustandrang meiden möchten — siehe unseren Schweiz-Monatsratgeber.

Erkunden Sie die Schweizer Alpen und Seen auf einer geführten Ganztagesexkursion ab Luzern — eine gute Einführung ins Gelände, bevor Sie sich für eine mehrtägige Velotour entscheiden.