© Swiss Travel System AG, 2018, Fotograf: Daniel Ammann
Schweizer Züge nutzen: der vollständige Ratgeber
Wie funktionieren Schweizer Züge?
Schweizer Züge sind pünktlich, fahren häufig (auf Hauptstrecken alle 30 Minuten) und sind einfach zu nutzen. Kaufen Sie Tickets über die SBB-App, prüfen Sie Fahrpläne auf sbb.ch und achten Sie auf die Gleisnummern auf den Abfahrtstafeln.
Schweizer Züge nutzen: alles, was Sie wissen müssen
| Auf einen Blick | |
|---|---|
| Netz | SBB (national) + BLS, RhB, MOB, Zentralbahn, Appenzeller Bahnen (privat, alle in einem Fahrplan) |
| Ticketpreis | Punkt-zu-Punkt-Tarife variieren stark; Sparbillette in der App können 50–70 % günstiger sein |
| Buchungsfenster | Am selben Tag über die SBB-App kaufen oder Monate im Voraus für Sitzplatzreservierungen im Glacier Express/Bernina Express |
| Bester Pass | Siehe unseren Swiss-Travel-Pass-Ratgeber oder den Vergleich Swiss Travel Pass vs. Halbtax-Abo |
| App zum Installieren | SBB Mobile, wenn möglich schon vor der Landung |
Schweizer Züge sind für zwei Dinge bekannt: Pünktlichkeit und Komplexität. Die Pünktlichkeit ist real – die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erreichen konstant Pünktlichkeitsquoten von über 90 %, die Züge kommen auf die Sekunde genau an. Die Komplexität ist größtenteils ein Mythos: Sobald Sie ein paar grundlegende Regeln verstanden haben, ist das Schweizer Schienennetz eines der einfachsten der Welt.
Dieser Ratgeber behandelt alles – vom Kauf des ersten Tickets über Anschlüsse und die verschiedenen Zugtypen bis hin zur Nutzung der SBB-App wie ein Einheimischer.
Der Schweizer Bahnbetreiber: SBB
SBB steht für Schweizerische Bundesbahnen. Auf Französisch heißt es CFF, auf Italienisch FFS. Alle Bezeichnungen meinen denselben nationalen Betreiber, der den größten Teil des Schweizer Hauptstreckennetzes betreibt.
Neben der SBB gibt es in der Schweiz mehrere Privatbahnen, die regionale Netze betreiben:
- BLS: Bern-Lötschberg-Simplon. Fährt im Berner Oberland und im Wallis.
- Rhätische Bahn (RhB): Region Graubünden. Betreibt die berühmten Strecken des Glacier Express und des Bernina Express.
- MOB: Montreux-Oberland-Bernois. Die Golden-Pass-Strecke.
- Zentralbahn: Zentralschweiz. Verbindet Luzern mit Interlaken über den Brünigpass.
- Appenzeller Bahnen: Nordostschweiz.
Alle Privatbahnen sind in denselben nationalen Fahrplan auf sbb.ch eingebunden und werden vom Swiss Travel Pass abgedeckt.
Zugtypen erklärt
Schweizer Züge tragen verschiedene Bezeichnungen, die Auskunft über Geschwindigkeit und Haltehäufigkeit geben:
IC (InterCity): Schnelle Direktzüge zwischen großen Städten. Minimale Halte. Der IC Zürich–Bern braucht 55–58 Minuten.
ICN (InterCity-Neigezug): Ähnlich wie der IC, nutzt aber spezielles Rollmaterial, das sich in Kurven neigt und so schneller um die Kurven fährt. Erkennbar am markanten Schweizer-Pfeil-Design.
IR (InterRegio): Schnellere Regionalzüge mit weniger Halten als die Regionalverbindungen. Bedienen mittellange Strecken.
S (S-Bahn): Vorortbahnnetze in Großstädten. Häufige Takte (alle 15–30 Minuten), Halt an allen Stationen des Netzes.
R (Regional/Regio): Langsame Züge mit Halt an allen Stationen. Das Arbeitstier auf ländlichen Strecken.
EC (EuroCity): Internationale Züge, die die Schweiz mit den Nachbarländern verbinden. Sie erfordern einen Eurail-/Interrail-Pass oder ein separates internationales Ticket, sofern sie nicht vom Swiss Pass abgedeckt sind.
Den Fahrplan lesen
Der SBB-Fahrplan auf sbb.ch und in der SBB-App ist Ihre wichtigste Informationsquelle. Ein Fahrplaneintrag zeigt Folgendes:
Abfahrtszeit: Immer die Zeit, zu der der Zug den ersten oder den wichtigsten Einstiegsbahnhof verlässt. Prüfen Sie die Abfahrtszeit an Ihrem eigenen Bahnhof.
Zugnummer: Eine vier- bis fünfstellige Nummer (z. B. IC 710). Hilfreich, um Ihren Zug auf den Abfahrtstafeln zu erkennen.
Gleis (Gleis/Voie): Die Gleisnummer. Sie erscheint auf den Abfahrtstafeln im Bahnhof und wird meist 10–30 Minuten vor der Abfahrt bestätigt. Gleisnummern können sich ändern – prüfen Sie immer die Tafel.
Via: Zwischenhalte, die auf der Anzeigetafel aufgeführt sind. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel oder Ihr Umsteigebahnhof genannt wird.
Anschlussinformationen: Die App zeigt Ihre gesamte Reise einschließlich der Anschlüsse, mit den Minuten zwischen den einzelnen Abschnitten.
Tickets kaufen
SBB-Mobile-App (empfohlen)
Die offizielle SBB-App ist kostenlos und ausgezeichnet. So nutzen Sie sie:
- Laden Sie „SBB Mobile” herunter (für iOS und Android erhältlich)
- Legen Sie ein Konto an (ermöglicht das Speichern von Tickets und die Verknüpfung von Halbtax-Abo/Swiss Travel Pass)
- Geben Sie Start- und Zielbahnhof sowie Reisedatum und -zeit ein
- Wählen Sie die Ticketart (Einzelfahrt, Hin- und Rückfahrt, Tageskarte)
- Wenn Sie ein Halbtax-Abo oder einen Swiss Travel Pass haben, verknüpfen Sie ihn im Profilbereich für automatische Ermässigungen
- Bezahlen Sie per Karte und erhalten Sie Ihr Ticket digital
- Zeigen Sie dem Zugbegleiter den Bildschirm – kein Ausdruck nötig
Sparbillette in der App bieten Ermässigungen von 50–70 % auf bestimmte Abfahrtszeiten. Es sind feste (nicht flexible) Tickets für einen bestimmten Zug. Ausgezeichnet für preisbewusste Reisende, die im Voraus planen können.
Ticketautomaten am Bahnhof
Jeder Schweizer Bahnhof hat mindestens einen Selbstbedienungsautomaten. Sie sind grün-grau und haben einen großen Touchscreen. Als Sprache gibt es auch Englisch (tippen Sie oben rechts auf das Flaggensymbol).
So kaufen Sie ein Standardticket:
- Wählen Sie „Tickets” und dann „Punkt-zu-Punkt-Tickets”
- Geben Sie Ihr Ziel ein (die ersten Buchstaben tippen, dann aus der Liste wählen)
- Wählen Sie die Anzahl der Reisenden und die Klasse
- Wenn Sie ein Halbtax-Abo haben, wählen Sie auf Nachfrage „mit Abonnement”
- Wählen Sie die gewünschte Abfahrtszeit
- Bezahlen Sie per Karte oder bar
- Nehmen Sie Ihr Ticket mit – bewahren Sie es während der gesamten Fahrt auf
Am Schalter
Größere Bahnhöfe haben besetzte Schalter. Sie sind nützlich für komplexe Buchungen, Sitzplatzreservierungen in Panoramazügen und den Kauf von Swiss Travel Pass oder Halbtax-Abo. An stark besuchten Touristenbahnhöfen kann die Wartezeit in der Hochsaison erheblich sein.
Im Zug kaufen
Sie können beim Zugbegleiter im Zug ein Ticket kaufen, aber nur, wenn der Bahnhof, an dem Sie eingestiegen sind, weder Automat noch Schalter hatte – was in der Schweiz sehr selten ist. Wer ohne Ticket einsteigt, obwohl Automaten vorhanden waren, riskiert eine Busse (CHF 100+), selbst wenn er im Zug zahlen möchte.
Pässe und ihre Nutzung
Swiss Travel Pass: Digitale oder physische Karte. Bei der digitalen Version (über die SBB-App oder die Swiss-Travel-Pass-App) aktivieren Sie ihn am ersten Reisetag und zeigen auf Verlangen der Zugbegleiter den Bildschirm. Bei der physischen Version unterschreiben Sie die Karte und zeigen sie vor. Kein separates Ticket nötig für SBB-Züge, PostAuto und Seeschiffe.
Halbtax-Abo: Zeigen Sie die Karte zusammen mit jedem gekauften Ticket vor. Die Karte selbst ist kein Ticket – Sie müssen für jede Fahrt weiterhin ein Ticket kaufen, aber zum halben Preis. In der SBB-App verknüpfen Sie die Karte mit Ihrem Profil für automatische Ermässigungen.
Beide Pässe sind über GetYourGuide erhältlich.
Lesen Sie unseren Halbtax-Abo-Ratgeber und unseren Vergleich Swiss Travel Pass vs. Halbtax-Abo, um die richtige Option zu wählen.
In den Zug einsteigen
Gleis finden: Suchen Sie auf der Abfahrtstafel die Gleisnummer Ihres Zuges (Gleis auf Deutsch, Voie auf Französisch, Binario auf Italienisch). Gleisnummern werden meist 10–30 Minuten vor der Abfahrt bestätigt und können sich ändern.
Wagenstandsanzeiger prüfen: An vielen Bahnhöfen zeigen gelbe Tafeln auf dem Perron, wo jeder Wagen halten wird (1. Klasse, 2. Klasse, Speisewagen). Stellen Sie sich in die Nähe der richtigen Tür, damit Sie bei der Einfahrt des Zuges nicht hetzen müssen.
Zügig einsteigen: Schweizer Züge halten genau die vorgesehene Haltezeit – meist 1–3 Minuten. Steigen Sie rasch ein, sobald sich die Türen öffnen. Die Türen schließen automatisch.
Bei Bedarf entwerten: In den InterCity-Zügen der SBB wird Ihr digitales Ticket automatisch aktiviert, wenn Sie über die App einchecken oder es vorzeigen. Bei manchen Regionalverbindungen und im Stadtverkehr müssen Sie ein Papierticket eventuell selbst entwerten, indem Sie es in ein orangefarbenes oder rotes Gerät auf dem Bahnsteig oder im Fahrzeug stecken.
Platz finden: In IC- und ICN-Zügen sind die Bereiche der 1. und 2. Klasse gut gekennzeichnet. Wenn Sie reserviert haben, sind die Platznummern über den Sitzen angebracht. Reservierungen sind nur bei wenigen Verbindungen obligatorisch (Glacier Express, einige internationale Züge).
Sitzplatzreservierungen
Die meisten Schweizer Inlandszüge erfordern KEINE Sitzplatzreservierung. Sie kaufen ein Ticket und setzen sich auf einen beliebigen nicht reservierten Platz.
Sitzplatzreservierungen sind PFLICHT in:
- Glacier Express (CHF 13–33 je nach Saison)
- Bernina Express (Preis siehe rhb.ch)
- Golden Pass Express Montreux–Zweisimmen (CHF 10–15)
- William Tell Express (Schiffsabschnitt)
- Einigen internationalen Zügen (EC/ICE nach Deutschland, Österreich, Italien)
Sitzplatzreservierungen sind empfohlen, aber nicht erforderlich in:
- Regulären IC-Zügen im Hochsommer
- PostAuto-Linien in stark besuchten Tourismusgebieten zu Spitzenzeiten
Buchen Sie obligatorische Reservierungen über sbb.ch, die SBB-App oder an den Schaltern. Besonders für den Glacier Express sollten Sie im Hochsommer 1–2 Monate im Voraus buchen. Die Panoramaplätze (mit Blick zu den Bergen) sind als Erste ausverkauft.
Anschlüsse und Umstiege
Schweizer Anschlüsse funktionieren, weil der gesamte Fahrplan aufeinander abgestimmt ist. An grossen Knotenpunkten (Bern, Zürich HB, Basel SBB, Luzern, Zürich Flughafen) sind ankommende und abfahrende Züge so getaktet, dass Umstiege von 4–10 Minuten möglich sind.
4-Minuten-Anschlüsse sind real: Das ist der häufigste Verwirrungspunkt für Erstbesucher. Wenn die App an einem grossen Knotenpunkt einen Anschluss von 4 Minuten anzeigt, nehmen Sie ihn. Die Perrons der Schweizer Bahnhöfe sind auf schnelles Umsteigen ausgelegt. Rolltreppen und klare Beschilderung sorgen dafür, dass 4 Minuten meist bequem reichen.
Der „Taktfahrplan”: Die Schweiz nutzt ein Taktsystem, bei dem Züge jede Stunde zu denselben Minuten nach der vollen Stunde abfahren. Dadurch sind die Anschlüsse immer zur gleichen Zeit. Wenn Sie einmal in Bern um :32 nach der vollen Stunde umgestiegen sind, wissen Sie, dass dieser Anschluss immer um :32 funktioniert.
Verpasste Anschlüsse: Hat Ihr ankommender Zug Verspätung und Sie verpassen einen Anschluss, zeigt Ihnen die SBB-App automatisch die nächste Verbindung. An den meisten grossen Bahnhöfen weist Sie das Auskunftspersonal weiter. Auf Hauptstrecken fährt immer innerhalb von 30–60 Minuten ein nächster Zug.
Wichtige Bahnhöfe erklärt
Zürich HB (Hauptbahnhof): Der grösste und meistfrequentierte Bahnhof der Schweiz. Verbindungen in alle Richtungen, alle paar Minuten. Die unterirdische Halle verbindet mit der Zürcher S-Bahn und dem Zürcher Tramnetz. Im Inneren gibt es mehrere Einkaufsbereiche und Services.
Bern HB: Der zentrale Knotenpunkt für das Berner Oberland und die Verbindungen nach Süden. Sauber und gut organisiert. Direkte Tramverbindungen in die Altstadt.
Luzern: Kopfbahnhof direkt am Seeufer. Alle Bergbahnen auf Pilatus, Rigi und Titlis beginnen mit Verbindungen von hier. Einer der schönsten Bahnhöfe der Schweiz zum Ankommen.
Genf Cornavin: Hauptbahnhof von Genf. Verbindungen nach Lausanne, Bern und zum Flughafen. Der kostenlose Flughafenshuttle kommt auf einer separaten Ebene an.
Basel SBB: Besondere Situation – das Tor der Schweiz nach Deutschland und Frankreich. Der SBB-Bahnhof ist mit dem SNCF- und dem DB-Bahnhof für internationale Abfahrten verbunden.
Interlaken Ost: Östlicher Endbahnhof des Bahnnetzes im Berner Oberland. Alle Züge zum Jungfraujoch, nach Grindelwald und nach Lauterbrunnen fahren von hier ab. Wenn Sie in Interlaken übernachten und Bergausflüge planen, werden Sie Interlaken Ost ständig nutzen. Steht das Jungfraujoch auf Ihrer Liste, können Sie im Voraus einen selbstgeführten Jungfraujoch-Ausflug ab Interlaken buchen und die Bahnverbindungen von diesem Bahnhof aus nutzen.
Gepäck, Fahrräder und Aufbewahrung
Gepäck: Im Hauptnetz der SBB gibt es keine Beschränkungen für Handgepäck. Grosse Gepäckstücke gehören in die Gepäckablagen oder in den Bereich am Ende jedes Wagens. Blockieren Sie nicht den Gang.
Fahrräder: Auf den meisten Zügen mit Reservierung erlaubt (CHF 6–18 pro Fahrt). Reservieren Sie den Veloplatz beim Ticketkauf. Faltvelos sind ohne Reservierung kostenlos.
Gepäckaufbewahrung: An grossen Bahnhöfen gibt es automatische Gepäckschliessfächer (CHF 5–9/Tag). An einigen Bahnhöfen bieten besetzte Gepäckaufbewahrungen denselben Service.
Gepäckversand: Mit dem Gepäckservice der SBB können Sie Taschen zwischen Bahnhöfen (CHF 12/Stück) oder direkt von und zu Flughäfen (CHF 22/Stück über „Fly Luggage”) senden. Ausgezeichnet für Reisen durch mehrere Städte, ohne Koffer zu schleppen.
WLAN und Aufladen
Kostenloses WLAN gibt es an allen grossen Bahnhöfen (SBB Free WiFi). In den Zügen selbst ist WLAN in vielen IC- und Fernverkehrszügen verfügbar, wobei die Qualität variiert.
Steckdosen (Schweizer Typ J, dreipolig) gibt es in Wagen der 1. Klasse und in Panoramazügen. In der 2. Klasse von Regionalzügen sind in der Regel keine Steckdosen vorhanden. Nehmen Sie eine Powerbank mit, wenn Sie auf Handy-Navigation und Fotografie angewiesen sind.
Praktische Tipps von Vielfahrern
Immer das Gleis prüfen: Auch wenn Sie Ihr übliches Gleis für eine Strecke kennen, prüfen Sie jedes Mal die Abfahrtstafel. Gleisänderungen kommen vor.
Die SBB-App vor der Ankunft installieren: Sie funktioniert offline mit heruntergeladenen Fahrplänen, und Sie können Ihre ersten Fahrten schon vor der Abreise planen.
Die 1. Klasse lohnt sich auf Bergstrecken: Der Komfortunterschied auf einer 2-stündigen Panoramafahrt in den Bergen ist beträchtlich. Auf kürzeren Strecken kostet die 1. Klasse zudem meist weniger als das Doppelte der 2. Klasse.
Nachtzüge haben eigene Regeln: Die internationalen Nightjet-Nachtzüge (nach Wien, Amsterdam, Hamburg) erfordern separate Reservierungen und Tickets. Sie sind ausgezeichnet, aber nicht in normalen SBB-Tickets enthalten.
Das Ticket aufbewahren, bis Sie den Bahnsteig verlassen haben: Zugbegleiter kontrollieren zu unvorhersehbaren Zeiten – manchmal sogar nach Ihrem Zielbahnhof, während Sie noch hinausgehen. Stecken Sie Ihr Ticket nicht zu früh weg.
Für die weitere Reiseplanung lesen Sie unseren Ratgeber zur Fortbewegung in der Schweiz und unseren Leitfaden zur Wahl zwischen Swiss Travel Pass und Halbtax-Abo. Für Erstbesucher behandelt unser Grundlagenratgeber alles Weitere, was Sie vor der Anreise wissen müssen.
Panoramastrecken, die Sie priorisieren sollten
Die Geografie der Schweiz sorgt dafür, dass viele gewöhnliche Zugfahrten zugleich wunderschön sind. Einige Strecken stechen besonders hervor:
Zürich–Luzern: 45 Minuten durch grünes Schweizer Kulturland mit Ausblicken auf die Alpen. Im Swiss Travel Pass enthalten. Nehmen Sie den S3 Voralpen-Express für die landschaftlich schönste Streckenführung.
Luzern–Interlaken (Zentralbahn): Etwa 2 Stunden über den Brünigpass. Diese alpenquerende Strecke steigt von Luzern durch Bergtunnel und Täler an, bevor sie ins Berner Oberland hinabführt. Ab dem Brienzersee spektakulär.
Die Bernina-Express-Route (Chur–Tirano): Die Strecke der Rhätischen Bahn über den Berninapass ist UNESCO-Welterbe. Der Zug erklimmt im regulären Fahrplanbetrieb 2 253 m. Mit dem Swiss Travel Pass ist diese aussergewöhnliche Reise inbegriffen.
Zürich–Davos: Etwa 2,5 Stunden durch das Rheintal und nach Graubünden. Die Anfahrt nach Davos durch enge Alpentäler ist beeindruckend.
Jeder Regionalzug entlang eines Sees: Die S-Bahn am Zürichsee, der Zug am Thunersee und die Strecke am Genfersee von Lausanne nach Montreux sind schon im normalen Regionalverkehr hervorragend.
Zugverspätungen und Störungen
Schweizer Züge sind nach globalen Massstäben pünktlich, aber Verspätungen kommen vor. So gehen Sie damit um:
SBB-App-Benachrichtigungen: Wenn Sie Ihre Reise in der SBB-App gespeichert haben, erhalten Sie automatisch Benachrichtigungen über Verspätungen und alternative Verbindungen.
Die 3-Minuten-Regel: Hat Ihr ankommender Zug 3 oder mehr Minuten Verspätung und Sie verpassen deshalb einen Anschluss, berechnet das System der SBB automatisch die nächste verfügbare Verbindung und zeigt sie an. Manchmal werden Anschlusszüge auch gehalten – besonders an grossen Knotenpunkten.
Entschädigung: Die Regeln der SBB sehen eine Entschädigung für Verspätungen von über 60 Minuten am Endziel vor. Ansprüche können an Schaltern oder online geltend gemacht werden.
Bauarbeiten und Ersatzverkehr: Die Schweizer Bahninfrastruktur wird laufend erneuert, was gelegentliche Bauarbeiten bedeutet, besonders an Wochenenden. Während dieser Arbeiten verkehren einige Verbindungen mit Ersatzbussen. Prüfen Sie bei Wochenendreisen auf sbb.ch die geplanten Störungen.
Wetterbedingte Verspätungen: Starker Schneefall, Steinschlag und Überschwemmungen können vor allem auf Bergstrecken zu Verspätungen oder Ausfällen führen. Die Echtzeitinformationen der SBB-App sind bei Unwettern die beste Quelle.
Schweizer Bahnhofsnamen verstehen
Schweizer Bahnhöfe tragen Namen in der Landessprache der jeweiligen Region:
- Genf: Auf Französisch „Genève”. Der Hauptbahnhof heißt „Genève Cornavin”.
- Zürich: Auf Deutsch „Zürich”. Der Hauptbahnhof heißt „Zürich HB” (Hauptbahnhof).
- Biel/Bienne: Eine zweisprachige Stadt an der deutsch-französischen Sprachgrenze. Im Fahrplan als „Biel/Bienne” aufgeführt.
Die SBB-App verarbeitet Bahnhofsnamen in allen Sprachen korrekt. Im Zweifel geben Sie den bekannten englischen Namen ein, und die App findet den richtigen Bahnhof.
Nachtzüge ab der Schweiz
Die Schweiz ist an das wachsende europäische Netz von Nachtzügen angebunden:
Nightjet (ÖBB): Die Nachtzüge der ÖBB verbinden Basel und Zürich mit Wien, Hamburg, Berlin und Amsterdam. Ein Liegewagenplatz kostet EUR 40–80, private Schlafwagenabteile EUR 100–200+. Buchen Sie Monate im Voraus für die besten Preise.
Für internationale Abschnitte sind sie in der Regel nicht vom Swiss Travel Pass abgedeckt, innerhalb der Schweiz aber inbegriffen.
Bahnpässe für längere Aufenthalte
Wenn Sie länger als ein bis zwei Monate in der Schweiz bleiben:
GA Travelcard (Generalabonnement): Das Schweizer Jahresabonnement für Einwohner. Für CHF 3 860/Jahr (2. Klasse) reisen Sie ein Jahr lang unbegrenzt auf praktisch allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Schweiz. Wird von rund 6 % der Schweizer Bevölkerung genutzt.
Halbtax-Abo (Einwohner-Version): CHF 185/Jahr gegenüber CHF 150/Monat für die Touristenversion. Bei Aufenthalten von über 1–2 Monaten lohnt sich das Jahresabo für Einwohner mehr.
Diese Einwohnerabonnemente setzen eine Schweizer Adresse voraus. Touristen nutzen die in diesem Ratgeber beschriebenen Touristenversionen.
Schweizer Züge sind mehr als Verkehrsinfrastruktur. Sie sind ein tägliches Erlebnis, das Einwohner und Besucher für Pendeln, Wandern, Skifahren und Vergnügungsreisen nutzen. Wer das System gut versteht, verwandelt die Schweiz von einem Reiseziel, das man besichtigt, in eines, das man mit Leichtigkeit und Zuversicht durchquert. Für die konkrete Streckenplanung besuchen Sie sbb.ch oder lesen Sie unseren Ratgeber zur Fortbewegung in der Schweiz.
Pass kaufen oder einzeln bezahlen?
Die meisten Besucher, die mehr als ein paar längere Fahrten unternehmen, fahren mit einem Pass besser als mit Einzeltickets. Der Swiss Travel Pass deckt unbegrenztes Reisen plus Schiffe, Stadtverkehr und Museumseintritte ab, während das Halbtax-Abo jeden gekauften Fahrpreis halbiert, ohne Sie auf bestimmte Reisetage festzulegen. Wenn Sie nicht sicher sind, was zu Ihrer Reiseroute passt, führt unser Vergleich Swiss Travel Pass vs. Halbtax-Abo durch reale Szenarien, und Reisende mit einem Eurail-Pass sollten Swiss Travel Pass vs. Eurail lesen, bevor sie annehmen, Eurail decke alles ab, was es scheinbar abdeckt.
Auf den Panoramastrecken unterwegs
Mehrere namhafte Panoramazüge – allen voran der Bernina Express – verkehren auf demselben oben beschriebenen Netz, allerdings mit obligatorischer Sitzplatzreservierung und oft mit Panoramawagen. Wenn Sie Ihre Reise um sie herum planen, behandeln unser Ratgeber zur Buchung von Schweizer Panoramazügen und die eigene Panoramazug-Reiseroute Buchungsfristen und Tipps zur Sitzrichtung ausführlicher, als es dieser allgemeine Ratgeber kann.
Häufig gestellte Fragen zu Schweizer Zügen
Muss ich in normalen Schweizer Zügen einen Sitzplatz reservieren?
Nein. Sitzplatzreservierungen sind in regulären IC-, IR- oder S-Bahn-Zügen nicht erforderlich – Sie kaufen einfach ein Ticket und setzen sich auf einen beliebigen nicht reservierten Platz. Reservierungen sind nur bei einer Handvoll namhafter Panoramazüge wie dem Glacier Express und dem Bernina Express obligatorisch.
Ist es günstiger, Tickets im Voraus oder am selben Tag zu kaufen?
Beides ist möglich. Sparbillette in der SBB-App, die für bestimmte feste Abfahrten angeboten werden, können 50–70 % günstiger sein als der normale flexible Fahrpreis, binden Sie aber an genau diesen Zug. Normale flexible Tickets können bis kurz vor der Abfahrt zum gleichen Preis gekauft werden.


