Autofahren in der Schweiz: Strassen, Regeln und Passstrassen
Brauche ich eine Vignette, um in der Schweiz zu fahren?
Ja. Eine Autobahnvignette kostet CHF 40 und ist für jedes Fahrzeug auf Schweizer Autobahnen Pflicht. Sie gilt für das gesamte Kalenderjahr und muss auf der Windschutzscheibe angebracht sein. Erhältlich an Grenzübergängen, Tankstellen oder Poststellen.
Autofahren in der Schweiz: ein praktischer Ratgeber für Besucher
Die Schweiz ist eines der lohnendsten Länder Europas zum Durchfahren. Die Strassen sind tadellos in Schuss, die Beschilderung ist mehrsprachig klar, und innerhalb von dreissig Minuten nach Verlassen jeder grösseren Stadt können Sie auf einer Passstrasse mit Aussicht bis nach Italien sein. Trotzdem hat die Schweiz eigene Regeln, Kosten und Eigenheiten, die Besucher überraschen — angefangen bei der obligatorischen Autobahnvignette, die gilt, sobald Sie den Grenzposten verlassen.
Dieser Ratgeber behandelt alles Wichtige: die Vignette, Tempolimits, Winterfahranforderungen, den Gotthardtunnel, die schönsten Passstrassen, Parkieren, Treibstoff, Mietwagen und die ehrliche Antwort darauf, wann Autofahren Sinn ergibt und wann der Zug klar die Nase vorn hat.
Swiss Travel Pass — unbegrenzte Züge, Busse & Schiffe
Für Ziele, an denen Autofahren unmöglich oder unpraktisch ist — Zermatt, Wengen, Mürren — bietet der Swiss Travel Pass unbegrenzten Zugang zu Zügen, PostAuto-Linien und Seeschiffen im ganzen Land.
- Free cancellation
- ab CHF 244
Die Autobahnvignette: CHF 40, nicht verhandelbar
Die Schweizer Autobahnvignette ist ein Klebeetikett, das Sie auf Ihrer Windschutzscheibe anbringen müssen, um auf Schweizer Autobahnen und Autostrassen zu fahren. 2026 kostet sie CHF 40. Sie gilt für ein Kalenderjahr (nicht zwölf Monate ab Kauf — sie läuft am 31. Januar des Folgejahres ab). Kaufen Sie sie Mitte November, brauchen Sie bis Februar bereits eine neue.
Die Vignette gilt für jedes Fahrzeug unter 3,5 Tonnen. Auch Motorräder brauchen eine. Anhänger und Wohnwagen benötigen eine separate Vignette. Bussen fürs Fahren ohne Vignette sind happig: CHF 200 plus die Kosten der Vignette selbst.
Wo kaufen:
- Schweizer Grenzübergänge (bemannte Schalter akzeptieren Bargeld und Karte)
- Tankstellen kurz vor der Schweizer Grenze (üblich in Frankreich, Deutschland, Österreich)
- Schweizer Poststellen (PTT)
- Online über das BAZG (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit) — aber Versandzeit einplanen
Mieten Sie ein Auto in der Schweiz, ist die Vignette fast immer bereits inbegriffen. Bestätigen Sie das beim Mietwagenunternehmen, bevor Sie es annehmen. Fahren Sie mit Ihrem eigenen Auto aus dem Ausland ein, ist der Kauf an der Grenze schnell erledigt — Bargeld als Reserve mitzuführen lohnt sich.
Die Schweiz erhebt über die Vignette hinaus keine Strassengebühren. Haben Sie sie einmal, können Sie alle Autobahnen und Autostrassen ohne weitere Gebühren befahren. Die Vignette ist typisch schweizerisch: Das benachbarte Österreich erhebt auf den meisten Autobahnen Maut; Frankreich und Italien berechnen nach Kilometer.
Tempolimits: Was sie in der Praxis wirklich bedeuten
Schweizer Tempolimits werden streng durchgesetzt, und die Bussen steigen mit dem Ausmass der Überschreitung stark an:
| Strassentyp | Limit |
|---|---|
| Innerorts (Städte, Dörfer) | 50 km/h |
| Ausserorts (Landstrassen) | 80 km/h |
| Autostrassen (halb-Autobahn, grün beschildert) | 100 km/h |
| Autobahnen (blau beschildert) | 120 km/h |
Einige praktische Details, die wichtig sind:
Tempo-30-Zonen: Viele Schweizer Wohnstrassen und Ortszentren gelten mit Tempo 30. Sie sind klar beschildert und oft mit Bodenschwellen oder erhöhten Übergängen versehen. Behandeln Sie sie nicht als dekorativ.
Radar: Feste Radarkontrollen sind auf Navigations-Apps markiert und offiziell vorher beschildert. Mobile Radareinheiten sind es nicht. Die Schweizer Polizei geht systematisch bei der Durchsetzung vor.
Bussen für Überschreitungen: Anders als in weiten Teilen Europas sind Schweizer Bussen bei schweren Vergehen einkommensproportional. Eine Überschreitung um mehr als 25 km/h innerorts führt zu Führerausweisentzug. Ab 50+ km/h drohen strafrechtliche Konsequenzen. Fahren Sie entsprechend.
Überholen: Rechtsüberholen ist auf Schweizer Autobahnen verboten. Rechts halten, ausser zum Überholen — die Regel wird ernst genommen.
Winterfahranforderungen
Die Schweiz hat keine allgemeine gesetzliche Winterreifenpflicht wie Deutschland und Österreich — die praktische Realität ist aber ähnlich. Verursachen Sie unter winterlichen Bedingungen einen Unfall und Ihr Fahrzeug ist nicht mit Winterreifen ausgestattet, haften Sie, und Ihre Versicherung deckt den Schaden unter Umständen nicht. Der rechtliche Begriff ist “Mitschuld”, was Ihren Anspruch zunichtemachen kann.
Winterreifen: Von etwa November bis April empfohlen. In Bergregionen und in der Höhe sind sie unerlässlich. Die meisten Schweizer Mietwagen sind ab November mit Winterreifen ausgestattet — fragen Sie explizit nach.
Schneeketten: Auf bestimmten beschilderten Bergstrassen Pflicht. Diese Schilder sind entweder dauerhaft angebracht (Pflicht bei Schnee oder Eis) oder saisonal. Sehen Sie ein Kettenschild und liegt Schnee oder Eis auf der Strasse, sind Ketten gesetzlich vorgeschrieben. Mietwagenfirmen stellen oft Ketten für Alpinfahrten zur Verfügung; prüfen Sie den Vertrag.
Passstrassen: Die meisten Alpenpässe sind zwischen November und Mai/Juni geschlossen (je nach Höhe und Schneefall). Die hohen Pässe — Furka, Sustenpass, Grimsel, San Bernardino — werden im Winter nicht unterhalten. Der Berninapass (Pontresina bis Tirano) bleibt ganzjährig offen, kann aber bei starkem Schneefall vorübergehend gesperrt werden. Prüfen Sie den aktuellen Passstatus immer auf passes.ch, bevor Sie losfahren.
Der Gotthard: Tunnel, Strasse und die Staus
Der Gotthard ist die wichtigste Nord-Süd-Achse der Schweiz und verbindet den deutschsprachigen Norden mit dem italienischsprachigen Tessin. In der Praxis bedeutet das die Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Erlebnissen.
Der Gotthard-Strassentunnel (A2): Der meistbefahrene Strassenabschnitt der Schweiz, der Göschenen (Uri) mit Airolo (Tessin) verbindet. Mit 16,9 km war er bei seiner Eröffnung 1980 der längste Strassentunnel der Welt. Die Fahrzeit beträgt etwa 20 Minuten, aber Staus in Spitzenzeiten — Ostern, Juli, August und die Herbstschulferien — können 1 bis 3 Stunden zur Fahrt hinzufügen. Staus bilden sich auf beiden Seiten; der Rückstau Richtung Süden ab Göschenen ist berüchtigt.
Gotthard-Staus vermeiden:
- Früh morgens (vor 7:00 Uhr) oder abends spät (nach 19:00 Uhr) fahren
- Die App SRF Verkehr oder viamichelin.com für aktuelle Staulängen nutzen
- Freitagnachmittage Richtung Norden und Sonntagnachmittage Richtung Süden im Sommer meiden
Der Gotthard-Autoverlad (AutoReisezug): Ein Zug, der Ihr Auto durch den Gotthard-Eisenbahntunnel von Göschenen nach Airolo (oder umgekehrt) bringt. Die Fahrzeit beträgt 15 Minuten. Kosten rund CHF 30 pro Fahrzeug. Ganzjährig in Betrieb, Spontanfahrzeuge werden bei verfügbaren Plätzen akzeptiert. Eine ausgezeichnete Möglichkeit, Staus zu umgehen — und ein echtes Schweizer Erlebnis.
Alternative Routen:
- San-Bernardino-Pass / A13-Tunnel: Die A13-Autobahn (Chur bis Bellinzona über San Bernardino) ist die Hauptalternative. Der San-Bernardino-Strassentunnel hält diese Route ganzjährig offen. Länger als der Gotthard, aber oft weniger überlastet.
- Via Splügen: Die alte Splügenpass-Strasse (im Winter gesperrt) bietet eine malerische Alternative für Sommerreisende mit Zeit.
Passstrassen, die eine Fahrt wert sind
Die Passstrassen der Schweiz zu befahren, gehört zu den schönsten Strassenerlebnissen Europas. Diese Strassen wurden gebaut, um Täler und Gemeinden zu verbinden; dass sie atemberaubend zu befahren sind, ist Nebensache. Die meisten sind von Juni bis Oktober geöffnet, mit genauen Daten abhängig von der Schneeräumung.
Furkapass (2431 m): Der Pass, der durch den James-Bond-Film Goldfinger berühmt wurde (die Aston-Martin-DB5-Szene). Er verbindet Andermatt mit Gletsch und dem Rhonetal. Die Strasse hat aussergewöhnlich geschwungene Haarnadelkurven und Blicke auf den Rhonegletscher. Das Glacier-Hotel oben ist ein Zeitzeugnis. Die Passstrasse selbst wurde einst von der Dampfbahn Furka-Bergstrecke genutzt, bevor diese zur Touristenattraktion wurde — die Dampfbahn verkehrt heute unterhalb der Strasse.
Sustenpass (2224 m): Verbindet Wassen (an der Gotthardroute) mit Innertkirchen im Berner Oberland. Wohl das eindrücklichste Ingenieurwerk aller Schweizer Pässe, mit langen tunnelfreien Abschnitten durch hochalpines Gelände und Blick auf den Steingletscher. Weniger befahren als der Furka.
Grimselpass (2165 m): Direkt südlich des Sustenpasses, verbindet Innertkirchen mit Gletsch. Eine kargere, dramatischere Landschaft als ihre Nachbarn — dunkler Granit, Stauseen (der Grimselstausee) und eine Landschaft, die sich wirklich abgelegen anfühlt. Oft mit Furka und Susten zu einer Drei-Pass-Runde ab Meiringen oder Andermatt kombiniert.
Klausenpass (1948 m): Verbindet Altdorf (Uri) mit Glarus. Einer der weniger bekannten grossen Pässe der Schweiz, durch Hochweiden und das Urnerboden — die grösste Alpweide der Schweiz. Wunderschön Ende Juni, wenn die Alpenblumen blühen.
Berninapass (2328 m): Der einzige (offiziell) ganzjährig offene hochalpine Pass der Schweiz, wenn er im Winter auch kurz gesperrt sein kann. Verbindet Pontresina (bei St. Moritz) mit Poschiavo und dem italienischsprachigen Val Poschiavo. Der Bernina Express überquert bekanntlich denselben Pass — eine der UNESCO-Welterbe-Bahnstrecken. Mit dem Auto haben Sie mehr Freiheit für Zwischenstopps, aber die Viadukte der Bahn sind ein Schauspiel, das am besten aus dem Zug selbst betrachtet wird. Sie können den Bernina Express ab St. Moritz buchen als einfache Fahrt und am folgenden Tag über den Pass zurückfahren.
San-Bernardino-Pass (2065 m): Ein dramatischer Pass, der Thusis (Graubünden) mit Bellinzona (Tessin) verbindet. Die Tunnelumfahrung trägt den Autobahnverkehr; die alte Passstrasse steigt darüber durch hochalpines Gelände. Den Abstecher wert, wenn die Zeit reicht.
Grosser-St.-Bernhard-Pass (2469 m): Die historische Route zwischen Martigny (Wallis) und Aosta (Italien), genutzt von Napoleon und schon vor ihm von den Römern. Geöffnet von Juni bis Oktober. Der Tunnel darunter hält die Route für Jahresverkehr offen, für jene, die nicht warten möchten. Der Pass selbst hat ein barockes Hospiz, das seit dem 11. Jahrhundert Reisende empfängt.
Parkieren: Blaue Zonen, gebührenpflichtige Zonen und P+R
Das Schweizer Parkieren ist logisch, sobald man das System versteht, aber es kann einen ohne dieses Wissen überraschen.
Blaue Zonen: Strassenparkplätze, mit blauen Linien markiert. Gratis, aber tagsüber auf eine Stunde begrenzt mit einer Parkscheibe. Sie stellen die Ankunftszeit auf der Scheibe ein und legen sie sichtbar aus. Scheiben gibt es gratis bei Polizeistationen, Tankstellen und Banken. Parkieren ohne Scheibe oder Überziehen der Zeit riskiert eine Busse (in den meisten Städten CHF 40).
Weisse Zonen: Gebührenpflichtiges Parkieren mit Parkuhr oder Automat. Preise liegen zwischen CHF 1–4 pro Stunde in kleineren Städten und CHF 5–8 pro Stunde in den Zentren von Zürich und Genf. Karten (Maestro, Visa, Mastercard) und Münzen werden an den meisten Automaten akzeptiert; manche bieten App-Zahlung an.
Gelbe Linien: Halten oder Parkieren zu jeder Zeit verboten.
Park & Ride (P+R): Grosse Schweizer Städte haben P+R-Anlagen an äusseren Tram- oder Bahnstationen. Zürich hat P+R in Spreitenbach, Dietlikon und Adliswil — ein kombiniertes P+R-Ticket (Parkieren plus Tram in die Stadt) kostet CHF 5–8. Genf hat P+R in Bernex und P+Tram an mehreren äusseren Standorten. Die Nutzung von P+R ist für jeden Stadtbesuch sehr zu empfehlen. Mit dem Auto ins Zentrum von Zürich oder Genf zu fahren, ist langsam, teuer und unnötig.
Parkhäuser: In allen Städten und grösseren Ortschaften verfügbar. Meist rund um die Uhr geöffnet. Preise typischerweise CHF 3–6/Stunde mit Tageshöchstbeträgen von CHF 25–40.
Treibstoffpreise und Tanken
Die Schweizer Treibstoffpreise sind in etwa mit Deutschland vergleichbar und niedriger als in Frankreich oder Österreich — ein kleiner Vorteil. Stand 2026 rechnen Sie mit etwa:
- Bleifrei 95 (Benzin/Essence): CHF 1.80–2.00/Liter
- Diesel: CHF 1.75–1.95/Liter
- LPG: CHF 1.00–1.20/Liter (an Tankstellen, die es führen)
Autobahn-Raststätten (meist mit Agrola-, Eni- oder Esso-Beschriftung) sind teurer als Tankstellen in Ortschaften. Aldi- und Lidl-Tankstellen — wo vorhanden — sind am günstigsten, aber entlang der Hauptrouten weniger verbreitet. Ein voller Tank vor der Einreise aus Frankreich oder Deutschland (wo die Preise etwas niedriger sein können) lohnt sich zu bedenken, wenn Sie mit leerem Tank einreisen.
Nächtliches Selbstbedienungstanken: Die meisten Schweizer Tankstellen mit vollem Servicebetrieb haben auch einen 24-Stunden-Automatenzugang. Bankkarte einstecken, PIN eingeben, Treibstoff wählen. An Automatenzapfsäulen wird kein Bargeld akzeptiert.
Ein Auto in der Schweiz mieten
Preise: Tagesraten beginnen bei CHF 60–80 für einen Kompaktwagen (Handschaltung), steigend auf CHF 100–150 für Automatikwagen und CHF 180+ für SUVs/Allradfahrzeuge. Wochenpreise bieten besseres Preis-Leistungs-Verhältnis — ein Kompaktwagen für sieben Tage ab CHF 320–450.
Grosse Anbieter: Hertz, Avis, Budget, Europcar und Sixt haben alle Schalter am Flughafen Zürich (ZRH), Flughafen Genf (GVA), Flughafen Bern und Basel (EuroAirport). Mobility Carsharing (die stundenweise Carsharing-Genossenschaft der Schweiz) eignet sich hervorragend für kurze städtische Nutzung.
Alter: Die meisten Anbieter verlangen, dass der Hauptfahrer mindestens 21 Jahre alt ist, wobei Fahrer unter 25 einen Jungfahrer-Zuschlag zahlen (CHF 15–25/Tag). Manche Kategorien sind auf 25+ beschränkt.
Versicherung: Schweizer Mietwagen kommen standardmässig mit Haftpflichtversicherung. CDW (Vollkasko) und Diebstahlschutz sind meist Zusatzoptionen — rechnen Sie mit CHF 15–30/Tag. Manche Kreditkarten decken einen Teil der Vollkasko ab — prüfen Sie die Bedingungen Ihrer Karte vor der Miete. Ein Selbstbehaltsausgleich (der Ihre Haftung auf null senkt) lohnt sich für Bergfahrten zu erwägen.
Grenzüberschreitendes Fahren: Die meisten Schweizer Mietwagenfirmen erlauben grenzüberschreitendes Fahren nach Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien mit vorheriger Meldung. Informieren Sie das Unternehmen bei der Buchung; manche stellen kostenlos eine spezielle Erlaubnis (Grenzschein) aus, andere verlangen CHF 20–50. Die Einfahrt nach Liechtenstein ist immer erlaubt, da es mit der Schweiz eine Zollunion bildet.
Handschaltung vs. Automatik: Die Passstrassen und engen Stadtstrassen der Schweiz sind mit Handschaltung machbar. Aber Automatikfahrzeuge nehmen die Komplikation, Bergstarts an 10–20 %-Gefälle-Kehren zu managen. Sind Sie im Schalten ungeübt, buchen Sie ein Automatikfahrzeug.
Ladenetz für Elektrofahrzeuge
Die Schweiz hat erheblich in die E-Ladeinfrastruktur investiert. Die wichtigsten Ladenetze:
- Fastned: Schnellladung mit hoher Leistung an Autobahnraststätten und Hauptrouten. Akzeptiert kontaktlose Zahlung ohne Registrierung.
- Move (TCS): Betrieben vom Schweizer Automobilclub. Weites Netz, meist langsamere AC-Lader.
- Ionity: Hochleistungsladestationen (350 kW) an Autobahnraststätten. Verbreitet entlang der Hauptkorridore A1 (Zürich–Genf) und A2 (Zürich–Basel–Gotthard).
Die Abdeckung in Städten und entlang der Hauptautobahnen ist gut. Die Abdeckung in abgelegenen Bergtälern ist lückenhaft — prüfen Sie das, bevor Sie ein Tal mit niedrigem Ladestand verlassen. Reichweitenangst ist auf Passstrassen real, wo Sie zwischen Lademöglichkeiten 1500 Höhenmeter aufsteigen.
Regeln, die Besucher überraschen
Kein Rechtsabbiegen bei Rot: Anders als in Frankreich und einigen anderen europäischen Ländern ist das Rechtsabbiegen bei Rotlicht in der Schweiz verboten, ausser ein spezifischer grüner Pfeil erlaubt es. Behandeln Sie Rot als vollständigen Halt in alle Richtungen.
Tagfahrlicht: Jederzeit Pflicht. Nicht nur bei schlechter Sicht — immer. Die meisten modernen Autos haben automatisches Tagfahrlicht; ältere Fahrzeuge benötigen manuell eingeschaltetes Licht. Busse für Fahren ohne Licht: CHF 50.
Alkoholgrenze: 0,05 % BAK (Blutalkoholkonzentration) für die meisten Fahrer — strenger als in Grossbritannien (0,08 %), aber gleich wie in Deutschland und im übrigen Kontinentaleuropa. Für Neulenker (Führerausweis seit weniger als drei Jahren) und Berufsfahrer: 0,01 % — praktisch null.
Panne und Notfall: Wählen Sie 140 für die Pannenhilfe des TCS (Touring Club Schweiz). Bei medizinischem Notfall: 144. Polizei: 117.
Mobiltelefone: Freisprechen ist erlaubt. Das Halten eines Telefons während der Fahrt kostet mindestens CHF 100 Busse.
Rechtsvortritt: Auf unmarkierten Strassen innerorts haben Fahrzeuge von rechts Vortritt. Diese Regel gilt auf vielen kleineren Schweizer Ortsstrassen. Seien Sie sich dessen bewusst, besonders bei der Fahrt durch enge Dorfstrassen.
Autofreie Dörfer: Wo das Fahren endet
Mehrere der berühmtesten Ziele der Schweiz sind ganz oder teilweise autofrei. Das ist nicht unpraktisch — es gehört zu ihrem Reiz. Sie lassen das Auto auf einem ausgewiesenen Parkplatz ausserhalb der Dorfgrenze und kommen mit öffentlichem Verkehr oder Elektroshuttle weiter.
Zermatt: Autos bleiben in Täsch, 5 km talabwärts. Ein Pendelzug (Matterhorn Gotthard Bahn) fährt alle 20 Minuten nach Zermatt. CHF 8.60 pro Strecke oder inklusive Swiss Travel Pass. In Zermatt angekommen, erkunden Sie das Matterhorn Glacier Paradise per Seilbahn — die höchste Seilbahnstation der Schweiz auf 3883 m.
Wengen: Parken in Lauterbrunnen. Zug nach Wengen mit der Wengernalpbahn (BOB). Das Dorf hat keinen Strassenzugang — nicht einmal einen Pfad für Autos.
Mürren: Erreichbar per Seilbahn ab Stechelberg oder per Zug ab Lauterbrunnen über Grütschalp. Komplett unzugänglich per Strasse.
Saas-Fee: Fahrt zum Parkplatz am Dorfeingang (gebührenpflichtig). Innerhalb des Dorfes nur Elektrotaxis und Hotelshuttles. Buchen Sie Hotelshuttles in der Hochsaison im Voraus.
Stoos: Parken in Morschach/Schwyz. Nehmen Sie die Stoosbahn — die steilste Standseilbahn der Welt — auf das autofreie Plateau darüber.
Bettmeralp und Riederalp: Parken in Betten Talstation oder Mörel. Seilbahn auf das autofreie Plateau über dem Aletschgletscher.
Diese Dörfer sind keine Attrappen. Die Abwesenheit von Verkehrslärm verändert die Atmosphäre grundlegend — man hört Kuhglocken, Wind und Wanderschuhe.
Wann Autofahren Sinn ergibt — und wann nicht
Autofahren ergibt Sinn, wenn:
- Sie ländliche Täler des Tessins oder Graubündens erkunden, wo die PostAuto-Taktfrequenz begrenzt ist
- Sie vollständige Flexibilität wollen, um an unmarkierten Aussichtspunkten, kleinen Pässen und ruhigen Weilern anzuhalten
- Sie mit Familie und viel Gepäck reisen — der Swiss Travel Pass kostet CHF 244+ pro Erwachsenem und Reise, und Gepäck durch mehrere Umsteigeverbindungen zu schleppen ist wirklich anstrengend
- Sie mehrere Passstrassen an einem Tag kombinieren möchten (die Grimsel-Furka-Susten-Runde ist ein voller Tag; mit dem öffentlichen Verkehr ist das ambitioniert)
- Sie Bergbauernhöfe, kleine Weingüter oder Gebiete mit begrenzter ÖV-Abdeckung besuchen
Autofahren ergibt keinen Sinn, wenn:
- Sie viel Zeit in Zürich, Genf, Basel, Bern oder Lausanne verbringen — Parkieren kostet CHF 40+/Tag, und der öffentliche Verkehr ist schneller
- Ihr Ziel Zermatt, Wengen, Mürren oder ein anderes autofreies Dorf ist
- Sie den Strecken des Glacier Express oder Bernina Express folgen — diese Züge sind das Erlebnis, keine Unannehmlichkeit. Buchen Sie den Glacier Express (Zermatt bis St. Moritz) und fahren Sie die Rückstrecke mit dem Auto
- Sie in den Lavaux-Weinbergterrassen oder im Wallis Wein trinken möchten — Autofahren und Weinverkostung passen nicht zusammen, und die Landschaft ist vom Zug aus ohnehin besser
- Winterreisen zu Skiorten — der Zugzugang nach Zermatt, Saas-Fee, Davos und Verbier-Les Crosets ist direkt und ausgezeichnet
Die ehrliche Antwort: Die meisten Schweizreisen funktionieren am besten mit einer Kombination. Nutzen Sie den Zug zwischen Städten und für Panoramastrecken. Mieten Sie für 2–3 Tage ein Auto, wenn Sie ländliche Gebiete abdecken oder Passstrassen in Angriff nehmen möchten. Geben Sie das Auto zurück, bevor Sie in Ihrer nächsten Stadt ankommen.
Für alles andere — Züge, PostAuto, Schiffsverbindungen — siehe unseren Ratgeber Fortbewegen in der Schweiz. Wenn Sie Ihre Transportoptionen abwägen, hilft Ihnen der Vergleich Swiss Travel Pass vs. Halbtax-Abo bei der Kostenberechnung.
Buchen Sie den Swiss Travel Pass für unbegrenzte Fahrten mit Zug, Bus und Schiff — der ideale Begleiter für die Strecken zwischen Ihren Fahrtagen.
Praktische Roadtrip-Kombinationen
Drei-Pass-Runde ab Meiringen (1 Tag): Grimselpass → Furkapass → Sustenpass → zurück nach Meiringen. Rund 100 km und drei Stunden Fahrzeit ohne Zwischenstopps. Am besten Mitte Juni bis September. Früh starten; das Licht auf dem Rhonegletscher ist vor 9:00 Uhr aussergewöhnlich.
Wallis nach Tessin über den Grossen St. Bernhard (2 Tage): Sion → Martigny → Grosser-St.-Bernhard-Pass → Aosta (Italien) → Rückfahrt über den San-Bernardino-Tunnel oder Simplon. Spektakulär, erfordert aber Sicherheit auf schmalen Bergstrassen.
Engadin-Runde (1–2 Tage): St. Moritz → Maloja → Chiavenna (Italien) → Splügen → Julierpass → zurück nach St. Moritz. Die Malojaabfahrt nach Italien ist eine der schönsten Klippenstrassen der Alpen.
Für Unterkunft entlang der Fahrstrecken prüfen Sie unsere Reiseführer für Andermatt, St. Moritz und Chur — alles ausgezeichnete Roadtrip-Basen mit zentrumsnahem Parkieren.
Und wenn Sie sich fragen, welche Jahreszeit für Passfahrten am besten ist, siehe unsere Schweiz-Monatsratgeber — die Öffnungsdaten der Pässe sind die wichtigste Planungsvariable.


